26.12.2019 - 11:07 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

So viel Spaß macht Orchester-Musik

Mit klassischer Musik tun sich schon viele Erwachsene schwer. Kann da "Ein sinfonisches Märchen für Kinder" in der Schule gut gehen? Ja, es wird sogar pädagogisch gezielt eingesetzt.

Mit Schwung hüpft die Ente zum Klang der Oboe hinein in den kühlen Teich: Zwei Mitglieder der Wiener Kinderoper Papageno führen die Ebermannsdorfer Viertklässler geschickt durch das musikalische Märchen.
von Christine Wendl - wecProfil

Die heutige multimediale Reizüberflutung verdrängt zunehmend subtile sinnliche Wahrnehmungen, wie konzentriertes Zuhören auch bei leisen Tönen. Genau dagegen möchte das Ensemble der Wiener Kinderoper Papageno vorgehen. Das Märchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew wurde als konzertantes Hörstück für Orchester und Sprecher komponiert, um Kindern die Instrumente eines Orchesters nahezubringen. Die märchenhafte Handlung wurde von den Mitgliedern der Kinderoper mit den Kindern der vierten Klasse der Ebermannsdorfer Schule behutsam in Szene gesetzt.

Bereits im Vorfeld hatten Kinder Texte zu verschiedenen Rollen von dem Wiener Ensemble erhalten und gelernt, so dass sie mühelos in die ihnen zugedachten Rollen schlüpfen konnten. Alle anderen durften als Zuschauer in der ersten Reihe sitzen und wurden in die Aufführung mit einbezogen. Die Lehrerinnen mutierten zu Großvätern und sorgten mit ihrem schwerfälligen Tanz für große Erheiterung.

Kinder mitten im Stück

Die Kinder halfen beim Aufbau des Bühnenbildes mit und waren damit schon mitten im Stück. Ihr Engagement und das gute Hintergrundwissen rund um das klassische Stück zeigte, dass sie sich bereits länger im Unterricht damit beschäftigt hatten. Sascha Resch und Gregor Braun, zwei Absolventen des Wiener Konservatoriums, stellten die Instrumente vor, die bei der Vertonung des Märchens die tragenden Rollen spielen. Dazu standen aus Holz gefertigte Instrumenten-Attrappen zur Verfügung.

Beim Klang der trillernden Querflöte hatten die Kinder sofort ein flatterndes Vögelein vor Augen, während das tief klingende Fagott, das einem Spazierstock glich, dem schwerfällig hinkenden Großvater wie auf den Leib geschneidert war. In kurzen Sequenzen zogen die Hauptdarsteller schließlich in ihren fantasievollen Kostümen zu der entsprechenden Musik ihre mehr oder weniger leichtfüßigen Bahnen durch die Turnhalle. Die Ente erhielt mit einer quäkenden Oboe ihr instrumentales Pendant, das zum Watscheln um den kleinen "Teich" animierte.

Belustigtes Kreischen

Der Wolf hatte die kräftigen Hörner für sich und sein Rudel reserviert und der unter der Wolfsmaske versteckte Bastian gab sich größte Mühe, Angst und Schrecken zu verbreiten, erntete jedoch belustigtes Kreischen. Im Mittelpunkt stand während des zweistündigen Workshops das, was für die Kinder am wichtigsten ist: Durch Faszination und Sinnlichkeit des Spielens Spannung und Spaß zu vermitteln. Diese neue Qualität des Zuhörens könnte als Grundlage für weitere musikalische Aktivitäten dienen.

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