Den 50. Geburtstag hatte die Allround-Musikerin Susi Raith, die aus Roding (Landkreis Cham) stammt, schon vor kurzem. Doch richtig gefeiert hat sie ihn erst an diesem Mittwochabend, weil es da möglich war, viele von ihr liebgewonnene "special guests" – zum Teil ihre "heroes", wie sie sagte – an einem Termin zusammenzubringen. Der Erlös aus der Veranstaltung im ausverkauften VAZ-Saal in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) diente wohltätigen Zwecken: je zur Hälfte den Städtedreieck-Herzen und einem neuen Verein "Familie Leben", der psychisch Kranken in den Alltag zurück helfen möchte.
"Wild wird es heute Abend schon", stimmte Susi Raith die Besucher gleich am Anfang darauf ein, dass eine außergewöhnliche musikalische Mischung auf sie zukommt. Zuerst erinnerte die frischgebliebene Fünfzigerin an ihre volksmusikalischen Wurzeln. Die "Schlenkerer", fünf absolute Hochkaräter aus der bayerischen Blasmusik-Szene, gaben den Ton an, während Susi Raith mit der Münchnerin Conny Kreitmeier anfangs im Dirndl auf der Bühne stand und jodelte. Ihre einstige Vorliebe zu Schlagern ließ die Jubilarin anklingen, als sie Caterina Valentes "Spiel noch einmal für mich, Habanero" sang.
Überregional bekannt
Persönliche Weggefährten wie der Adrian, der Franz und der Edgar kamen zu Auftritten ("I need more of you" von den Bellamy Brothers) auf die Bühne, und dann auch Musiker, die man in ganz Bayern und darüber hinaus gut kennt. Zum Beispiel der Liedermacher Mathias Kellner, den Susi Raith einst im "Irish Harp" in Regensburg kennengelernt hatte. Er verriet mit seiner Transformation von "To love somebody" ins Bayerische seine Hassliebe zu den Bee Gees. Oder Hannes Ringlstetter, dessen Band Susi Raiths Mann Jochen Goricnik als Gitarrist angehört, mit dem zusammen er auch seinen neuen Song "Kassiopeia" präsentierte.
Einen ersten Höhepunkt erreichte der Abend mit einem Gastspiel von Hans-Jürgen Buchner (81), dem Chef von "Haindling". Mit ihm zusammen erinnerte sich Susi Raith noch gerne an das Anti-WAAhnsinns-Festival vor 40 Jahren, ebenfalls in Burglengenfeld. Von ihm wünschte sich die Jubilarin, dass er noch einmal die zeitkritischen Wahrsagungen des "Mühlhiasl" zum Besten gibt, die er damals auch auf der Festival-Bühne auf dem Lanzenanger vorgetragen hatte. Beklemmende Stille herrschte da vorübergehend im Saal, die der am E-Piano spielende Buchner dann mit seiner Erfolgsnummer "Paula" und der Titelmelodie der Serie "Irgendwie und sowieso" auflöste, bevor er Susi Raith noch ein Geburtstagslied darbrachte. Buchners Auftritt war umjubelt.
Nachbarin auf der Bühne
Den Schlusspunkt im ersten Teil setzte Susi Raith mit ihrer Band "Die Spießer", der auch Ehemann Jochen Goricnik, von Kollegen gerne "Gurke" genannt, angehört. Weiter ging es dann mit der Kabarettistin Eva Karl Faltermeier, die Susi Raith als ihre Nachbarin an ihrem Wohnort im Landkreis Regensburg vorstellte. Sie philosophierte wortreich und -gewaltig über die Wechseljahre. Danach kamen "Fischer und Rabe", alias Julia Fischer und Karin Rabhansl.
Der nächste Höhepunkt war mit dem Auftritt von Georg Ringsgwandl erreicht, mit dem zusammen Susi Raith ebenso sang wie mit fast allen anderen ihren Gästen. Bekanntermaßen eher melancholisch hörten sich seine Texte an. Ihnen ließ er eine Liebeserklärung an die Oberpfalz folgen. Rock 'n' Roll brachten die Lokalmatadoren von BKC auf die Bühne. Den ersten Schlusspunkt setzten die "Spießer" mit dem Song "Herz an Herz", den Susi Raith für ihren "Spotzl" geschrieben hat, und dem a capella gesungenen Elivs-Hit "I can't help falling in love with you".
Der mit viel Beifall vom Publikum – darunter auch die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger – bedachte, bunte Konzertabend endete dann endgültig erst mit Freddy Quinns "So schön war die Zeit" und einem im Gemeinschaftschor für Susi Raith gesungenen Geburtstagsglückwunsch.


















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