01.06.2020 - 10:33 Uhr
EbnathOberpfalz

Artenvielfalt auch auf dem Balkon

Im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon kann jeder mit einfachen Mitteln Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Die Steinwald-Allianz und die Bio-Kräutergärtnerei Becher geben Tipps.

Richard und Marita Becher von der gleichnamigen Gärtnerei zeigen zusammen mit der Steinwald-Allianz, wie auch auf Balkonen oder in Gärten eine bunte Blütenpracht möglich ist.
von Autor SOJProfil

Das Projekt "Förderung der biologischen Vielfalt" in der Steinwald-Allianz wurde im vergangenen Jahr mit einer Weiterbildungs-Serie für Bauhofmitarbeiter gestartet. Die Serie mit lokalen "Naturschutz-Profis" wird fortgeführt, doch auch in privaten Gärten kann viel Raum für mehr Artenvielfalt geschaffen werden - etwa mit insektenfreundlichen Blumenkästen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten.

In Deutschland hat sich der Bestand an Insekten in den letzten Jahren drastisch verringert. Deshalb gelte es zu reagieren, um das Ausmaß und das Tempo der Reduzierung der biologischen Vielfalt zu drosseln, heißt es vonseiten der Steinwald-Allianz. Die Bio-Kräutergärtnerei Becher in Ebnath zeigte in Zusammenarbeit mit der Steinwald-Allianz wie das geht.

Zierpflanzen eher ungeeignet

Marita und Richard Becher betonen: "Für insektenfreundliche Bepflanzung auf Balkon und Terrasse kommt es auf die richtigen Pflanzen an." Zahlreiche Blühpflanzen locken die Bienen durch ihren Duft zwar an, bieten ihnen aber keinen Nektar oder Pollen, von denen sie sich ernähren können. Somit sind Zierpflanzen wie beispielsweise Geranien zwar dekorativ, fördern jedoch die Insektenwelt nicht. Es gebe viele bunt blühende und ebenso schöne Alternativen. Beispiele sind Fächerblume, Kapuzinerkresse, Verbene, Glockenblume, Wandelröschen, Löwenmäulchen oder Lavendel. Auch Margeriten und Sonnenblumen eignen sich für Balkone, von dem sich Bienen, Schmetterlinge und andere Nützlinge angezogen fühlen. Bei der Auswahl der Balkonpflanzen sollten drei Grundregeln beachtet werden, erläutern die Fachleute. Sinnvoll sei Sortenvielfalt statt Monokultur. Um den Bienen eine reichhaltige Auswahl an Nahrungsquellen anzubieten sollten Hobbygartler verschiedenste heimische Blumen pflanzen. Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und fliegen nur diese auf der Pollen- und Nektarsuche an. Daher gelte: Je vielfältiger das Angebot, desto besser für die Bienen.

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Weil auch Bienen regelmäßige Mahlzeiten brauchen, sei es ratsam, sowohl früh, mittel, als auch spät blühende Arten auf Balkon und Terrasse gepflanzt gepflanzt zu haben. So finden Insekten das ganze Jahr über Nahrung. Beete und Blumenkästen sollten Blumen, Kräuter und Stauden beherbergen, die vom Frühjahr bis in den späten Herbst blühen.

Tatsächlich stillen nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten den Hunger der Bienen, so die Becher-Gärnter. Gefüllte Blumensorten, wie etwa Geranien, gezüchtete Dahlien oder Garten-Chrysanthemen sind zwar dekorativ und duften, bieten aber mit mangels Nektar und Pollen keine oder nur wenig Nahrung für die Bienen.

Kräuter und Wildblumenmischung

Wer sich gerne an einer bunten Blütenpracht auf seinem Balkon erfreut, der kann in größeren Kübeln oder breiten Balkonkästen Wildblumenmischungen aussäen. Diese schmecken den Bienen, sind ansprechend und preisgünstig.

Auch Kräuter könnten im Balkonkasten leicht untergebracht werden. "Wenn die Kräuter blühen, sind sie eine hervorragende Lebensgrundlage für Bienen", erklären die Gärtner. Gerade Küchenkräuter wie Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Borretsch Salbei, Schnittlauch und Zitronenmelisse verfeinern nicht nur Mahlzeiten - ihre Blüten sind auch für Insekten eine gute Nahrungsquelle. Auch die Kombination von Erdbeeren und Minze locke Insekten an, wissen Marita und Reinhard Becher. In ihrer Gärtnerei haben sie zwei Blumenkästen als Beispiele zur Anschauung bepflanzt: Im mediterranen Blumenkasten sind Gewürzfenchel, Lavendel, Majoran, Oregano, Rosmarin und Salbei zu finden, im zweiten Blumenkasten Basilikum, Borretsch, Kamille, Kapuzinerkresse, Minze und Tagetes. Einzeln und senkrecht stehende, dürr gewordene Markstängel seien natürliche Nistplätze für Wildbienen und lassen sich ganz einfach in einen Blumenkasten integrieren.

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