15.10.2018 - 18:10 Uhr
BrandOberpfalz

Ein echter Schatz: Gebetbüchlein der Konnersreuther Resl aufgetaucht

Eine ehemalige Ebnatherin hat das Gebetbuch verwahrt, das ihr die Konnersreuther Resl einst geschenkt hatte. Die Geschichte beginnt vor vielen Jahrzehnten.

„Theresien-Röslein“ ist der Titel des Gebetbüchleins aus dem Jahr 1927
von Bertram NoldProfil

1939 war Therese Neumann, die Konnersreuther Resl, zu Gast in Ebnath. Sie hielt sich in der "Herrenmühle" auf, die das Geburtshaus von Anna Bauer war. Anna Bauer verbrachte in dem Haus am Ortsausgang nach Neusorg ihre Kindheit. Auch der Ebnather Pfarrer Josef Söllner, der mit der Resl gut bekannt war und lange in der Herrenmühle wohnte, steht mit dem Besuch in Verbindung. Es sei ein spontanes Treffen in Ebnath gewesen, erzählte Anna Bauer zu Lebzeiten. Nach ihrer Heirat mit Egid Bauer wohnte sie in Brand; hier kannte man sie als "Herrnmühl-Anna".

Niemand sollte von dem Besuch erfahren, um Aufsehen zu vermeiden. Irgendwie aber muss es doch durchgedrungen sein, denn plötzlich war der Hof voll Leute. "Die Resl ist in der Herrenmühle hieß es plötzlich im ganzen Ort und jeder, der davon erfahren hatte, begab sich dorthin, um die Resl zu sehen. Als der hohe Besuch nach zwei Stunden wieder aufbrach, sollte kein großes Aufsehen gemacht werden. Die Resl stieg schnell ins Auto, nachdem sie das Haus verlassen hatte und es fuhr sofort los.

Zwei Geschenke hatte die Resl Anna und ihrer Schwester Maria hinterlassen. Sie selbst bekam ein blechernes Vöglein, das pickend auf dem Tisch herumlief, nachdem man es aufgezogen hatte. Ihrer Schwester schenkte sie ein Gebetbüchlein, in Leder gebunden, mit Widmung. Das Vöglein sei ihr abhandengekommen, bedauerte Anna Bauer stets. Das Büchlein gibt es noch. Ihre Schwester hat es ihrer Tochter geschenkt, die nun erfahren hat, dass es im letzten Band der Reihe "Heimat Landkreis Tirschenreuth" einen Bericht über den Pfarrer Söllner gab, in dem auch der Besuch der Resl in Ebnath beschrieben ist. Sieglinde Pohl wohnt mit ihrem Mann in Obersassbach im Schwarzwald und hat noch eine Ferienwohnung in Ebnath. Immer wenn sich das Ehepaar hier aufhält, besuchen sie auch Else Erhardt in Brand; mit ihr sind sie seit der Jugend befreundet. Auf diese Weise gelangte das Gebetbüchlein nun nach Brand, wo es sicher verwahrt wird. Gerne überlässt Frau Pohl das Büchlein der Pfarrei, wenn Interesse besteht.

Die Widmung in dem Gebetbüchlein der Schwester lautet: „Hl. Theresia hilf, daß wir den lb. Heiland immer recht gern haben und Freude machen. Beten wir füreinander! Theres Neumann“

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