Brand (VG Neusorg)
01.10.2026 - 16:21 Uhr
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Auch nach Monaten keine Autos: Andere Händler aus der Oberpfalz sind sauer auf Auto Brucker

Seit Monaten warten Kunden auf ihre Autos. Die Probleme betreffen offenbar nicht nur die Standorte der Auto Brucker GmbH. Weitere Händler berichten von Fahrzeugen, die seit Monaten auf ihren Höfen stehen – weil die Fahrzeugbriefe fehlen.

Nicht nur die Filialen der Auto Brucker GmbH sind von den verzögerten Auslieferungen betroffen. Archivbild: Udo Lanz
Nicht nur die Filialen der Auto Brucker GmbH sind von den verzögerten Auslieferungen betroffen.

Die Probleme rund um ausstehende Fahrzeugauslieferungen bei der Auto Brucker GmbH ziehen weitere Kreise als bislang bekannt. Nicht nur Kunden des Unternehmens selbst warten seit Monaten auf bestellte Autos. Weitere Autohäuser aus der Region berichten gegenüber Oberpfalz-Medien von Fahrzeugen, die längst bei ihnen stehen, aber nicht an die Kunden übergeben werden können. Die Händler treten nach ihren Angaben dabei lediglich als Vermittler auf.

Die Autos seien über die Auto Brucker GmbH bezogen worden. Kunden bestellen zwar bei ihrem jeweiligen Autohaus vor Ort, die Abwicklung läuft dann aber über das Unternehmen mit Sitz in Brand im Landkreis Tirschenreuth. Der Grund für die Probleme sei nach Darstellung der beiden Geschäftsführer jeweils derselbe: Die Zulassungsbescheinigungen Teil II – umgangssprachlich Fahrzeugbriefe – fehlten. Aus Sorge vor möglichen geschäftlichen Folgen wollen sie nicht namentlich genannt werden.

"Wir schämen uns"

Eines der betroffenen Autohäuser sitzt im Landkreis Amberg-Sulzbach. Seit Mai gebe es massive Probleme bei der Auslieferung. „Die Autos stehen da, aber wir bekommen die Briefe nicht“, sagt der Geschäftsführer. Weshalb die Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt würden, könne er selbst nicht abschließend beurteilen. Für das Autohaus werde die Situation zunehmend schwierig. Mehrere Geschäftskunden hätten dort Fahrzeuge bestellt und seien auf diese angewiesen.

Verzögerungen könnten laut dem Geschäftsführer grundsätzlich hin und wieder vorkommen. „Dass es mal eine Weile dauert, ist völlig in Ordnung”, sagt er und fügt hinzu: “Aber nicht, dass sie ein halbes Jahr bei uns auf dem Hof stehen.“ Besonders belastend sei, dass sich der Ärger der Kunden zunächst gegen sein Autohaus richte. „Das ist für uns mittlerweile auch geschäftsschädigend.“ Der Betrieb ist seit Jahrzehnten am Markt und habe sich einen entsprechenden Ruf aufgebaut. „Wir schämen uns, obwohl wir nichts dafür können.“

Nahezu dasselbe berichtet der Geschäftsführer eines weiteren Autohauses in der Oberpfalz. Die Erfahrungen mit Auto Brucker in den vergangenen Monaten beschreibt er als „absolut katastrophal“. Sein Autohaus arbeitet seit Ende vergangenen Jahres als Vermittler mit dem Betrieb mit Sitz im Landkreis Tirschenreuth zusammen. Zunächst habe das Modell funktioniert. Ab Mai hätten dann die Schwierigkeiten mit den Fahrzeugbriefen begonnen.

"Passiert ist immer noch nichts"

Anfangs habe es geheißen, einzelne Briefe seien auf dem Postweg verloren gegangen. Danach habe sich die Auslieferung weiterer Fahrzeuge immer wieder verzögert. Der Geschäftsführer berichtet von wiederholten Zusagen, die aus seiner Sicht nicht eingehalten worden seien. „Es gab Versprechungen, die nicht gehalten wurden.“ Schließlich sei er selbst zu Auto Brucker gefahren, um persönlich mit Michael Brucker zu sprechen. Das Gespräch liegt nach Angaben des Geschäftsführers mehrere Wochen zurück. An der Situation habe sich für ihn seither nichts geändert: „Passiert ist immer noch nichts.“

Die Darstellung widerspricht dem, was Michael Brucker Ende September gegenüber Oberpfalz-Medien erklärt hatte. Der Geschäftsführer hatte zwar eingeräumt, dass es in seinem Unternehmen teils zu erheblichen Verzögerungen bei Fahrzeugauslieferungen gekommen sei. Zeitweise seien mehr als 100 Autos betroffen gewesen. Das habe aber nicht an fehlenden Fahrzeugbriefen gelegen. Als Ursache nannte er vielmehr die extrem hohe Zahl verkaufter Fahrzeuge. „Wir haben in den letzten ein bis zwei Jahren extrem gut verkauft“, hatte Brucker erklärt. Fahrzeuge seien teilweise in größeren Mengen gleichzeitig an den Standorten angekommen. Bei dieser Darstellung blieb Brucker auch am Donnerstag in einem kurzen Telefonat.

Diese hätten anschließend nicht schnell genug abgearbeitet werden können. Berichte von Kunden, wonach Fahrzeuge bei Banken zunächst „abgelöst“ werden müssten, hatte Brucker dagegen zurückgewiesen. Fehlende Freigaben von Banken seien nach seiner Darstellung nicht die Ursache der Verzögerungen. Dabei hatte die Auto Brucker GmbH bereits im Jahresabschluss für 2024 selbst auf finanzielle Risiken hingewiesen. Dort wurde die Liquiditäts- und Finanzierungssituation der Unternehmensgruppe als „angespannt“ bezeichnet.

Der Fortbestand des Unternehmens hing nach damaliger Darstellung unter anderem davon ab, dass Gespräche mit finanzierenden Banken erfolgreich abgeschlossen werden. Sollten benötigte Kreditlinien nicht ausreichend oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen, bestehe ein „bestandsgefährdendes Risiko“.

OnetzPlus
Brand (VG Neusorg)29.09.2026
Kommentare

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Martin Hofmann

So langsam kommt jetzt wohl die tatsächliche Lage ans Licht. Sieht aus meiner Sicht dann wohl leider sehr düster aus..... , vermutlich nur noch eine Frage der (kurzen) Zeit, dass hier Alles kollabiert.

01.10.2026
Bernhard Gertz

Erinnert mich an den Fall der Autowelt König aus Wunsiedel. Ich hoffe, ihr habt eure Fahrzeuge nicht – oder nur gegen eine Bankbürgschaft – angezahlt beziehungsweise bezahlt.

01.10.2026
Christoph Hör

Ich selbst warte seit mehreren Monaten auf die Übergabe meines Fahrzeugs.

Was mich dabei besonders verärgert, ist nicht einmal die Verzögerung selbst, sondern die Art und Weise, wie mit den betroffenen Kunden kommuniziert wurde. Auf konkrete Fragen nach den Ursachen, dem tatsächlichen Stand und einem realistischen Liefertermin erhielt ich entweder gar keine Antwort oder lediglich sehr allgemeine Aussagen. Ein an die Geschäftsleitung gerichtetes Schreiben blieb vollständig unbeantwortet.

Mehrfach wurden Zeiträume genannt, in denen eine Auslieferung erfolgen sollte. Zunächst war von einer „kurzfristigen Lösung“ die Rede. Später wurde eine Auslieferung für Ende August beziehungsweise Anfang September angekündigt. Diese Zeiträume verstrichen jedoch kommentarlos, ohne dass eine Information, eine Entschuldigung oder ein neuer Termin mitgeteilt wurde. Als Kunde erfährt man schlicht nichts und muss den Informationen selbst hinterherlaufen.

Besonders enttäuschend war für mich auch der Umgang mit dem Thema Mobilität. Trotz der monatelangen Verzögerung wurde keine Übergangslösung angeboten. Auf meine Nachfrage erhielt ich lediglich die Antwort, dass kein Überbrückungsfahrzeug zur Verfügung gestellt werden könne. Die Folgen der Verzögerung – zusätzliche Kosten, organisatorischer Aufwand und die Sicherstellung der eigenen Mobilität – bleiben somit vollständig beim Kunden hängen.

Im Zeitungsbericht erklärt Herr Brucker die Probleme mit dem hohen Verkaufserfolg seines Unternehmens und den daraus entstandenen Rückständen. Diese Erklärung mag die Ursachen beschreiben. Sie erklärt jedoch nicht, warum Kunden über Monate hinweg keine verlässlichen Informationen erhalten und auf konkrete Fragen keine Antworten bekommen.

Gerade deshalb erwarte ich, dass ein Unternehmen in einer solchen Situation offen kommuniziert, Kunden aktiv informiert und bei derart langen Verzögerungen auch kulant handelt. Wer mehrere Monate auf ein Fahrzeug warten muss, zusätzliche Kosten trägt und seine Mobilität selbst organisieren muss, darf aus meiner Sicht mehr erwarten als Schweigen und immer neue Vertröstungen.

Verzögerungen können passieren. Fehlende Kommunikation, unbeantwortete Schreiben und immer wieder verstreichende Zeiträume ohne jede Information sollten jedoch nicht der Umgang mit Kunden sein.

01.10.2026
Bernhard Gertz

Ein dringender Appell an betroffene Käufer: Schutz der eigenen Investition

Die im Artikel geschilderten Verzögerungen bei der Fahrzeugauslieferung sind für die Betroffenen weit mehr als nur ärgerlich – sie stellen ein handfestes wirtschaftliches Risiko dar. Wenn der Kaufpreis bereits vollständig beglichen wurde, der Kfz-Brief jedoch einbehalten wird, befinden sich Käufer in einer rechtlich und finanziell ungesicherten Position.

In einer solchen Situation ist Abwarten der falsche Weg. Als Betroffener sollte man nun unverzüglich und mit Nachdruck aktiv werden: Fordern Sie die sofortige Herausgabe des Kfz-Briefs direkt beim Autohaus ein. Sollte sich dies verzögern, ist es im Sinne des eigenen Vermögensschutzes unumgänglich, ohne Aufschub eine Bankbürgschaft als finanzielle Absicherung zu verlangen.

Nur durch konsequentes, zeitnahes Handeln lässt sich das eigene investierte Geld in dieser unübersichtlichen Lage wirksam schützen.

01.10.2026
Christoph Hör

Es handelt sich bei mir um ein (Gewerbe)leasing, daher wurde nichts bezahlt / angezahlt o.ä.

Das Problem ist eher, dass ich das Fahrzeug dringend im Geschäftsbetrieb brauche.

02.10.2026
Bernhard Gertz

Frag einfach mal bei der Leasing direkt nach, die geben dir aufgrund der Leasingvertragsnummer Auskunft.

03.10.2026
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