29.09.2021 - 13:25 Uhr
BrandOberpfalz

40. Fußwallfahrt nach Marienweiher

Im Laufe des 40 Kilometer langen Marsches hatte sich der Zug mehrmals vergrößert. Mit 85 Jahren lief Anna Fiedler (ganz links) die letzten 10 Kilometer über zwei Stunden mit und das keineswegs am Ende des Zuges. Mit der Teilnahme ihrer Tochter und Enkeltochter ist zugleich für Kontinuität bei der Wallfahrt gesorgt.
von Bertram NoldProfil

Es war noch relativ dunkel, als sich einige Wallfahrer aus Brand und umliegenden Pfarreien um 6 Uhr an der Kirche zum Abmarsch nach Marienweiher trafen. Auf einen späteren Termin als sonst üblich hatte man sich für die Wallfahrt geeinigt - dem geplanten Schaffest geschuldet, das dann wegen Corona doch nicht stattfinden durfte. Pünktlich fuhr Rudi Ernstberger mit dem Bus der Feuerwehr Fuhrmannsreuth vor, um das Gepäck einzuladen. Die Begleitung eines Bereitschaftsfahrzeugs sorgte bei den Pilgern für Sicherheit, sollte doch jemand ein Stück fahren wollen oder müssen. Wolfgang Moller hatte sich mit Sicherheitskleidung und Kelle ausgestattet, um für unfallfreies Überqueren der Straßen zu sorgen und die Autofahrer auf dem kurzen Stück Straße vor Gefrees auf die Wallfahrer hinweisen.

Es war die 40. Fußwallfahrt nach Marienweiher. Der ehemalige Pfarrer Richard Bauer hatte sie ins Leben gerufen und viele Teilnehmer und Mitbeter gefunden. 70 Teilnehmer sollen es damals gewesen sein. Ein großes, auch schweres Vortragekreuz hatte der Geistliche eigens dafür angeschafft, das den Pilgerzug anführte. Abwechslung beim Tragen war dringend nötig, nach maximal zwei Stunden wurde gewechselt. Neue Träger zu finden, war nie ein Problem. Doch die Fußwallfahrer sind älter geworden und die Teilnehmerzahl ist geschrumpft. Das Kreuz musste durch ein leichteres ersetzt werden und das lästige Megafon wurde von modernen Headsets abgelöst.

Die erste Etappe führte bis Oberölbühl. Dort spendete Pater Joy den Wallfahrersegen. Dann ging es ohne Pause bis zum Seehausparkplatz, wo weitere Teilnehmer dazukamen, die bis hierher mit dem Auto gefahren waren. „40 Jahre – 40 Teilnehmer“ hatte der Aufruf auf den Plakaten gelautet. Dieses Ziel war hier noch nicht erreicht. Corona, gefährdeter Weltfrieden, Klimakatastrophe und natürlich auch die persönlichen Anliegen waren Inhalt der gebeteten Texte, zusammengefasst unter der Feststellung: „Wir haben die Welt nicht mehr im Griff. Wir Christen vertrauen auf das Gebet.“ Auch die traditionellen Rosenkränze und das Wallfahrer-Heftchen, das Richard Bauer vor 40 Jahren drucken ließ, waren Teil der Gebete. Manche Wallfahrer behaupten, dass man ohne Gebete die Strapazen gar nicht ertragen könnte. Man würde sich zu sehr der Anstrengungen bewusst und mürbe werden.

Gefrees war schon zum Greifen nahe, als ein Hindernis zu überwinden war: Über mehr als 100 Meter waren dicke Bäume eingeschlagen worden und armdicke Äste überdeckten meterhoch den Weg. Für viele war die Überwindung dieses Teils der Strecke eine Qual. Doch mit vereinten Kräften gelang auch das. Den „Engel des Herrn“ singend durchliefen die Teilnehmer zum Mittagläuten Gefrees.

Dort sieht man schon von Weitem das Ziel: das Sportheim in Streitau, wo für die Wallfahrer ein kleines Essen zur Stärkung vorbereitet war. Noch einige Brander kamen hier dazu, die Zahl 40 war nun fast erreicht. Der verlängerte Pilgerzug setzte sich nach der Pause in Bewegung, um die letzte Etappe von zehn Kilometern in etwa zwei Stunden zu bewältigen. Es ist eine fordernde Etappe, denn drei große Berge liegen noch vor dem Ziel. Mit der ersten Strophe des Fichtelgebirgs-Liedes wurde der erste Berg angepackt. Der Turm der Basilika tauchte bald in der Ferne auf. Ein Pater empfing mit einem Ministranten die Brander Wallfahrer. Die angestrebte Teilnehmerzahl 40 war dort locker erreicht - es waren sogar wesentlich mehr.

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