17.09.2019 - 11:08 Uhr
BrandOberpfalz

Ein einziges großes Friedensgebet

Traumwetter bei der 38. Fußwallfahrt der Pfarrei Herz-Jesu Brand. Auch einige neue neue Gesichter schließen sich der frommen Truppe an.

Noch drei große Berge sind zu bewältigen, wenn die Wallfahrer hier angekommen sind. Die Gebetspause wird genützt, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die gute Laune leidet unter der Anstrengung nicht.
von Bertram NoldProfil

Die beste Zeit zum Wandern ist der Herbst. So ergibt es sich, dass auch Wallfahrten in die Zeit verlegt werden, in die Temperaturen meist gemäßigt sind und sich die Natur von ihrer schönsten und farbigsten Seite zeigt. Zum 38. Mal lud die Pfarrei Herz Jesu Brand zur Fußwallfahrt nach Marienweiher ein, dieses Mal unter dem Schwerpunkt „Gebet um den Frieden in der Welt“. Da sich einige neue Teilnehmer eingefunden hatten, sammelten sich noch bei Dunkelheit eine Gruppe von zehn Gläubigen an der Kirche. Die Headsets wurden noch überprüft und aktiviert, Rudi Ernstberger fuhr mit dem Bus der Fuhrmannsreuther Feuerwehr vor, um Gepäck und andere notwendige Gegenstände aufzunehmen. Das Problem, genügend Kreuzträger zu finden, besteht nicht mehr, nachdem im vorigen Jahr ein neues, leichtes Kreuz angeschafft wurde. Pünktlich zum Gebetläuten begaben sich die Wallfahrer auf die 42 Kilometer lange Strecke. In Oberölbühl schloss sich noch eine Gruppe an, nach dem Pater Joy den Wallfahrersegen erteilt hatte. Es war bereits hell, als der Wald erreicht ist, sodass auf Stirnlampen und andere Hilfen verzichtet werden konnte. Gebetet wird stets in allen Anliegen; auch für die Familien, für die Schöpfung, für die Menschen, die sich von Kirche und Glaube entfernt haben und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Längere Phasen gelten den verschiedenen Rosenkränzen, denen immer wieder aufmunternde und froh machende Text folgen, die die positiven Seiten des Lebens zum Inhalt haben. Auch der Humor fehlt nicht und vereinzelt eingeplante Gebetspausen werden dazu genützt, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise wird der anstrengende Wallfahrer-Tag auch zu einem Erlebnis in schöner und guter Gemeinschaft. Noch einmal warteten Teilnehmer am Seehausparkplatz, um die 30 Kilometer bis zum Ziel mitzulaufen und mitzubeten. Ein Schluck Wasser, Anpassung der Kleidung und dann wurde schon weitergelaufen. Litaneien wurden gebetet, Dankgebete für das wunderbare Wetter an diesem Tag und Lieder wurden gesungen aus dem Büchlein, das der ehemalige Brander Pfarrer Richard Bauer erstellt hat, als er die längst zur guten und schönen Tradition gewordene Wallfahrt ins Leben gerufen hat. Erste Rast dann gegen 10 Uhr und stets dort, wo Baumstämme Sitzgelegenheit für ein paar Minuten Rast bieten. Rudi Ernstberger hat im Bus auch immer Bänke dabei, die gerne in Anspruch genommen werden. Bald war dann Gefrees erreicht. Ein Einsatzfahrzeug der Polizei war vor Ort, um die Gruppe der Wallfahrer, die inzwischen auf 26 angewachsen war, auf der vielbefahrenen Straße zu begleiten, was dankbar angenommen wurde. Auch wenn nach ein paar Minuten Pause am Ortsausgang von Gefrees das Ziel fast schon greifbar ist, ist noch eine Stunde zu laufen. Über zu viele Gebete beklagt sich niemand; eher gilt die Meinung, dass das fast pausenlose Beten – Unterbrechungen gibt es immer, wenn es aufwärts geht – die notwendige Ablenkung von den körperlichen Anstrengungen bietet und diese erträglich macht.

Herzlicher Empfang am Sportheim in Streitau. Warmer Leberkäse und Semmeln waren vorbereitet, eigentlich aber ist dort immer Flüssigkeit wichtiger.

„Wer glaubt ist nie allein“ wird immer zum Aufbruch zur letzten Etappe gesungen und noch einmal hatte sich die Wallfahrer-Gruppe vergrößert. „Niemand muss die gesamte Strecke laufen“ hatte es in der Einladung geheißen. Wichtig sei die Teilnahme! Drei große Berge waren noch zu bewältigen, dann war auch schon bald der Turm der Basilika von Marienweiher sichtbar. Mit Glückengeläut wurden die Brander empfangen und vom Wallfahrtsgeistlichen nach einer herzlichen Begrüßung in die Kirche geleitet. Hier warteten bereits einige Brand, die mit dem Bus gekommen waren. Der ehemalige Pfarrer von Neusorg, Hans Riedl, war in Vertretung von Pater Joy nach Marienweiher gefahren, um mit den Gläubigen den Wallfahrer-Gottesdienst zu feiern, wofür ihm Pilgerführer Ludwig König herzlich dankte. Sein Dank galt auch allen, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen hatten.

Mit kräftigem Applaus begleitete wurde der Hinweis, dass Franz Preis, mit 80 Jahren der älteste Teilnehmer, und Gisela Reger mit 78 Jahren, alle Wallfahrten bislang mitgelaufen waren und immer die gesamte Strecke. Jüngste Teilnehmerin mit neun Jahren war Lena Schmidt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.