03.06.2019 - 15:54 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Schwarze Männer und die rote Rebekka

Bei der Köhlerwoche machen sich die Dritt- und Viertklässler der Grundschule mit ihren Klassenlehrerinnen Heidrun Leitz und Ulrike Erlbacher auf den Weg zum Ebermannsdorfer Köhlerplatz. Dort erfahren sie auch etwas über die rote Rebekka.

Köhler Klaus Scheibl und die Ebermannsdorfer Schulkinder.
von Externer BeitragProfil
Klaus Scheibl erklärt den Ebermannsdorfer Schulkindern die Arbeit der Köhler
Bürgermeister Josef Gilch erzählt die Legende von der roten Rebekka.

Am Ebermannsdorfer Köhlerplatz angekommen wurden sie von Bürgermeister Josef Gilch erwartet. Gemeinsam mit Köhler Klaus Scheibl erzählte er den Schülern von der anstrengenden Arbeit der vergangenen Tage. Die Köhler siebten Erde, schlichteten 20 Ster Buchenholz zu einem Kohlemeiler und bedeckten diesen mit Erdreich. Nun wurde er in Brand gesetzt, so dass das Holz in den nächsten drei Wochen kontrolliert abschwelen kann. Erst dann wird der Kohlenmeiler aufgerissen und die Holzkohle zum Kauf angeboten.

Im Mittelalter hatten die Köhler einen schweren Stand in der Gesellschaft. Scheibl berichtete den Kindern, dass Köhler damals immer etwas Rotes tragen mussten, um als „Unreine“ erkannt zu werden. Da sich viele Menschen vor den „schwarzen“ Leuten im Wald fürchteten, entstand auch das bekannte Kinderspiel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“. Dabei war die Kohle für die Menschen damals sehr wichtig. In der Hitze des Kohlenfeuers wurde das Amberger Eisenerz geschmolzen und zu Metall verarbeitet. Daraus wurden Gebrauchsgegenstände wie Pflüge oder Waffen geschmiedet.

Nach einer kurzen Pause las Bürgermeister Gilch den Grundschülern die Sage von der roten Rebekka vor. Albert, der einzige Sohn des herrschsüchtigen und aufbrausenden Burgherrn Ratzo von Ebermundesdorf, verliebte sich unsterblich in die rothaarige Köhlerstochter Rebekka. Leider war ihnen ihre Liebe nicht vergönnt, so dass es zum Streit zwischen den Eltern und Albert kam. Wer wissen will, warum der achteckige Burgturm zur Hälfte einstürzte und warum die Köhler angeblich nachts Rebekkas Lieder hören können, sollte sich die Legende erzählen lassen, hieß es. Die Grundschüler jedenfalls machten sich nach dieser spannenden und ein bisschen gruseligen Erzählung wieder auf den Weg in die Schule.

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