29.11.2019 - 16:14 Uhr
BrandOberpfalz

Aus Nebenkirche wird eigene Pfarrei

Am Samstag feiert die Pfarrei Herz Jesu in Brand mit einem feierlichen Gottesdienst 50 Jahre Selbstständigkeit.

Die Pfarrkirche Herz Jesu Brand zur Zeit der Erhebung zur selbstständigen Pfarrei vor 50 Jahren.
von Bertram NoldProfil

Die Pfarrei Herz Jesu Brand blickt auf 50-jährige Selbstständigkeit zurück. Der Pfarrei Ebnath - älteste Pfarrei in der Umgebung - gehörten auch die der umliegenden Orte an. Brand blieb am längsten mit Ebnath kirchlich verbunden. Die Neugeborenen wurden dorthin zur Taufe gebracht, Ehen wurden dort geschlossen, Brand fuhr auch seine Toten hinab, um sie auf Ebnather Grund in geweihte Erde zu betten. Der "Kirchsteig" führte seinen alten Namen zu Recht.

1904/05 tauchte der Wunsch nach einem eigenen Kirchlein auf, ein Kirchenbauverein wurde gegründet. 1906 begann der Bau, die heute sogenannte "alte Kirche" wurde 1907 fertiggestellt. Schon 1936 war sie zu klein geworden, ein Anbau mit Turm wurde geschaffen. Am 28. November 1947 trat Pfarrer Joseph Pichl seine Stelle als Hilfsgeistlicher an. Nun wurden alle kirchlichen Verrichtungen nach Brand verlegt. Die Bucheintragungen - Matrikel - erfolgten aber noch in der Pfarrstelle Ebnath.

Einverständnis per Unterschrift

Die Entwicklung musste aber über kurz oder lang dahin führen, dass auch Brand seine kirchliche Selbstständigkeit erhält. Das Gotteshaus selbst wurde im Innern weiter ergänzt, am 18. Dezember 1951 wurden vier neue Glocken geweiht. Zur Christmette läuteten sie zum ersten Mal. Die Bestrebungen, Brand kirchlich von Ebnath unabhängig zu machen, waren immer da und nahmen 1954 Gestalt an. Zwei Gemeinderatsmitglieder, Rudolf Nold und Stephan Schindler, sprachen bei Weihbischof Hiltl vor, der 1954 in Fichtelberg war. Er versprach, die Absicht zur Selbstständigmachung zu unterstützen. Im Oktober 1954 wurde eine Gemeinderatssitzung in dieser Angelegenheit anberaumt. Dabei wurde in Anwesenheit von Pfarrer Leitl, Ebnath, beschlossen, beim Ordinariat Regensburg schriftlichen Antrag auf Erhebung Brands zur Expositur zu stellen. Pfarrer Leitl gab dazu sein Einverständnis durch Unterschrift.

In der Kirche erfolgte die weitere Vervollständigung der Einrichtung, auch der Einbau einer elektrischen Heizung, die am ersten Adventsonntag 1955 zum ersten Mal in Betrieb gesetzt wurde. Dem Antrag beim Bischöflichen Ordinariat Regensburg zur Erhebung der Filiale Brand zur Expositur wurde 1955 stattgegeben. Erzbischof Dr. Michael Buchberger genehmigte die Erhebung zum 1. Januar 1956 und bereits am 21. November 1955 erteilte das Bischöfliche Ordinariat die oberhirtliche Bestätigung.

Der Expositurbezirk umfasste die Orte der Gemeinde Brand mit Ausnahme von Grünlasmühle, aber unter Einbeziehung von Neugrünberg. Über Taufen, Firmungen, Trauungen und Beerdigungen mussten vom 1. Januar 1956 an Matrikelbücher für die 1071 Gläubigen geführt werden.

Vom 30. September bis 11. Oktober 1959 wurde eine Volksmission abgehalten, in deren Verlauf die Expositur zur Pfarrkuratie Brand erhoben wurde. Die Urkunde des Bischöflichen Ordinariats Regensburg vom 1. Oktober 1959 besagt in ihrem Vorbericht: "Brand war bis in unsere Zeit herein eine Nebenkirche der Pfarrei Ebnath. Erst am 1.1.1956 wurde es zu einer Expositur erhoben, weil die Zahl der Gläubigen immer mehr zunahm. Diesem Umstande Rechnung tragend, wurde dort in den Jahren 1936/37 eine neue Kirche erbaut und eingerichtet. Die katholische Bevölkerung hat hierzu große Opfer gebracht. Die politische Gemeinde hat den Ausbau der Seelsorgestelle in jeder Weise gefördert." Gemeint war damit auch, dass die politische Gemeinde einen Jugendraum und Räume für den Kindergarten zur Verfügung stellte.

Endgültige Abtrennung

Mit der Erhebung zur Pfarrkuratie gestattete der Bischof, für den erforderlichen Mehraufwand auch Kirchensteuermittel zu verwenden. 1967 schied Pfarrer Josef Pichl aus dem Kirchendienst aus, sein Nachfolger als Pfarrkurat wurde Georg Prösl. In seiner Amtszeit erfolgten Renovierungen, Pfarrheimbau, der erste Pfarrbrief erschien.

Durch Urkunde vom 15. November 1969 wurde die Pfarrkuratie Brand mit Wirkung vom 30. November 1969, dem ersten Adventsonntag, von Bischof Rudolf Graber zur selbstständigen Pfarrei erhoben und damit endgültig von der Pfarrei Ebnath abgetrennt. Zur Pfarreierhebung stand vom 23. bis 30. November 1969 eine Gemeinschaftswoche mit Veranstaltungen an. Höhepunkt war ein Gottesdienst am 30. November 1969 mit feierlicher Proklamation der Pfarreierhebung.

In einem besonderen Gottesdienst am heutigen Samstag, dem Vorabend des ersten Adventsonntags, wird die Pfarrei an diesen wichtigen Schritt in ihrer Geschichte erinnern. Alle Ministranten werden am Altar Dienst tun und mit einem Danklied, begleitet vom Geläut der vier Glocken, wird der Gottesdienst enden. Bei dieser Gelegenheit soll auch der Brauch des Frauentragens wieder neu belebt werden. Pater Joy wird nach dem Segen die Marienfigur mit dem dafür vorgesehenen Gebet der ersten Familie übergeben.

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