Kein Platz im kürzlich gesegneten und neurenovierten Pfarrheimsaal blieb beim Lebkuchenbackabend mit Bäckerin Wilma Wallner unbesetzt. Herrlicher Backduft zog durch das Pfarrheim. Lebkuchen haben zur Weihnachtszeit Tradition. Deshalb überschrieb Organisatorin BBV-Landfrau Melanie Wallner-Frischholz den Abend auch mit „Lebkuchenbäckerei und -leckerei“. Wenn das würzige Aroma durch die Häuser zieht, kommt das Christkind sehr bald. Die versierte Bäckerin gab den Teilnehmern goldene Regeln zum Backen von Lebkuchen in den unterschiedlichsten Variationen an die Hand. Schon in der Antike verspeiste man kleine, gewürzte Honigkuchen. Seinen Namen verdankt der Lebkuchen dem lateinischen libum, was so viel wie Fladen oder Opferkuchen bedeutet. Im Mittelalter wurde das süße Brauchtumsgebäck dann in deutschen Klöstern perfektioniert und von der Zunft der Lebzelter im gesamten europäischen Raum verbreitet. Wilma Wallner brachte Rezepte zu Schokoladenlebkuchen, Kokoslebkuchen oder sogar Lebkuchen ohne Mehl mit. Bestens kamen auch die Lebkuchen-Cookies bei den jüngeren Zuschauern an. In der Oberpfalz sind auch die Kartoffellebkuchen ein Begriff. Die Formen sind heute so vielfältig wie die Rezepturen – nicht nur regionale Manufakturen hüten ihre eigenen, geheimen Gewürzmischungen, auch in den Familien werden die Rezepte von Generation zu Generation weitergereicht.
Für den Teig: 175 g gemahlene Haselnüsse, 175 g geschälte und gemahlene Mandeln, 250 g Marzipan-Rohmasse, 7 Eiweiß, 450 g Zucker, 140 g Puderzucker, 175 g Mehl, 1 Teelöffel Hirschhornsalz, 175 g fein gehacktes Orangeat, 50 g fein gehacktes Zitronat, 1 Teelöffel gemahlene Muskatblüte, 3 Teelöffel Zimt, 2 Teelöffel gemahlene Nelken, ein halber Teelöffel gemahlener Kardamom, abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone und 50 g Aprikosenkonfitüre. Außerdem etwa 45 Oblaten mit einem Durchmesser von 70 Millimeter, Backpapier, Zartbitterglasur und geröstete Mandelblättchen.
Zubereitung: Nüsse und Mandeln in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten. Das Marzipan in kleine Stücke schneiden, mit zwei Eiweiß glatt rühren und in einem Topf geben. Restliche Eiweiß, Nüsse, Mandeln, Zucker und Puderzucker hinzufügen und gründlich untermischen. Alles bei mittlerer Hitze unter Rühren erwärmen, bis sich am Topfboden eine weiße Schicht bildet. Vom Herd ziehen und etwa 30 Minuten abkühlen lassen. Anschließend Mehl mit Hirschhornsalz mischen, sieben und mit Orangeat, Zitronat, Muskatblüte, Zimt, Nelken, Kardamom, Zitronenschale sowie Aprikosenkonfitüre unter die Nussmasse rühren. Von der Masse mit einem angefeuchteten Löffel jeweils einen gehäuften Esslöffel auf die Oblaten setzen und mithilfe eines Messers kuppelförmig verstreichen. Das Messer immer wieder kurz in ein Wasser tauchen, damit der Teig nicht so klebt. Die Lebkuchen auf die mit Backpapier belegten Bleche legen und zirka 30 Minuten antrocknen lassen. Anschließend im vorgeheizten Backofen rund 18 bis 20 Minuten auf der mittleren Schiene bei 160 Grad Celsius backen. Nach dem Backen mit dem Backpapier auf ein Kuchengitter ziehen und auskühlen lassen. Die Kuvertüre auf einem warmen Wasserbad schmelzen und die Lebkuchen damit überziehen. Nach Belieben mit gerösteten Mandelblättchen bestreuen.













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