09.07.2018 - 14:25 Uhr
BrandOberpfalz

Drei Chöre in Harmonie

Einen überaus gut gelungenen Abend gestalteten die drei Brander Chöre zusammen mit Regionalkantor Stephan Merkes am Klavier. Er hatte als Gast Nina Fuchs aus Wunsiedel mitgebracht.

Gemeinsames Schlusslied
von Gisela KuhbandnerProfil

(ld) Der Mehrzwecksaal in Brand war voll besetzt; die drei Brander Chöre hatten zum Konzert geladen. Eine Besucherin aus München hatte davon erfahren und hat eigens wegen dieses Abends ihre geplante Rückreise um einen Tag verschoben. Was macht nun den Charme eines solchen Konzerts aus, der zu einer solchen Entscheidung führt? Die Frage beantwortete eine andere Besucherin. „Alles ist sehr authentisch, und so fühlt man sich wohl!“

Echtheit überzeugt also; und das in vielen Bereichen eines solchen Konzerts. Jeder gibt sein Bestes, der Rahmen muss locker und beschwingt bleiben. Was künstlich ist, bleibt draußen. Gesungen wird aus Freude an der Musik und am Gesang und das muss der Besucher spüren. Dazu gehört auch die angenehme Atmosphäre des Saales, das Gläschen Sekt schon vor Beginn und mit auf den Platz genommen; auch die Tatsache, dass man sich kennt und einen solchen Abend als Gemeinschaft musikbegeisterter Menschen erleben kann. Zu diesem „Wohlfühl-Rahmen“ trug auch die Liedauswahl bei, geprägt vom Bekanntsheitsgrad der Vorträge und vor allem der Vielfalt. „Eine gute Mischung! Einfach schei!“, sagte jemand.

Für einen reizvollen Auftakt sorgte der MGV `Max Reger` mit einer auf eine Silbe gesungenen „Intrada“ eines anonymen Komponisten, gab so den lockeren Stil des Abends vor, gelangte über ein Lied aus Mozarts Zauberflöte zum ersten gemeinsamen Vortrag mit „Inshallah“. Zwar ein bisschen „frauenfeindlich“, nicht weniger lustig und fröhlich, machten die 15 Sängerinnen den Spaß „Mädel, kämm dich, putz dich“ gerne mit. Dem Publikum gefiel es. Dann scharte Stephan Merkes „seine Inshallah-Mädels“ um sich, schaffte am Flügel eine einfühlsame und rhythmisch tragende Grundlage für das bekannte Lied von Gordon Lightfoot „If you could read my mind, love“.

„Wie gut, dass es Stephan Merkes gibt!“ formulierte MGV-Leiter Bertram Nold danach und betonte noch einmal den Hinweis von Bürgermeister Ludwig König, der in seiner Begrüßung die Mitwirkung des Regionalkantors als „tragende musikalische Basis“ des Abends beschrieben hatte. Diesem Anspruch wurde der Pianist auf vielfältige Weise gerecht, begleitete einige Chorsätze, stets führend, nie übertönend und vor allem die musikalische Botschaft unterstreichend. Diese Eigenschaften waren vor allem bei den Beiträgen von Nina Fuchs aus Wunsiedel gefordert, die Stephan Merkes als Gast mitgebracht. Seit „reger Abend“ ist Nina Fuchs in Brand keine Unbekannte mehr, wird hier nicht nur wegen ihres wunderbar hellen Soprans geschätzt.

Dem Publikum gefällt die Art ihrer Interpretation: ausdrucksstark, gestisch verstärkt, wobei adäquate Kleidung das Tüpfelchen auf dem „i“ bildet. „Ein kleiner Akkord“ von Peter Igelhoff und „In mir klingt ein Lied“ nach Frederic Chopin waren ihre ersten Beiträge. Die Chorleiter kündigten stets die Beiträge selbst an. Bertram Nold kokettierte etwas mit dem Alter seiner Sänger und Andrea Krauß ging sachlich auf die einzelnen Programmpunkte ein. Sehr schön und überzeugend vorgetragen Hubert von Goiserns Ballade „Weit, weit weg“, und Variationen zu „Die launige Forelle“ gelangen dem Gemischten Chor prächtig, auch durch deutliche und engagierte Zeichengebung der Chorleiterin. Nach „Vor meinem Vaterhaus“ von Nina Fuchs war Pause angesagt, dann standen wieder MGV und Inshallah gemeinsam auf der Bühne, präsentierten zwei klavieruntermalte Wanderlieder.

Die sichtbare Freude am Singen und das engagierte Singen hätten die Zuhörer überzeugt, war dazu zu hören. Der MGV blieb auf der Bühne, versuchte die intensiv empfundene Heimatliebe in „Island in the sun“ herauszuarbeiten und erfreute mit einem fröhlich und frisch gesungenen „Veronika, der Lenz ist da“. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh`n“ trug Nina Fuchs sehr emotional und dynamisch differenziert vor und nachdem Andrea Krauß mit ihrem Chor die melancholische Stimmung des norwegischen Liedes „Vem kan segla förtan vind?“ zum Schwerpunkt gemacht hatte, stand der anspruchsvolle Rutter-Satz „Alle Dinge dieser Welt“ auf dem Programm, eine Aufgabe, die harmonisch und rhythmisch den Chor forderte. Gut gelungen!

Eigens für diesen Abend hatte Stephan Merkes einen Chorsatz zu Deutschlands bekanntestem Volkslied geschrieben, „Der Mond ist aufgegangen“, vom Komponisten mit reichlichen und vor allem reizvollen Verzierungen am Klavier versehen, wurde nach oft breiteren Modulationen in andere Tonarten strophenweise von den einzelnen Chören gesungen, um bei der letzten Strophe auch die Zuhörer mit einzubinden. Das Angebot einer Zugabe von Nina Fuchs nahm das Publikum gerne an und so endete das Konzert mit dem Lied „Nach jedem Abschied gibt`s ein Wiedersehen“ und dem Dank des Bürgermeisters für einen überaus gelungenen Chorabend.

Gemeinsames Schlusslied nach einem Satz von Stephan Merkes zusammen mit dem Publikum.

ZUsammen mit Inshallah sang der Männerchor fröhliche Lieder

Zum Liedvortrag scharte Stephan Merkes seine Inshallah um das Klavier

Nach dem Schlusslied gab Nina Fuchs eine Zugabe: "Nach jedem Abschied gibt`s ein Wiederseh`n". Im Hintergrund der Gemischte Chor Brand. Er sang unter der Leitung von Andrea Krauß.

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