Das Franziskusmarterl im Taxöldener Forst gilt als Symbol des Widerstandes gegen die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) bei Wackersdorf. Dort trafen sich am Dienstag Vertreter des Bund Naturschutz (BN) zum 40. Jahrestag der Ostermontags-Demonstration mit über 100.000 Teilnehmern. An vorderster Front mit dabei war der damalige Schwandorfer Landrat Hans Schuierer.
An „diesen bewegenden Moment“ erinnerte BN-Landesvorsitzender Martin Geilhufe, als er dem mittlerweile 95-jährigen Altlandrat die Bayerische Naturschutzmedaille verlieh. An jenem Ort im Wald bei Altenschwand, an dem sich heute noch regelmäßig Menschen vor dem riesigen Holzkreuz zum Gebet versammeln. Der Vertreter der Umweltschutzorganisation fragte sich, warum heute immer noch Menschen versuchen, „das tote Pferd der Kernenergie zu reiten“.
Mut und Rückgrat
Martin Geilhufe hob in seiner Laudatio den Mut Schuierers hervor, dem politischen Druck der bayerischen Staatsregierung standzuhalten, Rückgrat zu zeigen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Verhinderung der WAA zu leisten. Dabei sei ihm „der Einsatz gegen eine menschenverachtende und gefährliche Technik genauso wichtig gewesen wie der Erhalt von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie“, sagte der BN-Landesvorsitzende.
Hans Schuierer freute sich besonders über das Wiedersehen mit Hubert Weiger, an dessen Seite er viele Jahre gegen den Bau der geplanten Atomanlage gekämpft habe. Der heutige BN-Ehrenvorsitzende würdigte das nach wie vor bestehende Engagement, mit dem Hans Schuierer immer noch in den Schulen unterwegs sei und den Jugendlichen den Wert der Freiheit zu vermitteln versuche. Unterstützung findet der Altlandrat dabei vom Marterl-Betreuer Wolfgang Nowak, der ihn regelmäßig bei den "Bildungsreisen" begleitet.
Klimaschutz wichtig
Schuierer bedankte sich für die Auszeichnung durch den Bund Naturschutz und betonte: „Diese Ehre wird auch all jenen zuteil, die damals mit dabei waren und mich in meiner Haltung bestärkt haben.“ Über den Widerstand gegen den Bau der WAA gehe er im Gespräch mit den Jugendlichen nur noch am Rande ein, sagte Schuierer. Vielmehr gehe es ihm heute um den Klimaschutz und die Warnung vor der Gefahr von Rechtsextremisten, die die Demokratie und den Rechtsstaat zu zerstören versuchten.
Die Bayerische Naturschutzmedaille ist die zweithöchste Auszeichnung, die der Bund Naturschutz zu vergeben hat. Die Organisation verleiht sie seit 1970 an Menschen, die sich in besonderem Maße für den Erhalt von Umwelt und Naturschutz einsetzen.
Vom Marterl aus fuhr die BN-Delegation ein paar Kilometer weiter zum Waldgebiet an der Autobahnausfahrt bei Teublitz. Dort soll auf einer Fläche von 20 Hektar ein Gewerbegebiet entstehen. „Wir setzen uns seit Jahren dafür ein, dieses geschlossene Waldgebiet unversehrt zu erhalten“, sagte BN-Kreisvorsitzender Klaus Pöhler. Intakte Wälder würden nämlich eine wichtige Aufgabe für Mensch, Natur und Artenvielfalt erfüllen.














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