19.09.2019 - 15:33 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Naturschutz und Baden in Dießfurt Einklang bringen

Nicht nur in den Stadträten von Pressath und Grafenwöhr, auch im Kreisausschuss stoßen die Ideen der Bayerischen Staatsforsten auf Widerstand. Die würden Freizeitvergnügen an den Baggerseen im Josefsthal den Garaus machen.

Philipp Bahnmüller (links) und Landrat Andreas Meier diskutieren an den Baggerseen bei Dießfurt, ob und wie dort Naturschutz und Badevergnügen miteinander vereinbar sind.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Daher legte der Kreisausschuss einstimmig Widerspruch gegen den Abschlussplan der Staatsforsten ein. Der lasse nur den Naturschutz zu seinem Recht kommen, sanfter Tourismus bleibe außen vor. Es gelte aber nach wie vor der Regionalplan aus dem Jahr 2004, in dem eindeutig eine Freizeitnutzung festgehalten ist. Eine Entscheidung sei erst dann sinnvoll, wenn ein Nutzungskonzept der Integrierten Ländliche Entwicklung (ILE) Vierstädtedreieck vorliege.

Der bisherige "Abschlussbetriebsplan" der Staatsforsten und des wegen des früheren Kiesabbaus zuständigen Bergamts Nordbayern mit reiner Öko-Komponente, treibt einige Kreisräte auf die Palme. Gerald Morgenstern (CSU) spricht von "Abschussbetriebsplan". Manfred Plößner zitiert die Stimmung bei einer Veranstaltung in Schwarzenbach: "Wir haben für die Entstehung des Freizeitsees Verkehr und Schmutz in Kauf genommen, jetzt wollen wir von dem See auch etwas haben."

Landrat Andreas Meier ist über die rigiden Aussagen im Betriebsplan ebenfalls erstaunt. "Da war mündlich etwas anderes vereinbart." Er bemüht sich die Wogen zu glätten und traf sich am Mittwoch vor Ort mit Philipp Bahnmüller, dem neuen Leiter des zuständigen Forstbetriebs Schnaittenbach. Der erklärte, warum man die drei zusammenhängenden Seen "zur Festung ausgebaut" habe, wie Morgenstern kritisiert. Bei schönem Wetter seien viele mit Autos und Motorrädern bis ans Wasser vorgefahren und hätten dort sogar Rennen veranstaltet. Dazu komme Müll von nächtlichen Gelagen. Schranken oder Zäune, die dies unterbinden sollten, habe ein Teil des Partyvolks zu Feuerholz verarbeitet. Daher habe der Forst die Wege nun mit Erdwällen blockiert.

Überdies hätten die Staatsforsten die westliche Uferlinie des nördlichsten und größten Sees mit kleinen Buchten und Flachwasserzonen gestaltet. Bahnmüller: "Dort kann selbstverständlich gebadet werden. Auch der Parkplatz am mittleren See kann weiterhin genutzt werden. Durch unsere Maßnahmen schränken wir die Erholungsnutzung überhaupt nicht ein, der See wird vielmehr attraktiver für Mensch und Natur." Diese Maßnahmen sind für Meier "zum Teil durchaus nachvollziehbar". Wichtig sei eine gemeinsame Entwicklung des Areals.

Die Kreisverwaltung erinnert an eine frühere Vereinbarung. Nach der hätten östlich des Damms im Josefsthal Wald und Naturschutz Priorität, westlich davon der Badebetrieb.

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Kommentare

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Peter Steinbock

Möchte mich bei Herrn Landrat Meier, Herrn Morgenstern und den weiteren Personen bedanken, die den Freizeitsee fest im Auge behalten und sich für die Wasserfreunde einsetzen. Für mich ist es eine gute Nachricht. Als Eschenbacher sehe ich in der Nutzbarkeit der Freizeitanlage Rußweiher größere Hemmnisse wie die teils rigide Handhabung von geringen Öffnungszeiten, die Totalschließungen der Gesamtanlage mitten im Hochsommer wegen Blaualgen und das vermutlich ungelöste Verschlammungsproblem nach zwei Injektionsmaßnahmen bisher.

19.09.2019