12.08.2020 - 10:48 Uhr
BrandOberpfalz

Jahrzehntelange Tradition zugunsten der Mission in der Pfarrei Brand: Kräuterbüschel zum Fest Mariä Himmelfahrt

Ein Foto aus jüngerer Zeit: Frauen des Missionsausschusses beim Binden der Krätersträuße und Kräuterkränze
von Bertram NoldProfil

In weiten Teilen Bayerns wird am 15. August „Mariä Himmelfahrt“ gefeiert. Es geht um die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. Der Feiertag hat einen besonderen Stellenwert im Kirchenjahr, da er ein Zeichen für die Erlösung der Gläubigen nach ihrem Tod setzt. An Mariä Himmelfahrt pflegen die Menschen den Brauch, spezielle Kräuter zu sammeln und sie an diesem Tag in der Kirche vom Pfarrer weihen zu lassen. Daheim sollen die Kräutersträuße dann vor Unglück schützen. Bis zu 99 Kräuter können zu einem Busch gebunden werden, 7 müssen es aber mindestens sein.

Der Missionskreis Brand fördert in der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) den Brauch und hilft damit den Ärmsten der Welt. Die Vorbereitung ist am heutigen Donnerstag im Hause Doleschal. Um 9 Uhr ist Einführung und Anleitung „Sammeln und Erläuterung von Heilkräutern“. Referentin ist Erika Doleschal. Am Freitag, 14. August, werden ab 8 Uhr dort die Sträuße und Kränze unter der Anleitung von Lilo Erhardt gebunden.

Unter Beachtung der Corona-Einschränkungen bietet der Missionsausschuss am Samstag und Sonntag vor und nach den Gottesdiensten die Kräuterbüschel und Kräuterkränze zum Kauf an. Der Erlös kommt der Mission zugute.

Zum Sammeln der Kräuter, Getreide und Blumen sowie zum Binden der Büschel und Kränze sind viele freiwillige Helfer herzlich willkommen. Sie sollten mit Erika Doleschal Verbindung aufnehmen unter Telefon 09236/1247.

Die Tradition, Kräuterbüschel und Kräuterkränze zu binden und zugunsten der Ärmsten in der Welt zu verkaufen, wird vom Missionsausschuss in Brand schon jahrzehntelang gepflegt. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2002.

Das Bistum Augsburg beschreibt auf seiner Homepage die Bedeutung einiger Kräuter:

Königskerze: Die alten Germanen verehrten sie bei ihren Sonnwendfeiern. Im Christentum wurde der obere blühende Teil als Weihwasserwedel verwendet und bildet als "Marienkerze" heute noch meist die Mitte des Kräuterbuschens. Sie ist Symbol für ein langes Leben. Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp schwor auf die Königskerze als Heilmittel für ein "traurig Herz".

Johanniskraut: Wie kaum eine andere Pflanze wird das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an die Menschen abzugeben. So soll es Frohsinn schenken.

Baldrian: Der Baldrian ist fast in ganz Europa verbreitet und gehörte zu den germanischen Heil- und Ritualpflanzen. Er wurde zur Reinigungsräucherung benutzt und galt als Glücksbringer. Harry Potter benutzt Baldrianwurzeln für die Zubereitung des "Tranks der lebenden Toten".

Rossminze: Bereits in der Antike waren Minzsorten bekannt. So erwähnte etwa der griechische Arzt Dioskurides die heilende Wirkung der Minzen. Die Rossminze wird in der Volksheilkunde bei Magen-Darm-Beschwerden und gegen Kopfschmerzen eingesetzt.

Liebstöckel: Erstmals erwähnt wurde Liebstöckel in der Landesgüterverordnung Karls des Großen um 800. In fast allen mittelalterlichen Kräuterbüchern wird Liebstöckel als heilendes Kraut erwähnt - bei Lungenschmerzen und Wassersucht. Heute noch findet sich das Kraut in vielen Bitterschnäpsen und Kräutertropfen, die als Verdauungshilfe gedacht sind.

Rosmarin: Vor allem aus der Küche bekannt. Als Heilkraut spielt die aromatische Pflanze erst seit dem Mittelalter eine Rolle - sie diente als den Kreislauf anregendes und stärkendes Mittel.

Wilde Möhre: Im Altertum galt die Wilde Möhre als ein beliebtes Aphrodisiakum, wurde aber auch bei Menstruationsproblemen und als Wurmkur bei Menschen eingesetzt. Außerdem soll das Kraut die Konzentration fördern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.