07.05.2019 - 16:52 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Freizeitsee kein "Disneyland"

Der Freizeitsee Dießfurt ist beliebt - bei Badegästen, Anglern und auch beim Landkreis. Dieser liebäugelt mit einem Tourismus-Konzept. Die Bayerischen Staatsforsten, Eigentümer des Gebiets, sind nicht abgeneigt. Doch es gibt viel zu klären.

Ein gewaltiges Gelände mit drei Seen erstreckt sich nahe Dießfurt. Dort, wo vorher Kies abgebaut wurde, will der Landkreis ein Tourismus-Projekt realisieren.
von Redaktion ONETZ Kontakt Profil

Für Ende Mai hat Rudolf Zwicknagl, Leiter des zuständigen Forstbetriebs Schnaittenbach (Bayerische Staatsforsten), einen Gesprächstermin mit Landrat Andreas Meier vereinbart. Bei diesem Treffen will er seine Vorstellungen eines nachfolgenden Nutzungskonzeptes mit denen des Landkreises "synchronisieren", wie er es nennt.

"Wenn der Landkreis ein Nutzungskonzept hat, das realistisch ist, dann werden wir uns nicht sperren", teilte Zwicknagl mit. "Man muss halt miteinander reden." Der Forstbetriebsleiter vermutet, dass es vonseiten des Landkreises noch keine konkreten Planungen zu einem Freizeitprojekt gibt. "Ich gehe davon aus, dass alles noch im Ideen-Status ist." Zwicknagl selbst kann sich vorstellen, dass das rund 120 Hektar große Kiesabbau-Gebiet, wenn es komplett aus der Bergaufsicht entlassen wurde, für Badegäste und die Fischerei zur Verfügung gestellt werde. "Wir wollen keinen großen Tourismus, kein Disneyland", sagte er. "Es muss zu Land und Leuten passen und ökologisch sein." Die Staatsforsten müssen laut Zwicknagl bestimmte Auflagen wie Naturschutzzonen berücksichtigen. Die müssten auch bei einem Nachfolgekonzept beachtet werden. "Da gibt es überhaupt keine Alternative", betonte der Leiter.

In welcher Form die Staatsforsten das Gelände zur Verfügung stellen würden, steht noch nicht fest. "Von Pacht, sonstigen Landnutzungsverträgen bis zum Verkauf eines Teils kann es die ganze Palette sein", sagte Zwicknagl. Wichtig ist dem Betriebsleiter in jedem Fall, dass es einen "Kümmerer braucht, der schaut, dass keine Feuerchen sind". Denn unerlaubte Feuerstellen und herumliegender Müll sorgten in der Vergangenheit schon mehrmals für Ärger. "Die Staatsforsten werden im Gespräch mit dem Landrat ihre Vorstellungen zur Nutzung, Müllproblematik etc. einbringen, offen für Entwicklungsvorschläge des Landkreises sein und eine abgestimmte, gemeinsame Lösung für das weitere Vorgehen finden", teilte Zwicknagl mit.

Aus der Pressestelle des Landratsamtes Neustadt/WN war zu erfahren, dass es momentan noch keine konkreten Planungen für das Areal gebe. "Der Kreisausschuss hat bisher nur beschlossen, dass sich der Landkreis bei einem durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) geförderten Konzept zur Entwicklung des Areals an dem kommunalen Eigenanteil beteiligt", schrieb Pressesprecherin Claudia Prößl in einer Stellungnahme. Das Konzept solle aber von der Integrierten Ländlichen Entwicklung Vierstädtedreieck (ILE) beauftragt werden.

Für weitere Details verwies Prößl an den Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch als Ansprechpartner. Dieser war für eine Stellungnahme jedoch nicht erreichbar.

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