22.06.2018 - 16:04 Uhr
Oberpfalz

Bufdi: Eine bereichernde Zeit

Maximilian Spies (19) wusste nach dem Abitur, dass er Physik studieren will. Dieser Wunsch hat sich auch während seiner Zeit als Bufdi nicht geändert. Bereichernd war der freiwillige Dienst beim BRK dennoch. Nicht nur für ihn.

Auch das gehört zum Krankentransport dazu: Maximilian Spies checkt die Ausrüstung.

(san) Jonas Neudert (20) aus Ebermannsdorf, Maximilian Spies (19) aus Amberg und Josef Trummer (20) aus Vilseck sind drei junger Männer, die ihre schulische Ausbildung abgeschlossen haben. Bevor sie ihre berufliche Laufbahn beginnen werden, haben sie sich für den Bundesfreiwilligendienst entschieden - und dies nicht bereut, wie sie unisono sagen. "Ich wollte in die soziale Branche reinschauen", sagt Neudert. Zwischen Schule und Beruf sei dafür die beste Gelegenheit, befand er und bewarb sich ebenso wie Spies und Trummer um eine Stelle als Bufdi beim BRK Amberg-Sulzbach. Insgesamt sind beim Roten Kreuz im Rettungsdienst aktuell fünf Bufdis beschäftigt, informiert Rettungsdienstleiter Erwin Gräml. Für Neudert hat sich das Reinschauen in den sozialen Bereich gelohnt. Er wird ihr treu bleiben, nach seiner Zeit als Bufdi ein duales Pflege-Studium in Regensburg aufnehmen. Für Maximilian Spies stand nach dem Abitur fest, Physik studieren zu wollen, fand aber, er würde etwas verpassen, wenn er gleich vom Gymnasium auf die Uni wechseln würde. "Und ich hätte einiges verpasst", sagt er heute.

Josef Trummer wusste bis vor dem Abi nicht so recht, was er machen wollte. Der Rettungsdienst sei eine interessante Sache, fand er und bewarb sich beim BRK als Bufdi. Rettungsdienstleiter Erwin Gräml freut sich über das Interesse am Bundesfreiwilligendienst. Aktuell sind fünf Bufdis im Rettungsdienst beschäftigt, sowohl in Amberg als auch in Sulzbach-Rosenberg. "Es ist schön, dass junge Leute das machen wollen", sagt er. Hinsichtlich Angebot und Nachfrage "geht es sich so aus". Die drei Bufdis absolvierten zunächst einen vierwöchigen Grundlehrgang in Augsburg. "Da kriegt man schon ein bisschen einen Einblick in das, was einen erwartet", findet es Trummer gut. Eingesetzt sind die Bufdis vor allem bei den Krankentransporten - mit allem, was - neben den Fahrten - dazugehört: Material auffüllen, morgendlicher Check und sogar Fahrzeugwäsche.

Erwin Gräml hofft, dass der Bundesfreiwilligendienst für die drei jungen Männer keine verlorene Zeit ist. Alle schütteln den Kopf: Nein, definitiv nicht. "Man lernt das Berufsleben kennen und verdient sein eigenes Geld", zählt Neudert die Vorteile auf. Außerdem sei der Bundesfreiwilligendienst bei Bewerbungen hilfreich, weil es ein Zeichen von Engagement sei. Alle fühlten sich gut und größtenteils sehr herzlich aufgenommen von den Teams der Bereitschaften. Den Bundesfreiwilligendienst sieht das Trio als absolute Bereicherung. Und sie würden es sofort wieder manchen, erklären die jungen Männer. Erwin Grämls Erfahrung zeigt, dass viele ehemalige Bufdis dem BRK nach dem abgeleisteten Jahr (wobei man auch verlängern kann) in irgendeiner Form erhalten bleiben. Spies kann sich durchaus vorstellen, während seines Physikstudiums ehrenamtlich für den Rettungsdienst weiter tätig zu sein. Das hat auch Jonas Neudert vor. Und für Josef Trummer, der hinsichtlich seines Berufswunsches lange Zeit unschlüssig war, fest: Er hat vor, Notfallsanitäter zu lernen.

Auch vor dem Bundesfreiwilligendienst, als es noch Zivis gab, war das nach Auskunft von Gräml und Voggenreiter nicht ungewöhnlich, dass junge Menschen darüber entweder zum Rettungsdienst gekommen sind oder sich für ein Medizinstudium entschieden haben. Gräml spricht den Bufdis generell ein großes Lob aus: "Wir schätzen ihre Arbeit sehr", sagt er. "Durch den Bundesfreiwilligendienst haben wir prima Leute kennengelernt, die ihre Arbeit ernst genommen haben."

Jonas Neudert (links) und Josef Trummer an ihrem Arbeitsplatz: im Krankenwagen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.