Bei dem heute 160 Jahre alten Gotteshaus handelt es sich um die Nachfolgerkirche der alten Schlosskapelle (16. bis 19. Jahrhundert), die nach dem Abzug des kurfürstlichen Pflegeamts Burgtreswitz auf den Dorfplatz verlegt wurde. Von Jahr zu Jahr wurden die Sanierungsarbeiten wegen Geldmangel immer wieder verschoben.
Dass die Kirche im Eigentum des Marktes Moosbach steht und nicht der Kirche gehört, hat sicherlich zu den Verzögerungen mit beigetragen. Erst ein schwerer Sturm im August 2019 mit Abbruch und Absturz des Turmkreuzes rüttelte die Verantwortlichen wach. Der Markt will das Kirchlein in neuem Glanze erstrahlen lassen.
Schäden feststellen
Vorher sollen die Ursachen der Schäden, wie die riesigen Risse und die Putze, untersucht werden. Das Architekturbüro Hubert Liebl, Tännesberg, und die Diplom-Restauratorin Cathrin Limmer sind derzeit dabei, nach Ursachen zu forschen und der Gemeinde Sanierungsvorschläge zu unterbreiten. Liebl konnte bereits anhand der Urkataster feststellen, dass die Kirche um 1850 zum Teil auf dem alten Dorfweiher ohne Fundamentierung gesetzt wurde.
Tagelang führte nun die Restauratorin Limmer die Vorarbeiten für die Befunduntersuchung an Ort und Stelle durch. Dabei wurden die historischen Putze und Farbfassungen der Wandflächen mit zeitlicher Zuordnung zu Bau- und Renovierungsphasen im Innen- und Außenbereich der Kirche und der Decke des Kirchenschiffes untersucht. Es ging ihr auch um die qualitative Untersuchung der vorhandenen Putze und Farbschichten hinsichtlich ihrer Struktur, Bindung, Tragfähigkeit und Möglichkeiten der Konservierung und Restaurierung.
Sehr zeitaufwendig war die Erfassung des Feuchtegehalts der Innenwände auf allen vier Wänden bis auf 3 Meter Höhe mit 800 Messpunkten. Für die naturwissenschaftlichen Analysen wurden Bohrmehlproben entnommen, nämlich an zwei repräsentativ ausgewählten Messachsen außen, jeweils drei unterschiedliche Höhen mit je zwei Tiefenstufen (0 bis1 cm und 3 bis 5cm) = 12 Probeentnahmen, Bohrloch 10 mm. Die Lokalisierung der Probenahme erfolgte durch fotografische Dokumentation und digitale Eintragung in bauseits zur Verfügung gestellte Pläne der Wandabwicklung außen.
Proben ins Labor
Alle Proben gingen an ein Labor nach Bamberg. Dort werden dann quantitative und qualitative Analysen des Kat- und Anionengehalts durchgeführt sowie Salzartbestimmungen und Leitfähigkeitsmessungen veranlasst. Nach Vorliegen der Laboruntersuchungen wird Limmer eine Befunddokumentation erstellen. Danach ist der Weg frei für die Sanierung. Auch die Kämmerin des Marktes hat eine schwierigere Aufgabe, nämlich ein tragbares Finanzierungskonzept auszuarbeiten.















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