Zur Entstehung der Burgen in der Oberpfalz

Der Burgbau in der Oberpfalz durchlief verschiedene Phasen. Auf was es bei der Einordnung zu achten gilt, weiß Mathias Conrad.

Kreisheimatpfleger Mathias Conrad hielt einen Vortrag über Burgen in der Oberpfalz.
von Heidi KurzProfil

"Die Burg als Bauwerk" stellte Mathias Conrad in den Mittelpunkt seines Vortrags beim Freundeskreis Goglhof. Der Kreisheimatpfleger gilt als einer der profundesten Kenner des Burgenbaus. Im Gasthaus Kugler zeigte er anhand von Bildern die Entwicklung der Oberpfälzer Burgen auf.

"Die wenigsten Burganlagen sind in einem Zug entstanden", schickte er seinen Ausführungen voraus. Mit Bildern des achteckigen Wohnturms aus Ebermannsdorf und des Stephansturms aus Ensdorf schilderte er die Burgen in der Zeit der Salier im 11. Jahrhundert. Sie bestanden aus einem Wohnturm, der von einer steinernen Ringmauer und einem Graben umgeben war. Der Turm besaß zum Schutz vor Feinden einen Hocheingang, der nur mit einer Leiter oder einer abwerfbaren Treppe erreicht werden konnte. Der Adel baute diese Burgen als repräsentative Wohnsitze. "Der einzige Luxus war ein offener Kamin und ein Abort", erklärte Mathias Conrad.

Die Stauferzeit von 1125 bis 1270 beschrieb er als die klassische Epoche des Burgenbaus. In dieser Phase entstanden Anlagen auf Bergen oder Felsengipfelen. Beispiele im Landkreis wären Breitenstein, Neidstein und Rupprechtstein. Sie dienten nicht nur dem Schutz der adeligen Bewohner, sondern demonstrierten auch deren Herrschaftsanspruch: Nun gab es sowohl einen Turm (Bergfried) als auch ein Wohngebäude (Pallas), die von einer Ringmauer mit einem Wehrgang umgeben waren. Auch eine Kapelle über dem Eingangstor sollte eine abschreckende Wirkung auf die Angreifer haben, wie die Torkapellen der Burgen auf dem Breitenstein und in Vilseck zeigen.

Bei den Burgbauten des Spätmittelalters wurde der Verteidigungscharakter noch mehr betont. Die Mauern erhielten Schießscharten und zusätzliche Schalentürme. Vorbefestigungen und Zugbrücken sollten es den Angreifern schwer machen, die Burg zu erstürmen. Conrad nannte die Burgen Leuchtenberg und Veldenstein als Beispiele. In der frühen Neuzeit, der letzten Epoche des Burgenbaus, galt es, mit dickeren Mauern und Geschützrondellen den Angreifern zu trotzen.

Die Flötengruppe Rosenholz unter der Leitung von Helma Koch spielte passend zum Vortrag mittelalterliche Musik. Hermann Gnahn, der Vorsitzende der Goglhof-Freunde, dankte und überreichte ihnen österliche Blumengestecke.

Die Flötengruppe Rosenholz unter der Leitung von Helma koch umrahmte de Burgenvortrag mit mittelalterlicher Musik.

Die wenigsten Burganlagen sind in einem Zug entstanden.

Kreisheimatpfleger Mathias Conrad

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