Ebermannsdorf
06.11.2018 - 16:10 Uhr

Mit kaiserlichem Vorbild voran

Vier Multivisionsschauen, 1920 Digital-Fotografien: In und um Ebermannsdorf, von oben und aus der Froschperspektive. Das Ehepaar Birner hat keine Mühen gescheut, einen Abend von Menschen für Menschen zu gestalten.

„Menschen für Menschen“-Sprecher Steffen Klemmt und Melanie Koehler, Heidi Dolles-Birner, Pädagogin Hayria Krysa und Bürgermeister Josef Gilch (von links) sind überwältigt von der Spendenbereitschaft an diesem Abend. Bild: dwi
„Menschen für Menschen“-Sprecher Steffen Klemmt und Melanie Koehler, Heidi Dolles-Birner, Pädagogin Hayria Krysa und Bürgermeister Josef Gilch (von links) sind überwältigt von der Spendenbereitschaft an diesem Abend.

"Nach Zeiten der Abstinenz, wollte ich wieder für meinen Lieblingsverein tätig sein", erzählt Heidi Dolles-Birner. Vor Jahren suchte sie nach einer geeigneten Organisation, die sich wirklich um die Anliegen von Menschen kümmert. "Aber das war gar nicht so einfach, denn keine konnte mir beweisen, dass alle Spenden ausschließlich den Projekten zugute kommen."

Schließlich erhielt die Ebermannsdorferin den Jahresabschluss-Bericht von "Menschen für Menschen" und war begeistert. Kurz darauf lernte sie den Gründer dieser Stiftung kennen: Karlheinz Böhm, auch bekannt als Kaiser Franz Joseph aus der Sissi-Trilogie. "Seine Präsenz war einfach großartig. Er war so menschlich und ausgeglichen", erzählt sie. Ein Vorbild sozusagen, das Heidi Dolles-Birner eigentlich selbst verkörpert. Die zierliche, liebenswerte Power-Frau konnte schon vor zehn Jahren im ACC über 20 000 Euro sammeln, um die Spenden in Äthiopien gut anzulegen. Dies klappte aber nur mit der Hilfe von vielen Freunden und Bekannten. "Künstlerin Ruth Wellnhofer überließ mir zum Beispiel einen Siebdruck zum Verkauf", erzählt sie und ist immer noch zu Tränen gerührt. Für diesen Benefizabend begannen die Vorbereitungen bereits im Februar. Ohne große Erwartungen sprach sie mit der Bitte um Unterstützung beim Oberhaupt von Ebermannsdorf vor. "Bürgermeister Josef Gilch hat ohne Zögern zugesagt." Ihre Augen strahlen. Heidi Dolles-Birner kann die Hilfsbereitschaft eines jeden, der ihr gegenüber steht, entlocken. Georg Birner, der sozusagen als Heimat-Fotograf der Region agiert, investierte viel Zeit in die Erstellung seiner Multivisionsschauen, um den Gästen einen unterhaltsamen Abend zu bereiten.

Auch Vertreter von "Menschen für Menschen" reisten von München an, um sich allen Fragen zu ihren Selbsthilfeprojekten in Äthiopien zu stellen. Seit Gründung der Stiftung konnten unter anderem 435 Schulen, über 2000 Wasserstellen, 101 Gesundheitsstationen und Imkereien gebaut und den Dorfgemeinschaften überlassen werden.

Kinder-Pädagogin Hayria Krysa erzählt von der Erstellung der Kochstellen, die die Frauen selber reparieren können. "Meinen Landsleuten wird Wissen übermittelt und es werden Perspektiven geschaffen", weiß die Regensburgerin, die regelmäßig in die Hauptstadt Addis Abeba reist, um ihre Familie zu besuchen. Unterstützt wird der Benefizabend von der Gemeinde Ebermannsdorf, einem regionalen Imker und dem Heimatverein, deren Verkaufserlöse ebenfalls gespendet werden.

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