Das mobile „Operla“ gastierte auf dem Goetz-Areal in Brand, lockte über 60 Besucher an - in der Überzahl Erwachsene. Dass die Aufführung im „Stodl“ nicht klappte, weil der Winkel der Einfahrt es nicht zuließ, das mobile Theater hineinzuschieben, sollte sich als günstiger Umstand herausstellen: Schnell war ein schöner Platz daneben gefunden, waren Bänke und Tische aufgestellt, um allen großen und kleinen Besuchern möglichst optimale Sicht auf die kleine Bühne seitlich eines umgebauten Imbisswagens zu ermöglichen. Dort öffnete sich dann auch bald der Vorhang für eine Kurzfassung von Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“.
Drinnen warteten Hänsel und Gretel, Hexe und Sandmann sowie 14 kleine Engel, mittels Fäden an der Decke hängend, auf ihren Auftritt. Musik gab es vom Feinsten: Sir Georg Solti stand am Pult bei der Einspielung der CD und dirigierte hochkarätige Solistinnen und Solisten. Ein Sprecher fasste den Inhalt des Märchens zusammen und präsentierte eine auch für Kinder leicht verständliche Fassung. Die große Kunst des Marionettenspiels zeigte sich in der Anwesenheit der Puppen und vor allem in deren fein dosierten Bewegungen, die so detailliert ausgeführt wurden, dass es nahezu möglich war, Gefühlsregungen der mit viel Liebe selbst gebauten Akteure zu erahnen: Da passte das Nicken von Hänsels Kopf, um an Gretels Handbewegung zu erkennen, dass sie ihrem Bruder zustimmte. Unterstützt wurde die Darstellung der Handlung mit akustischen und optischen Effekten, die nötig sind, um die böse Absicht der Hexe zu verdeutlichen und die Geborgenheit der 14 Engel beim Abendsegen spüren zu lassen. Fingerspitzengefühl im wahrsten Sinne des Wortes ist gefragt, wenn der kleine Hund am Rande durch Wackeln seines kleinen Schwänzchens lebendig werden soll und das so gut gelingt, als würde er sich auf ein Leckerli freuen, das sein Herrchen gerade für ihn bereithält. Es ist sicher kein reines Vergnügen, beengt hinter der Bühne die Geschichte am Laufen zu halten. Das zeigte sich am Ende, als die Puppenspielerinnen und ein junger Puppenspieler leicht abgekämpft vor den Wagen traten, um sich zu verneigen. In ihrem Auftrag dankte Leiterin Gisela Mösch-Ahner, auch Bühnenbauerin und Marionettenherstellerin, für den zahlreichen Besuch und stellte das Team vor. Als kleine Zugabe gab es eine Erklärung an einer Puppe, um die große Kunst des Marionettenspiels besser zu verstehen. Kräftiger Applaus beendete einen sehr unterhaltsamen Nachmittag.













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