12.02.2019 - 14:07 Uhr
BrandOberpfalz

Rührige Pfarreiengemeinschaft

Der Besuch der Pfarrversammlung der Pfarreiengemeinschaft Brand/Nagel übertrifft alle Erwartungen. Die Veranstaltung im Mehrzwecksaal wird zum Spiegelbild des kirchengemeindlichen Lebens.

Das Team des Kinderhauses Don Bosco sorgte mit einer modernen Fassung der Erzählung vom "Aschenputtel" für Abwechslung.
von Bertram NoldProfil

Mehrmals hatte Pater Joy in den Gottesdiensten in Brand und Nagel für den Besuch der Pfarrversammlung der Pfarreiengemeinschaft geworben. Die Gläubigen würden mit dem Besuch ihr Interesse am Leben der Pfarrei bekunden. Er wurde nicht enttäuscht. Die vorbereiteten Plätze reichten bei weitem nicht aus - zahlreiche Tische und Stühle mussten noch aufgestellt werden.

Die große Freude über den guten Besuch bestimmte die Worte seiner Begrüßung. Jedes Mitglied trage Verantwortung dafür, dass die große Familie, die Pfarrei, lebendig und aktiv bleibe. Die bisherigen sechs Jahre in Brand und Nagel seien für ihn eine schöne Zeit gewesen. Jedem Einzelnen sei er dankbar für Unterstützung, Freundschaft, Hilfsbereitschaft und freundliche Begegnung. Ohne so viele tatkräftige Helfer wäre ein so lebendiges Pfarreileben wohl kaum zu stemmen. Ihnen allen gelte ein herzlicher Dank.

"Ich wünsche dir Zeit um dich selbst zu finden" sangen die "Spirits" als musikalische Eröffnung. Von den Aktivitäten in den Pfarreien berichteten die beiden Pfarrgemeinderats-sprecherinnen. Andachten zu verschiedenen Gelegenheiten werden gestaltet; regelmäßig wiederkehrende Aufgaben wie Kerzen basteln für Allerheiligen und die Feier der Ehejubilare seien zu erledigen. Für das vergangene Jahr hob Sabine König für Brand die Feier zum 80-jährigen Bestehen der Kirche hervor. In Nagel gibt es alle Jahre ein Pfarrquiz, Irene Riedel kündigte für 20. Juli den Besuch des Bischofs anlässlich der Firmung in Nagel an.

Renovierungen geplant

Zweimal im Jahr tagen die Pfarrgemeinderäte gemeinsam und planen die Aktivitäten, die beide Pfarreien betreffen wie die Maiandacht der kirchlichen Gremien und den Rorate-Gang. Klaus Brunner, neuer Kirchenpfleger in Brand, gab einen Einblick in die Aufgaben der Kirchenverwaltung und nannte rückblickend Projekte wie Kindergarten-Anbau, Photovoltaik-Anlage auf Kinderhaus und Pfarrhaus und als größtes Projekt den Bau der Orgel. In den kommenden zwei Jahren steht die Renovierung des Pfarrheims an.

Dies steht auch auf der Agenda in Nagel. Dort ist der Einbau eines Behinderten-WCs vorgesehen. Franz Kilchert berichtete auch von größeren Vorhaben wie die Innensanierung der Kirche, der Orgel und des Schwesternhauses. Deutlich wurde immer wieder, dass es durch Ausschöpfen von Fördermitteln gelungen war, die Eigenbeteiligung möglichst gering zu halten.

Erinnerungen an früher

Für Auflockerung zwischendurch sorgte das Team des Kinderhauses Don Bosco mit einer modernen Fassung des Märchens "Aschenputtel". Reichlich Beifall erhielt die Gruppe "SeniorenAktiv" mit Tänzen. Leiterin Paula König dankte der Gründerin der Gruppe, Anni König. Sie hatte das Projekt vor zehn Jahren gestartet und auch über diesen Zeitraum betreut.

Fotos aus den vergangenen sechs Jahren zeigten Gemeindereferentin Gabi Sieder und Bertram Nold als Spiegelbild des kirchlichen Lebens in der Pfarreiengemeinschaft. Dabei wurde manche Erinnerung an frühere Veranstaltungen wach, an manche Erstkommunionfeier und Ministrantenaufnahme.

Seit zehn Jahren besteht die Gruppe "SeniorenAktiv". Sie trugen mit Tänzen zur Pfarrversammlung bei, unter anderem zwei Sitztänze.
Pfarrversammlung der Pfarreiengemeinschaft Brand / Nagel:

Großes ehrenamtliches Engagement in den Pfarreien Brand und Nagel

Viele Angehörige der Pfarreiengemeinschaft Brand/Nagel engagieren sich ehrenamtlich, um lebendige Pfarreien zu gestalten. Pater Joy nahm die Pfarrversammlung zum Anlass, ihnen herzlich zu danken und Geschenke zu überreichen. Ludwig König, auch Bürgermeister von Brand, setzt sich auf vielen Gebieten für die Pfarrei ein. 24 Jahre Kirchenverwaltung, zehn Jahre Pfarrgemeinderat, langjähriges KAB-Mitglied und 15 Jahre Vorsitz. Das Wort „Mission“ ist eng mit seinem Namen verbunden, er war einer der Gründer des Missionskreises. Als Lektor ist König nicht wegzudenken; das Amt hat er seit seiner Jugendzeit. Bereits mit acht Jahren war er Ministrant. Beim Orgelbau hat Alfons Brucker als Kirchenpfleger Enormes geleistet. Er war regelmäßig vor Ort und sorgte für einen absolut reibungslosen Ablauf. Pater Joy stellte dies an den Anfang seiner Dankesworte. Brucker war von 1998 bis 2018 Kirchenpfleger und auch eine Periode im Pfarrgemeinderat. Die Kapelle von Fuhrmannsreuth liegt ihm und seiner Frau sehr am Herzen und den Kapellenbauverein führt er seit 1991. Alfons Brucker war der erste Kommunionhelfer und begann damit bereits 1973.

Immer im Hintergrund arbeiten Erika und Hans Doleschal und unterstützen tatkräftig alle Aktionen. Dass jemand in seinem Haus Zimmer für Bastelarbeiten dauerhaft zur Verfügung stellt und sich dort schon viele Jahre fleißige Hände zum Basteln treffen, bezeichnete Pater Joy als „einmalig“. Ähnlich großes Engagement finde man selten. Unermüdlich würden sie für die Mission arbeiten. „Dass in 25 Jahren 120 000 Euro überwiesen werden konnten, ist auch ein Stück Ihrer Arbeit“, formulierte Pater der Joy. Erika Doleschal war im Pfarrgemeinderat, ab 1986 und in der KAB und war dort nicht weniger als 28 Jahre Vorsitzende.

Gabi Bauer steht um 3 Uhr nachts auf, trägt Zeitungen aus, ist um 6 Uhr beim Gottesdienst, hilft dann auch noch beim Frühstück und übernimmt immer wieder Aufgaben für die Pfarrei. In der KAB ist sie seit 20 Jahren und seit 3 Jahren Vorsitzende. Sechs Jahre macht sie auch schon Lektorendienst und der Missionskreis kann sich seit 16 Jahren fest auf sie verlassen. Sie gehört auch dem Pfarrgemeinderat an.

Der Name Lina Köstler sei wie kaum ein anderer mit der Pfarrei Nagel eng verbunden. Lina und Christoph Köstler hätten gemeinsam viel Zeit in der Kirche verbracht, sich um wirklich alles gekümmert und alles sei stets perfekt gewesen. 30 Jahre lang war Lina Köstler Mesnerin. Nach dem Tod ihres Mannes pflegt sie heute noch Priestergräber. Rösch. Auch die Caritas-Sammlung war ihr 30 Jahre lang ein Anliegen.

Mit 85 Jahren keineswegs zu alt für den Lektorendienst sei Anna Panzer. Ihre kürzlich geäußerten Bedenken teilte Pater Joy nicht. „Wir wollen Sie weiter am Ambo sehen, so Sie das schon seit 40 Jahren machen.“ Dem Frauenbund gehört sie 50 Jahre und ist seit 15 Jahren in der Vorstandschaft.

Beim Namen Paul Gründl denkt man automatisch an Busfahrten. Deshalb stellte Pater Joy die Frage, wie oft er Gläubige zu den Wallfahrsorten gefahren haben mag und das stets zu günstigen Konditionen. Dabei habe Paul Gründl am Lenkrad stets mitgebetet. Er war auch 20 Jahre Lektor, acht Jahre im Pfarrgemeinderat und auch dem Dekanatsrat gehörte er ein Jahr an.

Hans-Peter Schmidt ist vielfältig für die Pfarrei Nagel tätig. Seine Anwesenheit in der Sakristei bei vielen Anlässen mache ihm Freude, erklärte Pater Joy. Seit 28 Jahren ist Schmidt Lektor und vor 25 Jahren wurde er in das Amt des Kommunionhelfers berufen. Schmidt war in der Kirchenverwaltung, sammelt für Mission und Caritas.

„Auch die Kirche braucht starke Männer“, erklärte der Pfarrer, sich Alfred Schorm zu. Wenn er den Namen höre, sehe er einen Mann auf der Leiter an der obersten Spitze des Christbaumes in der Pfarrkirche. Und würde er bei der Kirchplatzreinigung fehlen, würde ihm das auffallen. „Sie werden weiterhin dringend gebraucht.“ Die Geschenke überreichten die beiden Pfarrgemeinderats-Sprecherinnen Irene Riedel und Sabine König zusammen mit Gemeindereferentin Gabi Sieder.

Viele fleißige Hände sind nötig, um die beiden Pfarreien Brand und Nagel, die eine Gemeinschaft bilden, lebendig zu halten. Herzlich dankte Pater Joy für das große Engagement. Geschenke bekamen die Geehrten aus den Händen der Pfarrgemeinderats-Sprecherinnen Sabine König (links) und Irene Riedel (rechts). Herzlich dankte auch Gemeindereferentin Gabi Sieder (Zweite von links)
Pfarrversammlung:

Pater Joy sorgt sich um Kinder und Jugendliche

Große Sorgen macht sich Pater Joy um den Gottesdienstbesuch der Kinder und Jugendlichen. Die machte er am Schluss der Pfarrversammlung der Pfarreiengemeinschaft Brand/Nagel deutlich. Für Christen sei die Eucharistiefeier der zentrale Punkt, Quelle und Ziel christlichen Lebens. Wenn nur ein Viertel der Katholiken der Pfarreien den sonntäglichen Gottesdienst mitfeiern würde, dann müsste die Kirche voll besetzt sein. Viele der Kinder und Jugendlichen scheinen gar kein Interesse mehr an der Kirche haben. Besserung gelinge nur durch die Vorbildwirkung der Eltern. Getaufte Christen seien dafür verantwortlich, die frohe Botschaft weiterzutragen. „Wir sollten diese Aufgabe so gut wie möglich gemeinsam erfüllen.“

Große Sorgen macht sich der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft, Pater Joy, um die Kinder und Jugendlichen. Er baut auf die Vordbildwirkung der Eltern.
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