20.09.2020 - 12:36 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Winziges Körnchen aus dem All bringt Stiftungspreis

Ein winziges Körnchen bringt Katja Meisel ein beachtliches Preisgeld der Dr.-Brita-und-Heio-Steffens-Stiftung: Die Schülerin hat einen Botschafter aus dem All entdeckt.

Stiftungsvorstand Heio Steffens (Mitte), freute sich mit Johann Köppl (rechts) und Mitgliedern der „Sternenfreunde“ über die Verleihung des Stiftungspreises in Höhe von 1 000 Euro an Katja Meisel (Dritte von links). Die Freude teilten Lehrer Reinhard Bauer (Zweiter von links) und Schulleiter Michael Völkl (Dritter von rechts).
von Elfriede WeißProfil

Findet man in Schwandorf Meteoriten? Die landläufige Meinung wird wohl eher "nein" sein. Doch Katja Meisel weiß es besser. Sie hat einen Mikrometeoriten auf dem Dach der FOS/BOS, ihrer Schule in Schwandorf, entdeckt und sich damit den ausgelobten Preis der Dr.-Brita-und-Heio-Steffens-Stiftung gesichert.

Zur Verleihung der Urkunde und des Preisgeldes in Höhe von 1000 Euro begrüßte der Vorsitzende der "Sternenfreunde", Johann Köppl, den Stiftungsvorstand Heio Steffens, Schulleiter Dr. Michael Völkl und Physik- und Mathelehrer Dr. Reinhard Bauer, der Katja Meisel bei dem Projekt betreut hat, in der Sternwarte. "Seit dem Bestehen der Stiftung wird der Preis für besonders herausragende Projekte und Erkenntnisse im Bereich der Astronomie vergeben", betonte Steffens. Das Ziel sei, Astronomie besser an Schulen zu verankern. Dies könne durch Praktika, zusätzliche Projekte und Arbeitsgemeinschaften geschehen. "Die Arbeit der Schülerin ist es wert, einen Preis zu bekommen", sagte Steffens, der ein leidenschaftlicher Vertreter der Astronomie ist. Er fügte an: "Ein echter Astronom sitzt um 23 Uhr an seinen Geräten und geht erst um 5 Uhr morgens nach Hause." Katja Meisel konnte aber tagsüber arbeiten.

Durch die unermesslichen Entfernungen im Weltall sei es schon etwas Besonderes, wenn ein noch so kleiner Meteorit den langen Weg zur Erde zurücklegt und in Schwandorf auf dem Dach einer Schule landet, sagte Steffens. Katja Meisel aus Wackersdorf hat ihr Projekt bereits im Rahmen eines Stammtisches den Sternenfreunden vorgestellt. Sie verfasste dazu ihre Seminararbeit "Suche und Identifikation von Mikrometeoriten".

Pro Jahr fällt rein statistisch ungefähr ein Mikrometeorit auf einen Quadratmeter der Erde. Die meisten haben einen Durchmesser von etwa 0,3 Millimetern und enthalten Eisen. Somit sind sie magnetisierbar. Zunächst sammelte Katja Meisel den Staub auf dem Dach ihrer Schule mit Kehrschaufel und Besen auf. Mit Hilfe eines starken Magneten wurden die magnetischen Körnchen abgetrennt.

Nur Material mit der richtigen Größe wurde dann mikroskopisch untersucht, endgültige Gewissheit bringt die Untersuchung der Oberflächenstruktur und der enthaltenen chemischen Elemente mit einem Elektronenmikroskop. Von zwanzig "verdächtigen" Steinchen wurde ein Mikrometeorit an der OTH Regensburg bestätigt.

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