05.05.2020 - 13:38 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Zum Abschied gibt's positive Zahlen

Höhere Einnahmen in fast allen Bereichen, und die Schulden gehen weiter nach unten. In seiner letzten Sitzung freut sich Bürgermeister Hans Graßl über positive Zahlen in der Jahresrechnung. Sechs Räte werden verabschiedet.

Bürgermeister Johann Graßl (rechts) verabschiedete mit Johann Lindl, Ludwig Walbrun, Josef Zwack sowie Karl Wagner, Angelika Portner und Michael Albang (von links) sechs langjährige Gemeinderatsmitglieder und überreichte Urkunden und kleine Präsente.
von Udo WeißProfil

Ein langgehegter Wunsch ging für den scheidenden Bürgermeister ebenfalls in Erfüllung. Die Pro-Kopf-Verschuldung konnte auf 573,77 Euro reduziert werden, und liegt damit nun unter dem bayrischen Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden (618 Euro). „Da schnauf ich durch“, freute sich Graßl, der nach 24 Jahren als Bürgermeister das Amt an Anita Forster übergab.

In fast allen Bereichen des Rechnungsergebnisses 2019 der Gemeinde Dieterskirchen waren höhere Einnahmen erzielt worden, als im Haushaltsansatz geplant war. Bei den Ausgaben wurde im Ansatz stets die oberste Grenze angenommen, die tatsächlichen Ausgaben blieben jedoch meistens darunter. Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer (8 785 Euro) und beim Einkommensteueranteil (14 619 Euro) waren erfreulich. Beim Kindergarten entstanden Mehreinnahmen dadurch, dass die Gebühren von pauschal 100 Euro pro Kind vom Freistaat Bayern übernommen werden, die tatsächlichen Kosten jedoch weit niedriger liegen. Positiv schlug auch die Photovoltaik-Anlage auf Turnhalle und Schule zu Buche.

Die Pflichtzuführung zum Vermögenshaushalt wurde mit 429 000 Euro weit überschritten. Der Verwaltungshaushalt 2019 schloss in den Einnahmen und Ausgaben mit 1,93 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 1,58 Millionen Euro. Standen die Schulden 2017 noch bei knapp 720 000 Euro, so verminderten sie sich 2019 auf 579 000 Euro. Damit sank auch – wie anfangs erwähnt – die Pro-Kopf-Verschuldung. Graßl informierte die Räte, dass Streichen und Fliesen als letzten Aufgaben beim Anbau der Kinderkrippe anstehen. Die Sanierung des Rathauses sei abgeschlossen, auch die Zufahrt zur Sternwarte fertig.

Sehr ausführlich und individuell nahm Graßl die Verabschiedung sechs ausscheidender Gemeinderäte vor. Er hob die fachlichen Fähigkeiten und menschlichen Besonderheiten jedes Einzelnen hervor, mit denen "Entscheidungen zum Wohle aller Bürger" getroffen worden seien. Besondere Würdigung erfuhren die „Urgesteine“ Ludwig Walbrun und Michael Albang, die 30 Jahre lang dem Gremium angehörten. Walbrun stand dem Bürgermeister besonders bei Baumaßnahmen zur Seite. Aufgrund seines umfangreichen Wissens und der großen Berufserfahrung wirkte er bei Planungen mit Ratschlägen und Lösungen konstruktiv mit. Michael Albang brachte berufliche Erfahrung besonders in der Phase der Haushaltskonsolidierung ein. Als Dritter Bürgermeister hat er 24 Jahre lang Aufgaben für die Gemeinde wahrgenommen und großen Einsatz gezeigt.

Besonders hob Graßl auch Johann Lindl hervor, der 24 Jahre dem Gremium angehörte. Mit Leidenschaft und teilweise auch emotional habe er sich für die Belange der Gemeinde eingesetzt. Josef Zwack war 18 Jahre im Gemeinderat war als Elektrofachmann unter anderem Ratgeber bei der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Angelika Portner war zwölf Jahre lang die einzige Frau im Gremium. Sie hatte das Amt der Familienbeauftragten inne und setzte sich für Themen wie die Restaurierung der Kreuzwegfiguren und das Priestergrab auf dem Friedhof ein.

Als Fachmann auf dem Bausektor war Karl Wagner besonders bei Sanierungen und dem Kindergartenbau in seinen sechs Dienstjahren aktiv. Parteipolitik habe im Gemeinderat nie eine Rolle gespielt, sondern vielmehr der gesunde Menschenverstand, betonte Graßl. Er betonte, dass alle ausscheidenden Räte nach wie vor gesellschaftlich und in Vereinen sehr aktiv seien. „Bleibt's alle gesund!“, wünschte Graßl zum Abschied.

Positiv beschieden wurden eingangs der Sitzung zwei Bauanträge für ein Einfamilienhaus in Dieterskirchen und der Neubau einer Doppelgarage mit Abstellraum in Prackendorf.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.