Käfer-Invasion vom Feld nervt Anwohner

Die Biester marschieren in Divisionsstärke auf. Wie eine nicht zu stoppende Phalanx nehmen sie von einem Feld bei Dürnsricht aus Kurs auf Vorgärten, Schuppen und Wohnhäuser. Es sind Blattrandkäfer, die für Menschen zur Plage werden können.

Der Blattrandkäfer wird zwischen fünf und sieben Millimeter groß. Er bevorzuht Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen und Wicken als Nahrung.

Die Wohnlage ist idyllisch. Weit öffnet sich vom Dürnsrichter Straßenzug "Am Wetterkreuz" der Blick hinüber in Richtung Schmidgaden. Das Auge erfasst hektargroße Felder. Viele sind schon abgeerntet. Eines war es bis zum vergangenen Samstag nicht. Und genau dort lag der Anlass für eine unverhofft beginnende Plage, die nach Einschätzung der Anliegerin Barbara Brandl vor knapp zwei Wochen begann.

Überall am Haus

Plötzlich wimmelte es nur so. Tausende kleiner Käfer krochen und krabbelten rings ums Haus. Sie drängten sich an Fundamenten und Wänden, waren bald schon in Kellerabteilen, verschafften sich Zugang durch offene oder gekippte Fenster. Barbara Brandl und mit ihr mehrere Nachbarn begannen zu schuften. Vornehmlich mit Besen wurde der Plage zu Leibe gerückt. Größere Eimer füllten sich. Dock kaum hatte man eine Ladung der Blattrandkäfer ins Jenseits befördert, rückten drüben vom Feld her neue Scharen an. Auch in Gärten taten sie sich gütlich. Besonders Rosen schienen den Biestern aus der Gattung "Sitona" zu schmecken.

Unerschöpflicher Vorrat

Das ging über etliche Tage so weiter. Rings ums Haus zog Barbara Brandl dicke Spuren mit Backpulver. Das half zwar bei der Eliminierung des Übels. Aber immer nur kurzzeitig. Denn die Blattrandkäfer-Kulturen waren schier unerschöpflich. Die Zuwanderung der fünf Millimeter großen Schädlinge hörte nicht auf.

Auf dem großen Feld drüben neben der Straße "Am Wetterkreuz" hatte ein Landwirt heuer im biologischen Anbau Futtererbsen angesät. Ein Spritzen gegen Ungeziefer verbot sich angesichts der biologischen Vorgehensweise.

Millionenfacher Nachwuchs

Das allerdings spielte dem Blattrandkäfer in die Karten. Der gefräßige und flugfähige Schädling konnte sich nach Belieben verbreiten, seine Eier in den Boden legen und für millionenfachen Nachwuchs sorgen.

Nach tagelangem Dauereinsatz war Barbara Brandl nervlich irgendwo am Ende. Die gestresste Anwohnerin sprach mit dem Landwirt und erfuhr, wie sie sich erinnert, man werde die zwischenzeitlich einen sehr vertrockneten Eindruck machenden Futterbsen, die wohl einen hohen Eiweißgehalt haben, demnächst abernten. Doch momentan stünde kein Mähdrescher zur Verfügung. Irgendwie einleuchtend. Denn die Ernte läuft in diesen Tagen auf Hochtouren. Doch geschehen musste etwas.

Feld jetzt abgeerntet

Am vergangenen Samstag, als Barbara Brandl gerade wieder einmal ihren bis dahin aussichtslosen Kampf gegen vorrückende Sitona-Geschwader führte, war plötzlich der Mähdrescher da. Nicht lange darauf präsentierte sich das riesige Areal abgeerntet. Mehr noch: Zusätzlich nach Dürnsricht beorderte landwirtschaftliche Fahrzeuge lockerten den Boden.

Ob damit die Blattrandkäfer-Horden beseitigt sind, hätte wohl nur ein Experte beantworten können. Weil ein solcher nicht greifbar war, muss nun abgewartet werden, ob das Übel im wahrsten Sinn des Wortes an der Wurzel gepackt wurde.

Eine Schaufel voll mit Käfern, in den mit Sand gefüllten Eimer gekehrt: Wie ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts einer tagelang anhaltenden Plage, die vom Feld aus Häuser, Nebengebäude und Gärten heimsuchte.
So ging das über etliche Tage hinweg: Eimer aufgestellt, Besen in der Hand und sorgenvolle Blicke hinüber auf ein Feld, von dem aus riesige Scharen von Blattrandkäfern ihren Weg in Richtung Wohnsiedlung nahmen. Nicht nur für Barbara Brandl ein stressiger Dauereinsatz gegen die unverhofft einsetzende Plage.
Amberg
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