29.11.2019 - 18:54 Uhr
BrandOberpfalz

Wie Europaabgeordnete wohnen

Eine Wohnungssuche ist meistens stressig. Besonders, wenn man Europa-Abgeordneter ist und eine feste Bleibe in Brüssel sucht. Davon berichtet Christian Doleschal (CSU) aus Brand (Kreis Tirschenreuth) in unserer Serie "Politik und Pommes".

Die bayerische Vertretung in Brüssel. Hier kann der Oberpfälzer EU-Abgeordnete Christian Doleschal nicht wohnen - er hat sich eine andere Bleibe gesucht und berichtet von seiner Wohnungssuche.
von Externer BeitragProfil

"Wie die Zeit vergeht. Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende. Und es war für mich ein alles veränderndes und auch perfektes Jahr. Bis vor einem halben Jahr führten meine Frau Carina und ich ein weitgehend normales Leben. Mit der Europawahl hat sich unser Leben stark verändert. Eine spannende Zeit ist damit für uns angebrochen und es mussten gleich zu Beginn viele Entscheidungen getroffen werden. Unter anderem, ob ich mir eine eigene Wohnung in Brüssel nehme oder jede Woche im Hotel schlafe. 

Einige der Kollegen "wohnen" tatsächlich im Hotel. Nachdem ich das ein paar Mal ausprobiert hatte, war schnell klar, dass das nichts für mich ist. Die Zeit, die man in den eigenen vier Wänden verbringt, ist zwar sehr begrenzt, aber der Wohlfühlfaktor ist doch höher.

Die Wohnung, die ich dann gefunden haben, ist ein echter Glücksfall. Sie liegt unmittelbar neben dem Parlament und ist möbliert, sodass der Einrichtungsmarathon ausgefallen ist. Auch jetzt im Rückblick kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Man kommt nicht nur besser mal zur Ruhe, sondern muss auch nicht jede Woche alles hin und her schleppen. Und - im Kühlschrank steht auch ein gutes Oberpfälzer Bier.

 Dennoch bekommt man vom "normalen" Leben in Brüssel kaum etwas mit. In der Früh geht's ins Büro, dann folgt Termin auf Termin: Ausschusssitzung, Fraktionssitzung, Abstimmungstreffen mit dem Koordinator, Fachgespräch und, und, und. Am Abend treffe ich mich dann ab und zu mit Kollegen oder falle direkt ins Bett.

Da war es eine schöne Abwechslung, als mich neulich meine erste Besuchergruppe aus der Oberpfalz in Brüssel besucht hat. Über 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Oberpfalz sind mitgekommen und haben sich das Parlament, die Bayerische Vertretung und die Stadt angeschaut. Und selbstverständlich die berühmten belgischen Pommes gegessen. An einem Abend kam auch mein Kollege Manfred Weber dazu und hat mitdiskutiert. Schon vorher hat er mir gesagt, dass die erste Besuchergruppe etwas ganz Besonderes ist. Und so ist es. Es hat enorm viel Spaß gemacht und dank der Oberpfälzer Herzlichkeit habe ich mich beinahe wie daheim gefühlt."

Info:

Bayerische Vertretung

"Europapolitik ist Innenpolitik: Mehr als 50 Prozent der deutschen Innenpolitik werden durch europäisches Recht bestimmt", heißt es auf der Internetseite der Bayerischen Vertretung in Brüssel. Die 37 Mitarbeiter unterstützen Staatsminister Florian Herrmann bei seinen Aufgaben. Sie informieren unter anderem die Staatsregierung über Vorhaben der EU und versuchen, Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen. (esa)

Christian Doleschal (vorne stehend, Vierter von rechts) begrüßt seine erste Besuchergruppe in Brüssel. Mit dabei ist auch Manfred Weber (vorne stehend, Dritter von links).
Info:

"Politik & Pommes"

In der Serie "Politik & Pommes" berichten abwechseln die beiden Oberpfälzer Abgeordneten Ismail Ertug (SPD) und Christian Doleschal (CSU) von ihrer Arbeit im Europa-Parlament in Brüssel und Straßburg. Sie gewähren aber auch einen persönlichen Einblick hinter die Kulissen.

Alle Teile der Serie "Politik und Pommes"

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