20.10.2019 - 15:14 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Sternenfreunde aus ganz Deutschland zu Besuch

Mit der Tagung des „Vereins der Sternfreunde“ mit Mitgliedern aus ganz Deutschland und hochkarätigen Referenten erleben die astronomisch Interessierten ein besonderes Wochenende. Dabei spielt auch das "Schwarze Loch" eine Rolle.

Im Foyer der Schwarzachtalhalle informierten Fachgruppen an ihren Ständen über Meteore, Kometen, Astrophysik und Radioastronomie. Auch die Dieterskirchener „Sternenfreunde“ waren mit Michael Albang, Max Pretzl, Johann Köppl, Wolfgang Horn (von links) und Sigi Roßkopf (nicht im Bild) mit Fachleuten vertreten.
von Udo WeißProfil

Mit der Tagung des "Vereins der Sternfreunde" mit Mitgliedern aus ganz Deutschland und hochkarätigen Referenten ist es den "Sternenfreunden Dieterskirchen" mit Sigi Roßkopf als Hauptorganisator gelungen, ein großartiges Ereignis in die Schwarzachtalhalle Neunburg zu bringen. Darüber freuten sich auch Bürgermeister Martin Birner und seine Stellvertreterin Margit Reichl in ihren Grußworten sowie Johann Köppl als Vorsitzender der Dieterskirchener "Sternenfreunde".

Sternfreunde aus ganz Deutschland waren zu Gast in Neunburg.

Polarlichter, Astrofotografie

Die interessierten Gäste, die sich zu Beginn der dreitägigen Tagung am Freitagabend im Panorama-Hotel Gütenland trafen, erhielten am Samstagvormittag von verschiedenen Fachgruppen der "Vereinigung der Sternfreunde (VdS)" Einblicke. Zwei Feuerkugelkameras "Tripon" und "All Sky 6" und die Beobachtung der Polarlichter auf dem Mond standen ebenso auf dem Programm wie die Astrofotografie. Die Ergebnisse eines Innovations-Workshops wurden unter dem Blickwinkel, wie man Jugendliche an die Astronomie heranführen kann, vorgestellt und gipfelten in Jugendcamps und mehr Online-Angeboten.

Mit seinem Vortrag über das erste und einzige Foto eines Schwarzen Lochs begeisterte Michael Janßen von der Universität Radbound/Holland die Sternfreunde aus ganz Deutschland.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Mitgliederversammlung der VdS abgehalten. David Janousch, stellvertretender Vorsitzender der Dieterskirchener "Sternenfreunde", stellte die Volkssternwarte und das Planetarium vor, die durch die Dr.-Heio-und-Brita-Steffens-Stiftung gebaut werden konnte. Dazu konnte er auch den Stiftungsvorstand Dr. Heio Steffens begrüßen. Vor dem öffentlichen Abendvortrag "Das erste Foto eines Schwarzen Lochs" wurde das "Dilemma der Landkartenzeichner - Abstandstreu, winkeltreu oder flächentreu" aufgezeigt.

Der VdS-Vorsitzende Sven Melchert bedankte sich bei der Stadt Neunburg und den Dieterskirchener „Sternenfreunden für die freundliche Aufnahme. Sein besonderer Dank galt Sigi Roßkopf als Hauptorganisator.

Im Foyer der Schwarzachtalhalle informierten Fachgruppen an ihren Ständen über Meteore, Kometen, Astrophysik, Radioastronomie und Deep Sky. Der Vorsitzende der VdS, Sven Melchert, bedankte sich bei der Stadt Neunburg für den "herzlichen Empfang" und bei den Dieterskirchener "Sternenfreunden" für "die Begeisterung, die erstklassige Vorbereitung und die Information der Bevölkerung", die zu einer "perfekten Tagung" geführt hatten.

55 Millionen Lichtjahre

In dem Abendvortrag stellte Michael Janßen von der Universität Radbound/Holland das erste und einzige Foto eines Schwarzen Lochs vor. Mit dem Event-Horizon-Telescope, einem Zusammenschluss von acht Radioteleskopen, verteilt über die ganze Erde, konnte erstmals ein Bild von einem Schwarzen Loch aufgenommen werden, erklärte er. Die Gravitation eines Schwarzen Lochs ist so stark, dass weder Licht noch Materie ihm entkommen kann. Bereits Albert Einstein hat in seiner allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt, dass Schwarze Löcher den Raum um sich herum krümmen.

Das erste und einzige Foto eines Schwarzen Lochs war Thema des Abendvortrags.

Das gezeigte Schwarze Loch liegt 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt in der Galaxie Messier 87 (benannt nach Charles Messier, der es 1781 entdeckt hat) und ist mit etwa sieben Milliarden Sonnenmassen extrem schwer. 200 Astronomen von 59 Instituten in 18 Ländern kombinierten die Signale aller acht Teleskope und stimmten sie aufeinander ab.

Das so entstandene "virtuelle Teleskop", dessen Auflösung einer zweimillionenfachen Vergrößerung entspricht, könnte auch einen Apfel auf dem Mond ausfindig machen. Enorme Datenmengen, die auf Festplatten auf dem Postweg übertragen wurden, erreichten die Rechenzentren des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie Bonn sowie das Observatorium in Massachusetts.

VdS-Vorsitzender Sven Melchert war begeistert von der Tagung in Neunburg.

Als nächste Schritte will man das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße erkunden, das 1000 mal näher zur Erde liegt und auch 1000 mal leichter ist. Als "Zukunftsmusik" bezeichnete es der Referent, gestochen scharfe Bilder und einige kleinere Schwarze Löcher zu sehen.

Astronomie erlebt gegenwärtig einen Boom. Der Nacht- und Sternenhimmel findet großes Interesse in der Bevölkerung.

VdS-Vorsitzender Sven Melchert

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