Am vergangenen Sonntag verstarb Hans-Josef Völkl aus Burgtreswitz völlig überraschend. Viele hundert Trauernde aus der Region rund um Vohenstrauß nahmen nun Abschied vom ihm bei der der Beerdigung in Moosbach. Die Pfarrkirche war völlig überfüllt, als Moosbachs Pfarrer Udo Klösel mit Dekan Alexander Hösl, Pfarrer Ronald Liesaus, Pater Joseph (alle Vohenstrauß), Pfarrer Jo Jovilla Kurian (Leuchtenberg), Kaplan Michael Steinhilber (Bad Kötzting), Diakon Herbert Sturm, Gemeindereferent Benedikt Eckert und Assistentin Elena Harwardt mit den Ministranten einzogen. Pfarrer Udo Klösel ließ das Leben des Verstorbenen Revue passieren. In Vohenstrauß geboren wuchs Hans-Josef in Burgtreswitz mit seiner Schwester Alexandra auf. Früh war sein musikalisches Talent zu erkennen. Bereits im Alter von sieben Jahren begann er bei Georg Zimmermann Klavier und Trompete zu lernen. Später kam die Orgel hinzu. Schon im Alter von 14 Jahren begleitete er den ersten Gottesdienst an der Orgel in Etzgersrieth. Überhaupt hatte es ihm die Orgel angetan – eine Leidenschaft, die ihn nie mehr losließ. Er spielte in Moosbach, Burgtreswitz, Vohenstrauß, Waldau, Böhmischbruck und in vielen anderen Orten. Hans-Josef Völkl, der von allen nur "Ferdl" genannt wurde, war auch ein engagierter Orgellehrer. Er begeisterte mit seinem Orgelspiel und Gesang, mit seinen Chören und Musikgruppen die er auf der Orgel begleitete.
Plötzlicher Tod schockt Region
1993 heiratete er seine Sonja. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, Kilian und Theresa. Völkl war liebender Opa von zwei Enkelkindern. Zur Familie gehört auch die Mutter des Verstorbenen. Die Familie ging ihn über alles, beschrieb Pfarrer Klösel. Der 56-Jährige war am vergangenen Sonntag von einer Joggingrunde nicht mehr nach Hause gekommen.
Wie Dekan Alexander Hösl beschrieb, habe Völkls plötzlicher Tod viele getroffen. Nicht nur seinen Familien- und Freundeskreis, sondern auch die Pfarreien der gesamten Region. "Der ,Ferdl' war nicht zu bremsen. Er war immer aktiv", sagte Hösl. Es gebe in der Region kaum eine Orgel, an der er nicht spielte. Vier Jahrzehnte habe er die Gottesdienste begleitet und geprägt. Völkl verfügte laut Hösl über eine außergewöhnliche Bandbreite und war ein musikalisches Ausnahmetalent. Das Orgelspiel sei seine Berufung gewesen.
Vereine nehmen Abschied
Völkl war Mitglied in vielen Treswitzer Vereinen, alle nahmen Abschied. „Lieber Ferdl, du hast unzähligen Menschen mit deiner Musik Freude gemacht, Trost gegeben und Glauben hörbar gemacht. Du wirst uns fehlen“, sagte auch der Vorsitzende der Feuerwehr Burgtreswitz Christopher Hanauer. Der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Burgtreswitz Peter Garreiss sprach von einer großen Lücke, die der Tod des 56-Jährigen hinterlasse. Bereits im Alter von 15 Jahren trat Völkl dem Schlossverein bei und war 40 Jahre Mitglied. Gerne gab der Verstorbene Schlossführungen. Abschied nahm auch die Jagdgenossenschaft Burgtreswitz von ihrem Schriftführer. Für den Soldaten- und Kriegerverein Burgtreswitz sprach Vorsitzender Hans Höcker. Der Verstorbene habe sich besonders um die Rasenpflege um das Kriegerdenkmal am Kirchplatz gekümmert. Für den KSK Böhmischbruck nahm Werner Fischer Abschied. Auch Mitglieder des Löwenfanclub Vohenstrauß-Eslarn waren vertreten.
Auch viele Kollegeninnen und Kollegen vom Zoll waren gekommen, um Völkl die letzte Ehre zu erweisen. Die Sachgebietsleiterin Susanna Reink vom Hauptzollamt Regensburg sprach Abschiedsworte. Der Verstorbene werde der Zollfamilie als engagierter und hilfsbereiter Kollege in Erinnerung bleiben. 35 Jahre gehörte er dazu. Zuletzt war Völkl in der Zollverwaltung bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung tätig. Bei allen,die ihn kannten, habe er Spuren im positiven Sinne hinterlassen, so Susanna Reink.
Sehr beeindruckend gestalteten die Sängerinnen und Sänger der zahlreichen Chöre sowie die vielen Musikschüler und Instrumentalisten das Requiem musikalisch. Die Leitung übernahm Florian Eckl aus Waldau. Auch die Lieder „Amoi seg' ma uns wieder“ oder „Schwarze Madonna“ wurden gesungen. Unter den Klängen von „Bayrisch Blech“ zog ein stattlicher Trauerzug zum Friedhof. Mit dem „Feierabendlied" wurde Hans-Josef Völkl zu Grabe gelassen.


















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