30.10.2019 - 12:31 Uhr
BrandOberpfalz

Ein Hoch auf die Ministranten

Aus 12 Pfarreien strömten 120 Ministranten in die Pfarrei Herz Jesu nach Brand. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst erlebten sie einen abwechslungsreichen Tag. Dazu gehörten Lieder-Gurgeln und ein Weihrauch-Test.

120 Ministrantinnen und Ministranten feierten gemeinsam Gottesdienst.
von Bertram NoldProfil

"Ein Hoch auf uns!" Dieser Ruf galt diesmal nicht dem Fußball, sondern den Ministranten der Dekanate Wunsiedel und Kemnath. Auf Wunsch der Brander "Minis" fand das Treffen 2019 in ihrer Pfarrei statt. Hier sorgte Organisationstalent Eva Glowka mit ihrem Team dafür, dass die Messdiener der umliegenden Pfarreien einen sehr unterhaltsamen Tag erlebten. Keine Sekunde Langeweile, gut verköstigt mit Hilfe des Pfarrgemeinderats und vieler Eltern, Basteln und Spiele an zehn Stationen: Das bleibt in guter Erinnerung.

Zuerst wurde Gottesdienst gefeiert. Lange sah man immer wieder Autos ankommen, deren Fahrer den Kofferraum öffneten, aus dem heraus sich die Minis in festliche Gewänder hüllten. Pfarrer Martin Besold hatte das auf seine Weise im Griff und trug die Gewänder in einer Wanne vor seinen Ministranten her zum Umziehen im Saal. Die Farben rot und weiß bestimmten bald das Bild. Als die Glocken den Gottesdienst ankündigten, hatten sich 120 Messdiener auf dem Schulhof aufgestellt und zogen in die Kirche ein. Die "Spirits" aus Nagel empfingen sie mit flotten Rhythmen.

Pater Joy ging in seiner Begrüßung auf die Bedeutung des Ministrantendienstes ein und dankte allen für die Vorbereitung des Tages. Den Gottesdienst zum Thema "Wir sind Gottes Melodie" hatte Hilmar Zaus mit dem Team Familiengottesdienst geplant und darin auch den Inhalt symbolisch dargestellt. Mit entsprechenden Texten zum Bußakt und als Predigtspiel der Ministrantinnen entstand Note für Note eine Liedzeile, um mit einem Gebet abzuschließen. Das brachte zum Ausdruck, dass jeder Mensch an seinem Ort unverzichtbar ist, da sonst "die Melodie" fehlerhaft ist; dass die Menschen aufeinander angewiesen sind und so in der Gemeinde "Gottes Melodie" zum Klingen bringen.

Noch vor den Fürbitten lud Martin Besold als Hauptzelebrant ein, die angesprochenen Anliegen gemeinsam mit einem "Ein Hoch auf uns!" kräftig zu besingen. Dazu übernahmen die "Spirits" und die Geschwister Glowka die instrumentale Begleitung: "Ein Hoch auf uns wenn wir das leben, was Gott uns sagt und uns auch zeigt."

Im Mehrzwecksaal ging es dann an das von Eltern und Pfarrgemeinderäten vorbereitete Essen. Danach wurde das Thema um Gottes Melodie wieder aktiviert und kreativ in Symbolik umgesetzt. Eine Fülle an Materialien stand bereit, um vorgefertigte Notenschlüssel zu gestalten. Eltern und ältere Ministranten halfen gerne, um an zehn Stationen in Gruppen Aufgaben zu erledigen, für die in einen Laufzettel Punkte einzutragen waren: Einen Schluck Wasser nehmen und "ein Lied gurgeln", das erkannt werden musste, Sackhüpfen und Dosenwerfen gehörten dazu.

Die Oberministrantin hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen: Wortstreifen sortieren und dabei zu wissen, welches Lied zu welchem Teil der Messe gehört. Die runde Brille Max Regers auf einem Puzzle-Teil war eine Hilfe, die richtige Stelle auf seinem Porträt zu finden. Er war neben Mozart und Wagner auch einer der Komponisten, denen bestimmte Begriffe zugeordnet werden mussten.

"Du riechst mit verbundenen Augen an einem Glas Weihrauchkörnern. Dann gebe ich dir ein anderes Glas und du sagst mir, ob es der gleiche oder eine andere Sorte ist!" Diese Aufgabe war schwer, auch wenn die verbundenen Augen den Geruchssinn schärfen. Melodien bekannter Fernseh-Serien mussten erraten werden, einen Staffel-Lauf galt es zurückzulegen und schließlich waren die Gruppen am Ziel. An der zehnten Station gab es keine Punkte mehr, sondern einen Stempel für aktive Beteiligung. "Ein Hoch auf uns!" als Motto-Tanz mit eingeblendetem Text bildete den krönenden Abschluss eines ideenreichen Stationen-Laufs, der den Minis viel Freude bereitet hatte.

Das Auswerten dauerte nicht lang, dann standen die Sieger fest: Mit 122,5 Punkten gewannen die Ebnather Ministranten. Sie dürfen gemeinsam zum Essen gehen, gesponsert von den Jugendstellen. Mit 111 Punkten folgten die Minis aus Pullenreuth, für die es Kino-Gutscheine gab. Auf Platz 3 landete Erbendorf II mit 106 Punkten und einem Gutschein für Bücher. Die Gastgeber belegten den sechsten Platz. Beim abschließenden Motto-Tanz wurde noch einmal kräftig mitgesungen: "Ein Hoch auf uns!"

Ein feierlicher Zug bewegte sich zum Läuten der Glocken vom Mehrzwecksaal zur Kirche.
120 Ministranten aus 12 Pfarreien waren zum Ministrantentreffen nach Brand gekommen und stellten sich am Ende zu einem Gruppenfoto auf.
Pater Joy begrüßte die Messdiener und beschrieb die Bedeutung des Dienstes am Altar. Er feierte gemeinsam Gottesdienst mit Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf und Kaplan Maximilian Moosbauer aus Wunsiedel.
Premiere in Brand: Die Geschwister Sarah, Lilli und Eva Glowka begleiten gemeinsam das Motto-Lied "Ein Hoch auf uns!"
Aus dem Kofferraum heraus hüllten sich die anreisenden MInis in festliche Kleidung.
Mit kunstvoll gestalteten Notenschlüsseln wurde das Motto "Melodie Gottes" beim Basteln nach dem MIttagessen vertieft. "
Letzte Anweisungen durch Oberministrantin Eva Glowka vor dem Abmarsch
Kennst du das Lied, das ich gurgle? Es gibt Punkte dafür.
Hat Max Reger eine Oper geschrieben? Die Ministranten wissen es jetzt. Sein Konterfei entstand als Puzzle.
Die gleiche Sorte Weihrauch oder eine andere? Schwer zu entscheiden, noch dazu mit verbundenen Augen.
Die Sieger: Die Ministranten aus Ebnath mit Betreuerin und Betreuer.
Gemeinsamer Schlussakt: Zum Motto-Tanz "Ein Hoch auf uns" wird kräftig gesungen.
Oberministrantin Eva Glowka glänzte als Organisatorin und griff auch mal zum Mikrofon.
Hintergrund:

"Ein Hoch auf Eva!"

Ohne die Oberministrantin Eva Glowka wäre der Tag nicht möglich gewesen, meinte Pater Joy in seinen Dankesworten am Ende des Gottesdienstes, begleitet von heftigem Applaus. Ihre Idee war es, nach einer Zeit mit vielen Projekten das Ministrantentreffen nach Brand zu holen. An der 72-Stunden-Aktion hatten sich die Messdiener beteiligt und dabei einen eigenen Raum im Pfarrheim gestaltet, wo nun öfter Aktionen möglich sind. Da fügte sich das Ministrantentreffen passgenau ein. Die Mitarbeiterinnen der Jugendstellen in Marktredwitz und Tirschenreuth, Ivona Bayer und Lucia Meißner, unterstützten Eva Glowka kräftig bei der Vorbereitung. Durch viele kreative Ideen und die Mithilfe ihres gesamten Teams einschließlich der Eltern wurde aus dem Mini-Treffen ein ereignisreicher und kurzweiliger Tag. Eva griff zum Mikrofon, leitete die Teilnehmer zum Tanzen an, sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Beim Gottesdienst stand sie als Oberministrantin am Altar, doch musste sie ihren Platz kurz verlassen, denn das Multitalent spielt auch Geige. Mit ihren Schwestern Sarah und Lilli und den "Spirits" aus Nagel übernahm sie bei "Ein Hoch auf uns" ihren Part. Der Text hätte am Ende eine Modifizierung verdient: "Ein Hoch auf uns und ein Hoch auch Eva!" (ld)

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