27.12.2019 - 11:03 Uhr
BrandOberpfalz

Der Ochs ist ein Nachzügler

Wertvolle Krippe seit 1957 in der Brander Pfarrkirche. Künstler aus Amberg und Sulzbach-Rosenberg beteiligt.

Der Aufbau der Krippe in Brand erfordert Erfahrung und viele fleißige Hände. Tobias König hat den Mut, hineinzusteigen und im hinteren Teil Einzelheiten zu platzieren.
von Bertram NoldProfil

Pfarrer Josef Pichl hat die sehr kunstvoll geschnitzte Krippe angeschafft. Anton Wendler aus Amberg schuf die Figuren und Heinrich Donath aus Sulzbach-Rosenberg fertigte Aufbau und Landschaft. Die Kosten beliefen sich seinerzeit auf 1135 Mark für den Schnitzer aus Amberg. 1128 Mark verlangte der Gestalter der Landschaft. Dazu fielen noch 298 Mark Nebenkosten an. Heute sind diese Preise kaum mehr zu verstehen, für damalige Verhältnisse war es ein Batzen Geld.

In sechs Teilen ist die Landschaft während des Jahres auf dem Dachboden der Kirche gelagert, die Figuren sind sorgfältig verpackt in einer eigens dafür geschaffenen Kiste. Die Enge des Treppenhauses im Kirchturm macht da beim Transport nach unten schon Probleme und erfordert die Erfahrung und die Übung derer, die schon oft dabei waren.

Wenn alles im Kirchenschiff angekommen ist, können die Vorbereitungen beginnen. Die Krippe wird über dem Josefs-Altar unter der Empore aufgebaut. Dort ist ein Untergestell nötig und die Figur des Heiligen muss bis in die Tage vor Mariä Lichtmess im Beichtstuhl verweilen.

Die einzelnen Teile der Landschaft werden dann auf das Untergestell gehoben und zu einer großen Fläche zusammengefügt. Anhand von Fotos wird die Krippe mit Details wie moosige Flächen und Palmen ergänzt. Nicht immer sieht die Krippe alle Jahre gleich aus, kleine Änderungen sind durchaus möglich und gewollt. Wenn alles fertig ist, werden die Figuren aus der Kiste genommen und an ihren Platz gestellt. Kindern gefällt es, wenn das Licht in der Krippe angeht und ein Lied gespielt wird, wenn die Münze hörbar gefallen ist.

Die Krippe stand nicht immer frei wie heute. Viele Jahre lang konnte sie aus Sicherheitsgründen nur durch Glasscheiben betrachtet werden. Und der Ochse war auch nicht schon immer da. Pfarrer Edmund Prechtl hat ihn vor einigen Jahren bei Gerhard Schinner in Ebnath in Auftrag gegeben. Seitdem ist die Krippe komplett: mit Ochs und Esel.

Bis zur endgültigen Fertigstellung der Landschaft bleiben die kunstvoll geschnitzten Figuren gut geschützt in einer eigens dafür gebauten Kiste.
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