26.05.2020 - 09:52 Uhr
Döllnitz bei LeuchtenbergOberpfalz

Lourdes-Grotte in Döllnitz 110 Jahre alt

Die Lourdes-Grotte hier noch mit der Statue der Heiligen Bernardette, die leider vor vielen Jahren gestohlen wurde.
von Sieglinde SchärtlProfil

Lourdes ist der drittgrößte Marienwallfahrtsort der Welt und der größte in Europa und Million von Gläubigen pilgern in die die Pyrenäenstadt in Frankreich. Im Mai erreichen die Marienwallfahrtsorte immer wieder eine besondere Anziehungskraft, und an den Stätten werden Pilger- und Festgottesdienste sowie Maiandachten abgehalten. Zur Zeit sieht alles etwas anders aus und viele beten entweder alleine oder Zuhause oder in den Kirchen.

Eine Lourdes-Grotte gibt es seit 1910 auch in Döllnitz. Hier wurde, soweit es das Wetter zuließ, jährlich von der Frauengruppe zur Maiandacht eingeladen. Auch die Palmenweihe am Palmsonntag fand seit einigen Jahren hier statt. Nur heuer ist alles, wegen der Pandemie anders und die Gebetszusammekünfte mussten daher entfallen. Die Grottesie liegt oberhalb des Expositurhauses auf dem Weg nach Bernrieth und wurde 1910 von Expositus Johann Schmid aus Granitsteinen mit Zementmörtel erbaut. Die Rückwand der Nische ist mit Eisenhacken vom ehemaligen Eisenhammer-Fischerhammer verkleidet. Den Dachstuhl aus Eichenholz schenkte der Tanzmühlner Josef Gieler.

Der eiserne Opferstock kostete 22 Mark. Das Eisengitter 35 Mark, die Statue 70 Mark, alles zusammen 250 Mark. Dazu spendete Jungfrau Juliane Krapf, Kleßberg, Bauerstochter und Jungfrau Katharina Baier (heute Bäumler) von Döllnitz und sie legten auch 1910 den Grundstein. An diese zwei Stifterinnen erinnert die Marmorgedenktafel in der Grotte. An Maria Himmelfahrt, 15. August 1910, fand die feierliche Einweihung statt unter Assistenz der Diakone Johann Hirmer von Glaubendorf und Moritz Rieder von Döllnitz (späterer Monsignore und Superior des Kloster Mallersdorf). Bei Einbrechen der Dunkelheit wurde die Grotte illuminiert und der Rosenkranz gebetet. Als Andenken wurden Bildchen verteilt. 1946 wurde die Grotte renoviert und am 1. Mai 1946 neugeweiht von Expositus Vollath.

(Auszug aus dem Registenbuch des Expositur- und Schulbezirks Döllnitz Johann Schmid Expositus von Döllnitz 1908 bis 1910)

Die Gedenktafel an der rechten Seite der Lourdes-Grotte, die an die beiden Spenderin erinnert.
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