29.07.2018 - 09:45 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Ansturm auf den Blutmond

Meterlange Schlangen vor den neun Teleskopen, Menschenmengen im Vortragsraum und „Abfertigung“ im Zehn-Minuten-Takt im Planetarium. Mit so vielen Interessierten hat das Sternwarten-Team um Vorsitzenden Johann Köppl nicht gerechnet.

Über 700 Gäste beobachteten an den acht Vereins-Teleskopen die Mondfinsternis, Mars und zahlreiche Himmelskörper. Auf der Fläche vor der Sternwarte war kein Plätzchen mehr frei, auch auf den Wiesen saßen und standen Hunderte von interessierten Gästen, ausgerüstet mit Teleskopen, Ferngläsern und Fotoapparaten.
von Udo WeißProfil

(weu) Etwa 700 Besucher, darunter 100 Kinder, kamen zur Sternwarte, um die Mondfinsternis zu beobachten, und sich über Planeten, Mars und Mond aufklären zu lassen. Bei idealen Bedingungen konnten die Gäste die Mondfinsternis und den roten Blutmond beobachten. Stundenlang hatte das Team der Sternenfreunde zu tun, um den unaufhörlichen Besucherstrom zu kanalisieren.

Im Vortragsraum klärte Vorsitzender Johann Köppl über den Mond und die Mondfinsternis auf. David Janousch, der als Astrophotograph sensationelle Bilder macht, informierte über den Mars, der nur alle 15 Jahre der Erde besonders nahe kommt. Nach jetzigem Stand der Technik sei der Mars, ein guter erforschter Planet in einer Entfernung von 58 bis 200 Millionen Kilometern, durchaus erreichbar. Nachgewiesen ist, dass einmal Wasser auf dem Mars floss. Der Begriff „Roter Planet“ rühre daher, dass der Mars eine eisenhaltige Oberfläche hat, also Rost. Die Temperatur liege bei plus 25 Grad bis minus 125 Grad, der Durchmesser ist 6780 Kilometer. Die Umlaufzeit beträgt 687 Tage, die zwei Monde des Mars sind Rhobos und Deimos. "Der Mars liegt am Rande der habitablen Zone“, so Janousch, allerdings drifte die Atmosphäre zu schnell weg.

Im Planetarium wurden die Sterne und der Himmel naturnah abgebildet, so dass die Gäste bequem im Sessel sitzend eine virtuelle Reise zu den Planeten, weit entfernten Galaxien und Sternenhaufen genießen konnten. Siegi Roßkopf und Grit Popelka meisterten die logistische Herausforderung, die vielen Besucher in Gruppen einzuteilen und sie ins Planetarium zu führen. Hans Walbrun und besonders auch die Jugendlichen Thomas Zimmermann aus Weichelau und Max Pretzl aus Gleiritsch beantworteten alles, was die Zuschauer wissen wollten, und stellten anhand fundierter Fragen fest, dass es sehr viel Interessierte im Bereich der Astronomie gibt. Auch der Reporterin des Bayrischen Rundfunks gab Pretzl im Interview professionelle Antworten.

In der Dunkelheit auf dem Platz vor der Sternwarte war Johann Köppl unermüdlich dabei, Himmelskörper und Sternbilder zu zeigen und zu erklären. „Ein fulminanter Erfolg“, waren sich die Mitglieder der Sternenfreunde einig. Mars, Mond, die ISS-Raumsonde und eine ganze Planetenparade waren zu sehen, und damit wurde eine Punktlandung erreicht. Insgesamt 13 aktive Vereinsmitglieder kümmerten sich um die Besucher und versuchten, so viel wie möglich zu zeigen und die Beobachtungsobjekte zu erklären. Dieser Erfolg freute auch Bürgermeister Johann Graßl und Dr. Heio Steffens, der mit seiner Stiftung den Bau der Volkssternwarte ermöglicht hat. Sternwarte und Planetarium wurden auf den Tag vor vier Jahren eingeweiht. Steffens' großes Ziel ist es, die Bevölkerung über Astronomie aufzuklären.


David Janousch klärte im Wechsel mit Kollegen der Sternenfreunde im Vortragsraum die Gäste über die Geheimnisse des Mars auf.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.