22.11.2019 - 10:54 Uhr
BrandOberpfalz

Herberge für eine Nacht gesucht

Das sogenannte "Frauentragen im Advent" wird in vielen Pfarreien wieder neu belebt - auch in Brand.

Beim sogenannten "Frauentragen im Advent" wird die Figur einer schwangeren Madonna weitergegeben und verbleibt einen Tag in der "neuen Herberge". Die Übergabe kann so gestaltet werden, dass zwischen Überbringer und Empfänger interessante Gespräche entstehen.
von Bertram NoldProfil

In vielen Pfarreien wird im Advent zum sogenannten "Frauentragen" eingeladen. Dabei handelt es sich um einen sehr alten katholischen Brauch der Marienverehrung, der vor allem aus dem alpenländischen, aber auch aus dem östlichen Raum stammt.

Die vorweihnachtliche Zeit steht im Zeichen des Weges, des Aufbruchs und des Wanderns: Maria und Josef sind unterwegs nach Bethlehem, die Hirten suchen das Kind. Gott und Mensch sind unterwegs zueinander. Die vorweihnachtliche Zeit steht seit jeher im Zeichen dieses Weges, des Aufbruchs und des Wanderns.

Von Familie zu Familie

Zuerst ist Maria unterwegs auf dem beschwerlichen Weg zu ihrer Cousine Elisabeth, um ihr von ihrer Schwangerschaft zu berichten. Später macht sie sich mit ihrem Verlobten Josef auf nach Bethlehem. Kurz darauf ziehen die Hirten los und suchen das Kind. Der Brauch des Frauentragens verdeutlicht auf anschauliche Weise dieses Bild.

In der Zeit zwischen dem 1. Advent und dem Heiligen Abend wird eine Figur der schwangeren Maria durch die Pfarrgemeinden getragen. Sie wird von Familie zu Familie weitergegeben, macht aber auch Halt in Kindergärten, Schulen, Gottesdiensten oder auch bei dem, der ihr für eine Nacht Herberge geben möchte. Möglichkeiten, die schwangere Maria für einige Zeit in der Familie zu beherbergen und sich durch sie auf die Gedanken der Adventszeit einzustimmen, gibt es viele. Wie die Übergabe gestaltet wird, ist jedem überlassen, Vorschläge sind der Marienfigur beigefügt. Es kann ein kurzes Gebet gesprochen, die Andacht nach der Vorlage kann gemeinsam gebetet werden, um danach vielleicht noch bei einem Glas Glühwein zusammenzusitzen.

Nachbarn und Freunde einzuladen, ist ebenso möglich, wie allein lebende Gläubige für diesen Abend zu einem gemeinsamen Gebet zu sich zu bitten. Die Dorfgemeinschaft kann davon profitieren.

Erhebung zu Pfarrei

Die Marienfigur verbleibt in jeder Familie einen Tag. Am Abend wird sie von der Gastfamilie zur nächsten Familie gebracht. Wenn nicht für jeden Tag eine neue Herberge gefunden wird, bleibt sie auch länger in einer Familie. Vor der Übergabe anzurufen, damit diese auch geordnet ablaufen kann, ist durchaus hilfreich. Gerade in so schwierigen Zeiten, wie sie die Welt derzeit erlebt, ist hat das Frauentragen in vielen Pfarreien einen neuen Stellenwert erhalten.

Pfarrer Edmund Prechtl hat das Frauentragen in Brand wieder eingeführt. Seitdem wird alle Jahre dazu aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Die Liste liegt in der Brander Kirche bereits auf. Offizieller Beginn des Frauentragens wird am Vorabend des 1. Adventsonntags sein, wenn in einem feierlichen Gottesdienst um 16.30 Uhr auch an den 50. Jahrestag der Erhebung zur selbstständigen Pfarrei erinnert wird.

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