15.11.2019 - 16:28 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Rundfahrt durch Gemeinde Ebermannsdorf: Lokalpolitisches Sightseeing

Bürgermeister Josef Gilch begleitet Senioren auf Busfahrt durch die Gemeinde. Ganz ohne Wahlkampf geht das nicht ab.

Bürgermeister Josef Gilch (im Hintergrund, stehend) informierte Senioren aus der Gemeinde über neue und anstehende Entwicklungen, beantwortete Fragen und spendierte Kaffee, Tee und Kuchen in der Aula des DomCom der Grundschule.
von Christine Wendl - wecProfil

Auf großes Interesse stieß das Angebot der Gemeinde an Senioren, sich mit dem auf Bus eine Sightseeingtour durch Ebermannsdorf und einige seiner Ortsteile zu machen, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Die zweistündige Fahrt endete nach einer Besichtigung der Wasseraufbereitungsanlage und des Hochbehälters im DomCom an einer gedeckten Tafel bei Kaffee und Kuchen.

Bürgermeister Josef Gilch, der von seinen Amtskollegen begleitet wurde, stellte zudem seine neue Vorzimmerdame Sabiha Coskun vor. Thematisch stieg der Bürgermeister in den Nachmittag mit Daten zum demografischen Wandel ein. Waren im Jahr 2000 noch 280 Einwohner über 65 und 428 bis zu 18 Jahre alt, so kehrten sich diese Zahlen mittlerweile nahezu um. In Ebermannsdorf leben derzeit 488 über 65-Jährige, 288 Einwohner sind unter achtzehn Jahre alt. Einigermaßen konstant geblieben sei jedoch "erfreulicherweise die Zahl derjenigen, die im Arbeitsleben stehen und somit Einkommensteuern zahlen". 2000 waren es 1 681 (19- bis 64-Jährige), 2018 belief sich diese Altersgruppe auf 1 655 Personen. Insgesamt kam die Gemeindekanzlei im vergangenen Jahr auf 4,1 Mio Euro Gesamteinnahmen, demgegenüber standen Ausgaben in Höhe von 3,3 Mio Euro, was eine freie Finanzspanne von 800 000 Euro für Investitionen bedeute. Geld, mit dem die Gemeinde arbeiten könne.

Es wird investiert

Gilch lenkte den Blick auch auf künftige Projekte, etwa das erweiterte Industriegebiet Schafhof, streifte potenzielle neue Baugebiete und betrachtete auch das strittige Thema Neue Mitte. Hier werde an nötiger Versorgungsinfrastruktur gearbeitet, Ende November soll eine neue Wasserdruckerhöhungs-Anlage in Betrieb gehen.

Für Bauvorhaben am früheren Schulberg stünden Fördermittel in Höhe von mehreren Millionen Euro zur Verfügung, 170 000 Euro seien beispielsweise in den gut angenommenen Parkplatz neben dem DomCom sowie den neu gestalteten Ortseingang investiert worden. Die Gemeinde habe zudem unter anderem einen Seniorenrufbus installiert, drei Hektar Blühflächen, Naturräume und Streuobstwiesen geschaffen. In die Wege geleitet sei auch die Optimierung der Mobilfunkversorgung in Ebermannsdorf und Pittersberg.

Vorwürfe zurückgewiesen

Gilch ging auch auf öffentlich erhobene Vorwürfe ein, dass er "Beschlüsse im Alleingang" fasse. Hinsichtlich des Kanal- und Wasserleitungsneubau in der Hauptstraße und der damit verbundenen Umlegung der Kosten auf Gebühren, verwies er jedoch auf stets einstimmige Beschlüsse in allen relevanten Sitzungen. So sei bereits 2008 ebenfalls einstimmig beschlossen worden, die Sanierung des Kanals in der Bergstraße der Hauptstraße vorzuziehen. Wer jetzt behaupte, die Arbeiten in der Hauptstraße würden nur wegen der Neuen Mitte erledigt, informiere die Bürger absichtlich falsch, so Gilch.

Wenn dort nun das Bürgerhaus mit einer neuen Kinderkrippe höchste Priorität genieße, dann geschehe das, weil der Kindergarten Sonnenschein "aus allen Nähten platzt". In absehbarer Zeit werde auch ein neues Feuerwehrhaus mit drei Hallenstellplätzen benötigt, für das er und die Wehr den früheren Tennisplatz in Erwägung ziehen würden. Nach den Informationen beantwortete der Bürgermeister, der kürzlich seinen Rückzug aus dem Amt angekündigt hat, Fragen. Etwa, wo denn die dritte Bushaltestelle, die an der Hubertusstraße hingekommen sei. Das, so Gilch hänge mit der gesetzlichen Vorgabe zusammen, dass ab 2023 alle Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut sein müssten.

Nur noch zwei Haltestellen

Den bisherigen Luxus von drei Haltestellen auf nur wenigen Hundert Metern im Dorf wolle sich die Gemeinde deshalb nicht mehr leisten. Zukünftig gebe es eine barrierefreie Haltestelle im Tal und eine an der Neuen Mitte wie bisher. In Erwägung gezogen werde jedoch, eine dritte Bushaltestelle zu einem späteren Zeitpunkt im Bereich an der Kreuzung Erzweg mit der Theuerner Straße. Künftig gebe es auch keine Haltebuchten mehr, so dass der folgende Verkehr gezwungen werde, hinter dem Bus zu warten.

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