"Elke Phlippeau hat mit ihrem freiwilligen Engagement bewiesen, dass jeder seinen individuellen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen leisten kann", hieß es in der Laudatio. Sie erhielt deshalb einen der mit 500 Euro dotierten dritten Preise aus den Händen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und dem Oberpfälzer Regierungspräsident Axel Bartelt.
Die Sportlehrerin im Ruhestand habe nicht gezögert, als sie in den Sommerferien 2017 gebeten wurde, einem achtjährigen syrischen Jungen das Sprechen und Lesen auf Deutsch näher zu bringen. Der Junge hatte bis dahin kein Wort Deutsch in der Schule gesprochen. Trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten habe Phlippeau nie aufgegeben.
Bis heute hilft sie dem Jungen und zwei weiteren syrischen Buben täglich nach der Schule bei den Hausaufgaben und dem Erlernen der deutschen Sprache. Dank der unterstützenden und konsequenten Art von "Frau Elke", wie die Kinder sie nennen, schafften alle den Übertritt in die nächsten Klassen.
Darüber hinaus unterstützt Phlippeau die Familien der Jungen auf vielfältige Art und Weise. Sie half bei der Wohnungssuche sowie dem anschließenden Umzug und überließ den Familien viele Möbel. Im Gegenzug helfen ihr die syrischen Mütter im Haushalt. "Sie engagieren sich in rührender Art und Weise genau dort, wo konkrete Hilfe benötigt wird", lobte Regierungspräsident Axel Bartelt. So würden aus Fremden Freunde.
"Sie sind diejenigen, die sich tagtäglich vor Ort für Integration einsetzen und sie mit Leben erfüllen", richtete sich Innenminister Joachim Herrmann an alle Preisträger. "Das ist eine unbezahlbar wertvolle Leistung." Es gebe viele Erfolgsgeschichten von Menschen, die in Bayern eine neue Heimat gefunden haben. Wichtig sei es, mit Achtung und Respekt aufeinander zuzugehen und mit kulturellen Unterschieden ohne Vorurteile umzugehen - vor allem in einer Zeit, in der der Rechtspopulismus stärker werde.
"Wir müssen Hass, Gewalt und Ausgrenzung entgegentreten", sagte Herrmann. Die Art und Weise der Integration sei entscheidend für das Bayern von morgen. Die Migranten ermutigte Herrmann, ehrenamtlich aktiv zu werden. Es gebe etwa die Möglichkeit, sich zum ehrenamtlichen Kulturdolmetscher ausbilden zu lassen, um anderen Neuzugewanderten zu helfen.













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