11.12.2019 - 14:45 Uhr
Burgtreswitz bei MoosbachOberpfalz

Weihnachtsgeschichten in Oberpfälzer Mundart

In der Dorfkirche in Burgtreswitz trät Helene Rolle Geschichten in Oberpfälzer Mundart vor. Die Musikgruppe „Frischzelln“ umrahmt die Lesung.

Weihnachtsgeschichten in Oberpfälzer Mundart liest Helene Rolle. Umrahmt von der Musikgruppe die „FrischZelln“ mit heimeligen Klängen auf Zithern und Akkordeon.
von Peter GarreissProfil

Lustige und besinnliche Geschichten und Gedichte aus früheren Zeiten hörte die Besucher in der Dorfkirche. Mucksmäuschen still war es, als Helene Rolle die Geschichten in Oberpfälzer Mundart zu Gehör brachte. Zweiter Vorsitzender des Fördervereins Schloss Burgtreswitz, Thomas Hupfauf, begrüßte die Gäste im vollen Gotteshaus und dankte Rolle und den Musikern. Umrahmt wurde die Lesung von der Musikgruppe den „FrischZelln“.

Mit einer lustigen Geschichte von der Weihnachtsgans, die niemand schlachten wollte, begann die Lesung. Rolle berichtete von einem Bauern, der den Tieren in der Mettennacht zuhören wollte und sich versteckte, weil es geheißen hat, dass die Tiere in der heiligen Nacht sprechen können. Sie berichteten, dass auf sie ein schweres Jahr zukomme, weil sie den Bauern auf den Friedhof fahren müssten. Der überlegte, wie er das abwenden könne. In einer anderen Geschichte erfährt der Bauer, dass man zu den Tieren gut sein müsse.

Die „FrischZelln“ mit Agnes Frischholz (Zither), Andrea Zellner (Zither und Hackbrett) und Martin Zellner (Akkordeon und Alphorn) spielten zwischen den Stücken immer wieder adventliche Weisen.

Die Zuhörer lauschten der Erinnerung an eine Zeit, als die Leute in den 50er Jahren noch Holzschuhe trugen. Der Großvater hatte mit seinem neunjährigen Enkel eine Abmachung getroffen, für ein „Fuffzgerl“ (fünfzig Pfennig) die Holzpantoffel zur der Bäuerin am Heilinghof zu tragen. Für den kleinen Kerl war das ein weiter Weg, aber viel Geld. Er überlegte, was er sich dafür alles kaufen könne und hatte eingewilligt. Auf dem Heimweg musste er durch den Schnee stampfen. Da er müde war, und legte er sich hin und schlief ein. Der Vater suchte ihn mit der Laterne und so fand die Geschichte ein glückliches Ende.

Erschütternd war das Schicksal eines Krieggefangenen in Sibirien zu Weihnachten. Auch ein freudiges Gedicht über die Weihnachtszeit trug Rolle vor, als das Jesuskind auf die Erde gekommen ist. Zwischen den Vorträgen blies Martin Zellner ins Alphorn. Helene Rolle erzählte auch vom kleinen Franzl und dem Christbaumstehlen. „Es wird scho glei dumpa“ spielten die Musiker. Ein Gedicht über die Heilige Nacht in die heutige Zeit versetzt, war noch zu hören.

Zum Schluss wünschte Rolle mit einem Gedicht allen "viel heilig Nacht, dass Christkindl kommt und in den Herzen drin lacht". Bei dem letzten musikalischen Stück summten die Leute mit. Die Akteure wurden mit großem Beifall vom Publikum belohnt. Wer wollte, konnte etwas ins Körbchen für die Restaurierung des Schlosses legen.

Ein Alphornsolo präsentiert Martin Zeller zu den vorgetragenen Weihnachtsgeschichten in Oberpfälzer Mundart von Helene Rolle.
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