24.01.2019 - 11:52 Uhr
BodenwöhrOberpfalz

Schlichtes Ende einer Ära im Rathaus

Als Bürgermeister ist Richard Stabl dienstunfähig. Sein Stellvertreter verabschiedet ihn, und am Sonntag wird sein Nachfolger gewählt.

Albert Krieger (links) verabschiedete bei der Gemeinderatssitzung den langjährigen Bürgermeister Richard Stabl (rechts) und überreichte ihm eine Löwenfigur aus Porzellan.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Es ist alles gesagt, Glück auf": Richard Stabl sprach's, nahm sein Geschenk und verließ den Sitzungssaal. Die Verabschiedung des dienstunfähigen Bürgermeisters erfolgte am Mittwochabend schlicht und emotionslos. Die Fronten waren offenbar so verhärtet, dass sich jedes weitere Wort erübrigte.

Wird er denn zu seiner Verabschiedung kommen? Die Besucher auf den voll besetzten Zuhörerrängen rätselten bis zum Schluss. Kurz vor Beginn der Gemeinderatssitzung betrat Richard Stabl (58) dann doch den Saal und nahm neben seinem langjährigen Stellvertreter Albert Krieger Platz. Der zweite Bürgermeister leitet seit der Erkrankung des Rathauschefs im November 2017 die Amtsgeschäfte. Albert Krieger blickte zurück ins Jahr 2008, als sich der "Newcomer" Richard Stabl gegen zwei Mitbewerber durchsetzte und den Bürgermeistersessel eroberte. Sechs Jahre später errang der Bewerber der "Wählervereinigung Bürgerliste Bodenwöhr" (BLB) gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Albert Krieger wertete dies als Zeichen für "die große Popularität" des Amtsinhabers. Er erinnerte an die Entwicklung der Gemeinde Bodenwöhr unter der Ära Stabl, an den Ausbau der Kinderbetreuung, die Verbesserung der Infrastruktur, die Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebiets, die Gestaltung des Badeplatzes und die interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Wackersdorf. "Bürgermeister Richard Stabl hat die Gemeinde zukunftsfähig gemacht", versicherte sein Stellvertreter. Albert Krieger überreichte dem scheidenden Bürgermeister eine Löwenfigur aus Porzellan mit dem Gemeinde-Emblem.

Das vorzeitige Ausscheiden des Bürgermeisters aus dem Dienst macht Neuwahlen erforderlich. Die Bürger können am kommenden Sonntag zwischen drei Kandidaten entscheiden. Für die CSU bewirbt sich Georg Hoffmann, für die SPD tritt Stefan Rauch an, und die Bürgerliste bietet Hubert Süß auf.

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