02.04.2020 - 14:33 Uhr
BrandOberpfalz

Firma Schreyer bringt das Schlachthaus "zum Schweben"

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Die Sanierung des Schlachthauses ist nun in der Endphase angekommen. Als Architekt Peter Haimerl vor einigen Jahren die Idee der Art der Sanierung geboren hat, konnte sich keiner so recht vorstellen, wie das einmal vor sich gehen soll.

von Bertram NoldProfil

Der Untergrund, auf dem es steht, ist sehr weich, weil früher dort einmal ein Weiher war. Das Haus auf Pfähle zu stellen, war Haimerls Lösung. So entstand auch der Name des Gebäudes "Schwebendes Schlachthaus".

Die Zustimmung im Gemeinderat kam damals verhalten und die Gemeinderäte hatten wohl zwei Argumente, die sie öffentlich gar nicht aussprachen: Mit Peter Haimerl hatte Brand einen renommierten Architekten unter Vertrag, der sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen gemacht hatte. Das war ein großer Vertrauensvorschuss und dieser prominente Architekt würde ganz sicher nichts tun, was seinen guten Namen gefährdet.

Haimerl selbst leistete auch seinen Beitrag: "I denk immer a bissl anders als andere und kann vieles gar nicht so richtig erklären. Ihr müsst ma halt einfach glauben!" Das taten die Gemeinderäte und mit ihnen viele Brander. Gegner gibt es auch heute noch.

Heute steht die Gemeinde Brand einige Wochen vor der Vollendung des Schlachthauses, das einmal zu einem Begegnungszentrum werden und die Dorfgemeinschaft neu beleben soll. Jetzt, in der Endphase, würde sich fast ein stündlicher Besuch lohnen, um den Baufortschritt mitzuerleben. Die gültigen Ausgangsbeschränkungen machen einem solchen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

Meter für Meter arbeiten sich Bauleute mit ihren Geräten vor. Dabei konnte eigentlich niemand genau wissen, wie die Pfähle sich optisch darstellen, wenn sie erst einmal freigelegt sind. An der nordöstlichen Ecke wurde begonnen, das Erdreich zu beseitigen und erste Pfähle freizulegen. Bald schon fuhr ein Minibagger unters Gebäude, um sich weiter vorzuarbeiten. Es dauerte nur wenige Stunden, bis die nördliche Seite frei gebaggert war und man einen Eindruck hatte, wie das fertige Haus einmal aussehen wird. Am Ende der Arbeitswoche konnte man dann schon unter dem Haus durchschauen, der jüngere Teil des Hauses war geschafft. Mit dem älteren Teil, dem Ziegelbau, werden die Arbeiten fortgesetzt, wobei die Grube nicht bis zur Straße reichen wird. Sie wird etwa zwei Meter neben dem Gehsteig beginnen. Damit ist sichergestellt, dass die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen unter dem Haus nicht beschädigt werden. Ob die Pfähle so bleiben oder ein anderes Aussehen erhalten, ist noch nicht entschieden; ebenso ist noch zu klären, was mit dem unteren Rand des Hauses, der ziemlich unregelmäßig und grob ist, geschehen soll.

Im Moment hemmt die Coronakrise vieles und zögert auch die Fertigstellung hinaus. Die beiden Architektinnen Judith Kinzl und Anna Firak dürfen aus Österreich nicht ausreisen, um sich über den Stand der Arbeiten zu informieren. Fotos sind zwar ein Behelf, sich einen Eindruck zu verschaffen, doch Entscheidungen können nur am Ort getroffen werden.

Die zweite Toilette muss noch angebaut werden, die Nordseite des Hauses wird noch verputzt. Dann fehlt noch die Brücke über die Grube, über die man aus der Tür an der Westseite ins Freie gelangt. Ausgeschrieben ist sie bereits. Die Größe der Grube sei eine gestalterische Angelegenheit, erklärt Anna Firak. Damit das Haus seinem Namen als "Schwebendes Schlachthaus" gerecht wird, müsse sie so groß sein; nur mit genügend Abstand und Sicht auf die Bohrpfähle könne man diesen Eindruck gewinnen.

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