08.01.2021 - 17:40 Uhr
BruckOberpfalz

Schwerer Lkw-Unfall auf B85 bei Mappach

Am Freitagnachmittag hat es einen schweren Unfall mit zwei mit Gefahrengut beladenen Lkw auf der B85 bei Mappach (Kreis Schwandorf) gegeben. Dabei wurden drei Menschen verletzt. Die B85 ist wohl bis in die Abendstunden hinein gesperrt.

Die Feuerwehr im Einsatz. Nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Gefahrengut-Lkw ist die B85 bei Mappach (Kreis Schwandorf) gesperrt.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Vorfahrtsverstöße passieren in der Oberpfalz wohl tagtäglich. Wenn es dumm läuft, dann führen sie zu einem Unfall. In Nähe von Mappach bei Bruck (Landkreis Schwandorf) hat sich daraus am Freitagnachmittag auf der B 85 bei der sogenannten "Waldhäusl-Kreuzung" ein schwerer Lkw-Unfall mit drei verletzten Personen ergeben. Hinzukam ein weiteres Problem. Denn beide Lkws hatten Gefahrgut geladen.

Zunächst war nicht klar, ob die Gefahrenstoffe austreten und ob eine Gefahr für die Gesundheit besteht. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien schilderte Polizeihauptkommissar Rainer Hirschmann von der Polizei in Nittenau, was geschehen war. Demnach habe der 44-jährige Fahrer eines türkischen Lastwagens von der Kreisstraße von Bodenwöhr aus ein Stopp-Schild missachtet. Er übersah einen mit Propangas beladenen Tank-Laster, der aus Richtung Roding auf der B 85 unterwegs war. Hirschmann: "Dabei hat er den Vierachser gerammt, der ist dann natürlich nach links von der Straße abgekommen und einmal umgekippt."

Der Lkw hatte laut Hirschmann drei bis vier Tonnen Gas geladen. Nach derzeitigen Erkenntnissen (Stand Freitag, 17 Uhr) hat der Stahltank des Gas-Lasters den Zusammenprall überstanden. Hirschmann sagt dazu: "Laut dem Besitzer hätt man den Laster noch ein bisschen weiter schmeißen müssen, damit da was passiert." Hirschmann hoffte, dass das Fahrzeug im Laufe der Nacht aus dem Straßengraben gehoben werden könne, ohne dass die Ladung umgefüllt werden muss.

Hirschmann: "Wie es der Teufel so will, hatte der türkische Lastwagen auch Gefahrenstoffe geladen." Dabei handelt es sich laut dem Polizeihauptkommissar um Reinigungsmittel.

Hier gestaltet sich demnach die Lage etwas anders. "Das Problem ist, dass man das Fahrzeug nicht einfach anhängen und wegschleppen kann", sagte Hirschmann. Das Fahrzeug musste "langsam von hinten nach vorne" entladen werden, damit die Einsatzkräfte einen Überblick bekommen konnten, welche Teile der Ladung beschädigt waren und welche nicht. "Die beschädigte Ladung muss erst entsorgt und die unbeschädigte auf einen anderen Lkw geladen werden, bevor das Fahrzeug weggeschleppt werden kann", erklärte Hirschmann. Bis Redaktionsschluss war die Unfallstelle noch nicht geräumt. Am späten Nachmittag sagte Hirschmann: "Meine Schätzung ist, dass die Kollegen hier bei uns, die in der Nachtschicht bis 24 Uhr arbeiten, mit der Beendigung des Unfalls zu tun haben werden. Es wird dauern, bis der Schneeräumer noch einmal die Straße salzen kann und das Öl von der Fahrbahn entfernt wurde."

Laut Hirschmann lässt sich bei dem Unfall von Glück im Unglück sprechen. Denn der türkische Lkw-Fahrer sowie der 24-jährige Fahrer des Tankzugs samt dem 23-jährigen Beifahrer wurden lediglich leicht verletzt. "Sie wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht", sagte Hirschmann.

Im Einsatz waren die Feuerwehren Bruck, Nittenau und Bodenwöhr sowie diverse kleinere Wehren. "Da war alles da, was es im Umkreis gibt. Allerdings wurden viele auch wieder nach Hause geschickt, weil sich im Verlauf herausgestellt hatte, dass kein Gefahrenstoff ausgetreten war", sagte Hirschmann. Der durch die Polizei geschätzte Schaden beläuft sich auf circa 180 000 bis 200 000 Euro.

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