Eine 14-köpfige Kommission besucht derzeit 15 Wettbewerbsorte in Bayern. Am Mittwoch waren die Fachleute für "Unser Dorf hat Zukunft" in Bodenwöhr zu Gast. Die 1650 Einwohner zählende Kerngemeinde vertritt zusammen mit Schorndorf (Landkreis Cham) die Oberpfalz auf Landesebene. Der Rundgang begann bei Regenwetter am Friedhof, der vom Wald umgeben ist und alle "kulturellen Bestattungsformen" ermöglicht. Bürgermeister Georg Hoffman führte die Jury herunter zum Hüttenwerk und erinnerte an die Entwicklung der Gemeinde vom Industrie- zum Tourismusstandort. Am Kindergarten standen 70 Mädchen und Buben Spalier und verkörperten symbolisch die ansässigen Vereine.
Mit einem Dorfladen, dem Tourismusbüro, der Nutzung von Leerständen und gastronomischen Angeboten versucht die Gemeinde, die Dorfmitte zu beleben. Bürgermeister Georg Hoffmann optimierte die Strategie im Vergleich zur Bezirksbewertung und stellte das "soziale Miteinander" stärker heraus. Vereinsvertreter beteiligten sich nicht nur am Rundgang, sondern demonstrierten bei der Abschlussbesprechung im Gasthaus Jakob auch den Zusammenhalt der Bevölkerung. Allen voran Vorsitzende Christine Bauer, die den 180 Mitglieder starken Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein mit Kindergruppe vorstellte und den Natur- und Umweltgedanken in den Vordergrund rückte.
Als der Regen nachließ, begab sich die Jury auf eine Plättenfahrt über den Hammersee und besichtigte den neu gestalteten Badeplatz. Mit dem Bus ging es hinaus nach Blechhammer und vorbei am Bahnhof, der bürgerfreundlich und barrierefrei umgestaltet wurde. "Es ist Qualität, die in Bodenwöhr entsteht", stellte Jury-Sprecher Dr. Jörg Hirsche fest. Der Direktor am bayerischen Landwirtschaftsministerium ermunterte die Bevölkerung, so weiterzumachen und am Ball zu bleiben. Auch die Fachleute aus den Bereichen Bau- und Grüngestaltung, wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Ansätze und "Dorf in der Landschaft" sendeten überwiegend positive Signale aus, sahen in den gepflegten Vorgärten einen Beweis für die Privatinitiativen und erkannten die Bemühungen der Gemeinde an, Handwerksbetriebe zu halten und Leerstände zu beseitigen.
Laut der Ausschreibung kann die Jury drei Goldmedaillen vergeben, die mit einem Preisgeld von jeweils 5000 Euro verbunden sind. Ob die Gemeinde Bodenwöhr zu den drei Erstplatzierten gehört oder sich mit "Silber" oder "Bronze" begnügen muss, erfährt sie bei der Bekanntgabe der Ergebnisse am 26. September. Eine Delegation aus Bodenwöhr ist auf jeden Fall aber zur Abschlussfeier mit Preisverleihung am 29. Oktober in Veitshöchheim eingeladen.
An der 27. Auflage des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" nahmen 168 Gemeinden teil. 44 qualifizierten sich für den Bezirksentscheid. Davon errangen 15 eine Goldmedaille und nehmen nun am Landeswettbewerb teil. Die drei Siegerdörfer vertreten Bayern im nächsten Jahr beim Bundesentscheid. Neben Medaillen und Preisgeldern werden Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen vergeben. Der Wettbewerb des Landwirtschaftsministeriums gilt als größte Bürgerinitiative im ländlichen Raum, an der sich seit 1961 mehr als 27 000 bayerische Dörfer beteiligt haben.













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