07.09.2018 - 17:02 Uhr
Burgtreswitz bei MoosbachOberpfalz

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Der Markt Moosbach und der "Förderverein Schloss Burgtreswitz" laden zum Festakt ins Schloss Burgtreswitz ein und nehmen die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte der Anlage. Die Innenrestaurierung ist nach 30 Jahren abgeschlossen.

Zahlreiche Gäste sind zum Festakt in den historischen Saal des Schlosses gekommen.
von ENSProfil

"Erste Teile wurden bereits im 13. Jahrhundert errichtet. Über mehrere Bauphasen hinweg, wurde das Schloss bis ins 18. Jahrhundert hinein erweitert", erklärt Michael Dittmann. Der Architekt unterstützte mit seinem Unternehmen die Sanierung des historischen Bauwerks. Seine Renaissance erlebte das Schloss Burgtreswitz erst in den 1980er Jahren.

Der Markt Moosbach kaufte die damals schwer baufällige Anlage, den "Steinhaufen", für 9 000 D-Mark. "Heute können wir stolz sagen, das Schloss ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht", sagt Fördervereinsvorsitzender Peter Garreiss. Doch zwischen dem Kauf 1983 und dem Festakt am Freitag war vieles nötig, um den heutigen Zustand zu erreichen. Unermüdlicher Einsatz, tausende Arbeitsstunden und finanzielle Zuschüsse machten das Großprojekt möglich.

Gebannt lauschen die zahlreichen Fest- und Ehrengäste den Ausführungen von Garreiss und Dittmann im historischen Festsaal des Schlosses. Unter ihnen sind Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordnete Annette Karl, Moosbacher wie Ehrenbürger Hans Roßmann, Kreisrat Josef Hierold oder Pfarrer Josef Most und zahlreiche Mitglieder des Fördervereins.

In mehreren Bauabschnitten wurde die Anlage über Jahrzehnte hinweg restauriert. Von der Sanierung der Dächer über das Verlegen von mehreren hunderten Quadratmetern Boden bis hin zum Einbau von Heizung, Treppen und Aufzug. Laut Bürgermeister Ach ist aus dem "Steinhaufen" ein kulturelles Zentrum geworden. Dafür dankte er dem "Förderverein Schloss Burgtreswitz", da ohne diesen ein Projekt von solcher Tragweite nicht realisierbar gewesen wäre.

Der Förderverein gründete sich 1985 mit 43 Mitgliedern. Mittlerweile sind es 430. "Der Verein machte es sich zur Aufgabe, die Schlossanlage zu restaurieren, zu erhalten und sie der Öffentlichkeit für kulturelle und heimatkundliche Zwecke zur Verfügung zu stellen", sagt Garreiss.

Dafür brauche es das Engagement der Mitglieder. Vor allem eine Gruppe sei besonders aktiv gewesen. Neben dem Schlossgespenst "Matere" geisterten die "fleißigen Schlossgeister" regelmäßig durch die Anlage. Adolf Graf, Erhard Burger, Alfred Gissibl, Ernst Fischer und Max Meyer kommen insgesamt auf 46 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Dafür erhielten sie das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Außerdem wurde das Schloss mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ausgezeichnet.

Diese Zahlen und das Herzblut, das in die Sanierung der Anlage geflossen ist, beeindruckt auch die Festgäste. "Schloss Burgtreswitz hat Vorbildcharakter für andere Projekte. Das Denkmal wurde nicht nur restauriert, es wurde zu einem lebendigen Bauwerk gemacht", sagt Bezirkstagspräsident Löffler. "Hier wurde Großartiges für die ganze Regien geleistet", ergänzt Landrat Meier.

Am Ende des Festaktes, der mit Einlagen der Musikschule Moosbach gespickt war, tragen sich die "Schlossgeister" und die Ehrengäste in das Goldene Buch des Marktes ein. Vorsitzender Garreiss versichert, dass das Engagement des Fördervereins auch künftig dem Erhalt des Bauwerks und dem sozialen Miteinander im Schloss gelte. "Wir sorgen dafür, dass das Schloss nie wieder in einem Dornröschenschlaf versinkt."

Die "Schlossgeister" tragen sich mit Bürgermeister Hermann Ach, Fördervereinsvorsitzendem Peter Garreiss und anderen Ehrengästen ins Goldene Buch des Markts ein.
Architekt Michael Dittmann blickt auf die Sanierungsarbeiten zurück. Die Gäste lauschen seinem Vortrag gebannt.
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