31.03.2019 - 13:37 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Aufklärung über "Zwerge im All"

Beim „Tag der Astronomie“ pilgern die Sternfreunde der Region nach Dieterskirchen. Sieben Teleskope geben den Blick zum Mars frei. In Vorträgen geht es unter anderem auch um „braune Zwerge“.

Großen Anklang fand der fünfte „Tag der Astronomie“ der „Sternenfreunde“. Die sieben Teleskope waren ständig belagert, wobei überraschend viele Kinder Interesse zeigten.
von Udo WeißProfil

Reges Treiben herrschte auf der Anlage der Volkssternwarte beim "Tag der Astronomie", den die "Sternenfreunde" zum fünften Mal organisiert hatten. Johann Köppl, der Vorsitzende des Vereins stellte das Programm vor. Erfreulich fand er die sehr große Zahl an interessierten Kindern und Jugendlichen. Im Planetarium präsentierte Wolfgang Horn Vorführungen zum aktuellen Sternenhimmel. Ständig belagert waren die sieben Teleskope im Außenbereich, die teilweise von Mitgliedern wie Jürgen Richthammer und Max Pretzl mitgebracht und bedient wurden. Hier konnte man den Mars sehen, der gegenwärtig 300 Millionen Kilometer weg ist. Zum Vergleich: Am 27. Juli war er nach Aussage Köppls "nur" etwa 56 Millionen Kilometer entfernt. Sternbilder wie Zwilling, Krebs und Löwe waren ebenso zu beobachten wie Sternhaufen und -nebel. Vier interessante Vorträge gaben den Gästen, die in Gruppen zu den unterschiedlichen Stationen geführt wurden, Einblicke in die Welt der Astronomie.

Dominik Turban ging auf die Lichtverschmutzung ein. Nur mehr wenige Orte sind frei von künstlichem Licht, welches das natürliche Licht der Nacht "verschmutzt", wodurch nur noch die am hellsten leuchtenden Sterne zu sehen sind. Über "braune Zwerge" klärte der Gymnasiast Max Pretzl auf, der sich in Gleiritsch eine kleine private Sternwarte gebaut hat. Der Astronomiebegeisterte klärte die Frage "Zwerge im All - gibt es das?" "Braune Zwerge" sind ein "Mittelding" zwischen Planet und Stern. Sie haben eine viel geringere Masse als normale Sterne und auch eine zu geringe Temperatur, als dass Wasserstoff zu Helium umgewandelt werden könnte. Deshalb leuchten sie weniger.

Die Geschichte der Astronomie wurde von Siegi Roßkopf vorgestellt. Sie umfasst zeitlich die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit. Bereits in der Steinzeit entstand die Astronomie aus der Einheit von Sonnen- und Gestirnbeobachtung und der kultischen Verehrung der Gestirne. Starke Impulse gaben die Erfindung des Fernrohrs um 1609 und spezieller Messgeräte. "Wo ist die zweite Erde?", fragte Johann Köppl angesichts der Tatsache, dass jeden Tag die Fläche von 17 Fußballfeldern verbaut wird. Astronomen seien auf der Suche nach einer erdähnlichen Welt, auf der Leben ermöglicht wird.

Der unter dem Motto "Licht aus - Sterne an" stehende "Tag der Astronomie" lud auch zur "Earth hour" ein, bei der von 20.30 bis 21.30 Uhr das Licht ausgeschaltet werden sollte, um die Umwelt zu schonen. An der Volkssternwarte Dieterskirchen wurde zuerst Licht mit rotem Vorsatz ausgestrahlt, um 20.30 Uhr wurde das Rotlicht entfernt. Die Gäste sollten beobachten, wie lange es dauert, bis sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt und sie die Milchstraße erkennen können. Mit dem "Tag der Astronomie" ist der Verein "Sternenfreunde" wieder einmal voll und ganz seinem Grundsatz nachgekommen, die Bevölkerung über Astronomie aufzuklären.

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