19.10.2026 - 14:10 Uhr

Brand passt Haushalt an: Gewerbesteuer sinkt, Investitionen verlagert

In Brand wirkt sich der Rückgang der Gewerbesteuer aus: Wegen geringerer Einnahmen und gleichzeitig erhöhter Ausgaben musste die Gemeinde Brand ihren Etat anpassen.

Aufgrund veränderter Einnahmen und Ausgaben muss der Gemeinderat Brand seinen Haushaltsplan für das aktuelle Jahr anpassen. In der vergangenen Sitzung verabschiedete das Gremium einen Nachtragshaushalt für 2026.

Besonders stark wirke sich der Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen aus, merkte Bürgermeister Bernhard Schindler an. Die erwarteten Einnahmen sinken von 750.000 Euro auf 540.000 Euro. Im Vorjahr lagen sie noch bei rund 2,94 Millionen Euro, so der Bürgermeister. Wegen der erheblich geringeren Gewerbesteuereinnahmen muss die Gemeinde ihren Haushalt abspecken.

Revitalisierung Freibad verschoben

Dazu würden insbesondere Ausgaben für die Revitalisierung des ehemaligen Freibadgeländes auf 2028 verschoben. Die für 2026 vorgesehenen Baukosten von 440.000 Euro und Zuschüsse von 300.000 Euro entfallen zunächst. Auch die Planungskosten werden von 50.000 Euro auf 25.000 Euro reduziert und für 2028 neu eingeplant.

Die Gemeinde Brand plant mit Mitteln der Städtebauförderung die Wiederbelegung des ehemaligen Freibadgeländes. Nachdem 2023 bereits ein erster Teilabbruch durchgeführt wurde, sollen nun im zweiten Bauabschnitt das ehemalige Schwimmbecken und die Wärmehalle vollständig zurück gebaut werden. Die geschätzten Gesamtkosten betragen 175.000 Euro, teilte der Bürgermeister mit. Ziel sei es, die nicht mehr genutzten baulichen Anlagen zu beseitigen, die Brachfläche aufzuwerten und eine zusammenhängende Freifläche für eine öffentliche Nutzung zu schaffen. Langfristig soll dort ein „Abenteuerdorf für Jung und Alt“ mit Spiel-, Sport- und Freizeitangeboten, Begegnungsbereichen sowie naturnahen Grünflächen entstehen. Gleichzeitig sollen die ökologische Aufwertung, die Entsiegelung von Flächen, Baumpflanzungen und die Verbesserung des Mikroklimas berücksichtigt werden. Der Rückbau ermöglicht eine Neuordnung des Geländes und trage zur Aufwertung des Ortskerns sowie zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität bei, ist sich Schindler sicher.

Fördermittel fallen weg

Trotz der weggefallenen Gewerbesteuereinnahmen müssten wichtige Maßnahmen, etwa im Kindergarten und beim Straßenbau, finanziert werden. Noch dazu werde etwa für den Kindergarten die staatliche Betriebskostenförderung um 30.000 Euro auf 242.000 Euro reduziert, klagte Schindler. Auch die Weiterleitung der Fördermittel an die Kindergärten sinke um 26.000 Euro auf 430.000 Euro. Für neue Möbel im Kinderhaus seien 75.000 Euro vorgesehen, erklärte der Bürgermeister. Die katholische Kirchenstiftung beteilige sich mit 15.000 Euro.

In Sachen Baumaßnahmen informierte er, dass für den Ausbau des Lohwegs in Bernlohe zusätzlich 22.000 Euro benötigt würden. Die Vernetzung der Rauchmelder im Mehrzwecksaal koste 12.000 Euro. Im Gegenzug würden die Ausgaben für die Erneuerung der Beleuchtung um 8000 Euro reduziert.

Synergieeffekte nutzen

Beim Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Gregnitzweg sollen während des Bauabschnitt I zwei weitere Streckenabschnitte gleichzeitig asphaltiert werden, nämlich die Teilstrecke zur Anbindung des Schellerbergs und die Teilstrecke in Richtung Grünlasmühle. Durch die gemeinsame Durchführung könnten Kosten und organisatorischer Aufwand reduziert werden, erklärt das Gemeindeoberhaupt. Mit dem Ausbau der beiden zusätzlichen Streckenabschnitte zusätzlich zum Gregnitzweg sollen Synergieeffekte genutzt und Kosten möglichst gering gehalten werden.

Für die Strecke Richtung Grünlasmühle bestehe grundsätzlich das Einverständnis der Unteren Naturschutzbehörde. Allerdings müsse noch eine naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme abgestimmt werden. Geschätzte Zusatzkosten: 44.000 Euro. Die erforderlichen Mittel sollen im Haushalt 2027 vorgesehen werden, berichtete Schindler. Kreditaufnahmen seien nicht vorgesehen, informierte er. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrage107,06 Euro.

Für das laufende Jahr wurde eine Kanalgebühr von 3,18 Euro pro Kubikmeter beschlossen. Das entspreche einer Erhöhung um 0,34 Euro gegenüber 2025. Eine Kostenüberdeckung von 24.279,38 Euro führe laut Bürgermeister dazu, dass die Gebühr stabil bei 3,18 Euro bleibe. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, mit einer Gegenstimme wurde für die Einführung der Heimat-Info-App votiert.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.