"Ich ziehe meinen Hut vor euch"

31 Jahre an der Spitze einer Feuerwehr, das schreit geradezu nach dem Ehrenvorsitz. Hans Kühner hat jahrzehntelang die Dorffeuerwehr verkörpert. Bürgermeister Karlheinz Budnik bezeichnet ihn als einen „Diplomaten in Feuerwehruniform“.

Karl-Heinz Rösch (rechts) und Hans Kühner (Vierter von rechts) werden zum Ehrenkommandanten beziehungsweise Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit im Bild die Führungsriege der Wehr und die Ehrengäste.
von Gabi EichlProfil

Die Ernennung Kühners zum Ehrenvorsitzenden ist Höhepunkt der Jahreshauptversammlung. Gleichzeitig wird der langjährige Kommandant Karl-Heinz Rösch zum Ehrenkommandanten ernannt. „Ohne euch stünden wir heute nicht da, wo wir sind“, sagt der Vorsitzende Josef Ernsberger. Und die Ehrengäste in der überfüllten Gaststube des „Grünen Baums“ schließen sich den lobenden Worten an. Budnik bekundet tiefen Respekt vor den Leistungen der beiden altgedienten Feuerwehrmänner, spricht von einer „herausragenden Lebensleistung“. Ähnlich äußert sich Kreisbrandmeister Matthias Höning. Der Kommandant der Windischeschenbacher Stützpunktfeuerwehr, André Stessmann, sagt: „Ich ziehe meinen Hut vor euch.“

Speziell gefertigte Medaille

Die Feuerwehr hat eigens für Kühner und Rösch eine Medaille anfertigen lassen mit dem Feuerwehrwappen auf der einen Seite und dem Leitwort der Feuerwehren auf der anderen Seite: „Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr.“

Die Dorffeuerwehr, der einzige Verein im Ort, hatte im vergangenen Jahr 16 Einsätze. Im Jahr zuvor waren es nur zwei gewesen. Darunter waren fünf Brände, einer davon der knapp achtstündige Brand bei der Firma Kraus. Ein anderer, ein Feuer im Wald ging nach den Worten des Kommandanten Gregor Neumeier zufolge glimpflich aus.

Eine stattliche Anzahl von Einsätzen, sagt der Bürgermeister. Die sei nur zu bewältigen, wenn man auch als kleine Wehr beständig übe, was keine Selbstverständlichkeit sei.

Die Übungen zweimal im Monat sind laut Neumeier immer gut besucht. Die aktiven Feuerwehrleute seien 2019 ganze 130 Stunden im Einsatz gewesen und hätten mehr als 560 Übungsstunden geleistet. Neumeier dankt der Stadtfeuerwehr für die Unterstützung unter anderem bei der Ausbildung der Atemschutzgeräteträger, außerdem der Stadt für die finanzielle Unterstützung. „Es ist gut zu wissen, dass eine Stadt hinter ihren Ortsfeuerwehren steht“, sagt der Kommandant.

"Wir sind stolz auf euch"

Wie sehr die Stadt hinter den kleinen Feuerwehren steht, betonen Feuerwehr-Referent Thomas Wilhelm und SPD-Fraktionssprecher Werner Sauer, der die Wehren vor Ort als „wichtiges Gut“ bezeichnet. „Wir brauchen euch, wir sind stolz auf euch“, sagt Sauer. Wilhelm stellt auch die Bedeutung des Feuerwehrvereins heraus, dessen Arbeit für den Zusammenhalt im Dorf stehe.

Die Vereinsarbeit im vergangenen Jahr hatte Vorsitzender Josef Ernsberger umrissen. Die Wehr habe wieder an vielen örtlichen Veranstaltungen teilgenommen wie auch an Jubiläen benachbarter Feuerwehrvereine. Gut besucht waren laut Ernsberger das Emmaus-Café und das Weinfest.

Lobend stellt der Vorsitzende die Jugendarbeit heraus. Die seit vier Jahren bestehende Gruppe „Florian spielt“ zähle im Schnitt regelmäßig 15 Teilnehmer. Die Gruppe nehme auch am Ferienprogramm der Stadt teil und mache auf diese Weise Werbung für die Feuerwehren.

Herausragende Nachwuchsarbeit

Was genau der Nachwuchs im vergangenen Jahr getan hat, berichtete Jugendwartin Silvia Schulze. Sie nannte unter anderem einen Übungsnachmittag mit der Neustädter Wehr, einen Ausflug zu einem Kletterpark, einen Grillabend, den Stadtrat Wilhelm finanziert hat.

Budnik sprach von einer Jugendarbeit, „die sich Sie schreibt“. Wenn man nicht auf die Jugend zugehe, dürfe man sich nicht wundern, dass man keinen Nachwuchs habe, sagte der Bürgermeister und überreichte der Jugendwartin eine Spende.

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