03.04.2020 - 12:48 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Der Nachbar schafft's - und hilft unkompliziert

Niemand muss sich in Gefahr begeben, wenn er zurzeit eine Erledigung hätte. Anruf genügt und es wird geholfen. Schnell, unkompliziert und gerne.

Kontaktlos und ohne Infektionsgefahr werden Einkäufe und Bezahlung an vereinbarten Orten ausgetauscht.
von Christine Wendl - wecProfil

Vor zwei Wochen, als Ministerpräsident Markus Söder den Notstand ausgerufen und zum Daheimbleiben aufgefordert hat, gründeten zwei junge Frauen aus Ebermannsdorf relativ spontan eine Hilfsgruppe und fanden über die sozialen Netzwerke innerhalb kürzester Zeit einen Pool von annähernd 50 freiwilligen Helfern. Nadine Peterlein und Tina Schindler haben nun diese Ehrenamtlichen, die zwischen 18 und 60 Jahren alt sind, im Blick. Sie führen sie auf einer Liste, auf der sie gleich sehen, wer für was infrage kommt. Mit Andreas Denk fanden sie einen kompetenten Mitstreiter, der durch seine berufliche Qualifikation wusste, wie man eine derartige Gruppe versicherungstechnisch führen sollte.

Laut Nadine Peterlein kommen seit der Veröffentlichung in Facebook und dem gleichzeitigen Verteilen der informativen Flyer an alle Haushalte des Gemeindegebiets regelmäßige Anfragen. Überwiegend sind es ältere oder kranke Menschen, die - zurzeit besonders - allein leben und Lebensmittel, ein Rezept oder Getränke benötigen. Aber auch die alleinerziehende Mutter mit kleinen Kindern, die Unterstützung benötigt, kann die Hilfe in Anspruch nehmen.

Manche vertreiben sich die Coronazeit notgedrungen daheim und bringen gleich mal ihren Garten auf Vordermann. Dann muss das Schnittgut entsorgt werden. Auch Fahrten zum Wertstoffhof mit gut vorsortierten und nicht nur einzelnen Wertstoffen wurden schon übernommen.

Wer Hilfe benötigt, ruft bei Peterlein (0157/35 93 35 74, vormittags) oder Schindler (01575/36 56 121, nachmittags) an und schildert sein Anliegen. Danach wird aus dem Helferpool jemand angerufen, der selbst telefonisch Kontakt mit dem Suchenden aufnimmt. Das Anliegen wird erledigt, der Einkauf vor die Tür gestellt, alles nach Absprache. Beim Abholen von Rezepten oder Medikamenten ruft der Suchende beim Arzt an und gibt Bescheid, dass jemand anderes das Rezept abholen wird.

In den Supermärkten, in denen eingekauft wird, haben die Administratoren über das Hilfsprogramm Bescheid gegeben. Wenn die Menge für mehrere Leute die haushaltsübliche Ration übersteigt, reicht es für die Ehrenamtler, sich mit dem Flyer und der Information auszuweisen, damit es keine Probleme gibt. Gibt es ein Problem für Ältere mit Smartphone oder PC, finden sich auch hier Fachleute, die sich darum kümmern. So mancher Hund, der ein risikogefährdetes Herrchen oder Frauchen hat, wird ebenfalls gerne Gassi geführt. Das gilt für alle Teile der Gemeinde.

Parallel fanden sich in der Gruppe Frauen, die sich an der Mundschutz-Nähaktion beteiligen und schon mehrere Hundert Masken an Rehakliniken, Praxen oder auch Krankenhäuser spendeten.

Die Helfer kommen aus allen Berufs- und Altersschichten. Allein der Gemeinschaftsgedanke zählt. Die Gruppe hat sich das Motto auf die Fahnen geschrieben "Der Nachbar schafft's".

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