In derselben Nacht, in der Funky Blues Rabbits am Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest ohne ihren Keyboarder Markus auskommen mussten, erlebte dieser in München ein Abenteuer. Denn dort leben Markus und seine Frau Steffi gerade; beide kommen ursprünglich aus Amberg.
"Noch um 3 Uhr hat Steffi, schon in den Wehen, noch in meine Kamera gegrinst", erzählt Markus. Wenig später seien die Wehen so heftig geworden, dass es schwierig für die 34-Jährige wurde, überhaupt ins Auto zu steigen. "Im Münchener Osten bin ich über eine rote Ampel gefahren", erinnert sich Markus. Keinen Kilometer aber waren sie unterwegs, da setzten bei Steffi die Presswehen ein. Markus tastete zu seiner Frau auf dem Beifahrersitz hinüber. "Ich konnte schon den Kopf spüren."
Keine Zeit nachzudenken
In der nächsten Ortschaft fuhr er rechts ran. "An einer Bushaltestelle brannte noch Licht." Markus setzte einen Notruf ab. "Wir haben uns noch ein paar Momente der Ruhe gegönnt, uns versichert, dass wir das hinbekommen." Steffi saß im Auto, Markus kniete halb davor. Zwei Presswehen später sah Markus Tonis Kopf. "Ich bin erstmal richtig erschrocken, weil das Köpfchen so blau war und sich nicht bewegt hat. Ich wusste ja nicht, dass das normal ist." Aber er hatte gar nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, sagt Markus. "Gefühlt haben diese Minuten ewig gedauert - aber plötzlich war Toni da." Er kramt in seiner Erinnerung nach Geburtswissen aus Serien wie Schwarzwaldklinik und Scrubs: "Ich wusste, dass die Nabelschnur nicht um den Hals gewickelt sein darf. Das war sie Gott sei Dank nicht." Das blaue Gesicht aber hatte ihn aus der Bahn geworfen. "Steffi dagegen blieb grandios cool." Schließlich hob der Papa den kleinen Toni an einem Bein hoch und klopfte ihm zwischen die Schulterblätter. Endlich Erleichterung: Er schreit und weint!
Baby ins Shirt gewickelt
Zwei Autos hielten an, in einem zwei Jungs, die von einer Party kamen. "Einer hat sich sofort sein Shirt ausgezogen, damit wir Toni einwickeln konnten, ein anderer hat bei den Nachbarn Handtücher für Steffi gesammelt. Als nach zehn Minuten erst ein Helfer vor Ort, dann der Sanka und schließlich der Notarzt kamen, hat Toni schon genuckelt." Im Auto noch schneidet Markus die Nabelschnur durch. Im Krankenhaus wurden Sohn und Mutter schließlich von der Hebamme nur noch durchgecheckt - beide sind putzmunter.
Das Auto - Leasing - hatten Markus und Steffi zuvor extra mit Müllsäcken ausgelegt. "Kaum zu glauben, es sieht aus wie neu." Trotz des Abenteuers. Seit Montagmittag ist die Familie zu Hause. "Toni nuckelt an der Brust, Luke trinkt ein Glas Milch und Steffi liest ihnen aus einem neuen Buch vor." Eine glückliche Familie. Die Namen der beiden Söhne gehen übrigens auf Steffis Bruder zurück: "Er ist ein echter Marvel- und Starwars-Fan - und so gibt es jetzt einen Luke (wie Skywalker) und einen Toni (wie Tony Stark, Iron Man). "Dazu kommt noch, dass mein Opa auf den Spitznamen Toni hörte", erzählt Markus. Seit 14 Jahren ist er mit Steffi zusammen. "Die damalige Sängerin der Funky Blues Rabbits war Steffis beste Freundin", erinnert sich Markus. Verheiratet - und Eltern - sind die beiden seit zweieinhalb Jahren.
Luke, seit dem Wochenende großer Bruder, findet den kleinen Toni richtig cool. "Nur ab und zu ist er nicht zufrieden damit, dass er Mama und Papa jetzt teilen muss." Wenn alles gut geht, steht der 39-Jährige am Samstag schon wieder mit den "Funkys", wie er sagt, auf der Bühne.














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