Ebnath
18.11.2018 - 16:41 Uhr

Beim Naturbad noch abwarten

Vieles habe die Kommune unternommen, "doch manches konnte nicht realisiert werden, was gewünscht wurde", räumt Rathauschef Manfred Kratzer ein. Damit spricht er in der Bürgerversammlung in Ebnath Sanierung und Umbau der alten Schule an.

Der Abriss der „Obstecke“ (Bild) und die Neugestaltung des Areals gehört im kommenden Jahr zu den Großprojekten der Gemeinde Ebnath. Auf der Grundlage einer Entwurfsplanung erläutert Rathauschef Manfred Kratzer in der Bürgerversammlung im Detail, was vorgesehen ist. Bild: Brendel, Hubert (BR)
Der Abriss der „Obstecke“ (Bild) und die Neugestaltung des Areals gehört im kommenden Jahr zu den Großprojekten der Gemeinde Ebnath. Auf der Grundlage einer Entwurfsplanung erläutert Rathauschef Manfred Kratzer in der Bürgerversammlung im Detail, was vorgesehen ist.

Das geplante Großprojekt sei bei einem Bürgerentscheid gescheitert, berichtete Kratzer im gut gefüllten Sitzungssaal des Rathauses. Jetzt stehe der Abriss des ehemaligen Schulgebäudes bevor, verbunden mit Umgestaltung der Fläche. Für dieses mit rund 400 000 Euro veranschlagten Vorhaben werde eine Förderung erwartet. Ob diese auch bewilligt wird, soll bei einem Gespräch bei der Regierung der Oberpfalz am 23. November geklärt werden.

Ein weiteres Großprojekt ist der Abbruch der alten "Obstecke" sowie die Neugestaltung des Areals und dessen Umfeld. Die Gesamtkosten sind mit rund 850 000 Euro veranschlagt. Hierfür erwartet die Gemeinde eine Förderung in Höhe von 450 000 Euro. Allerdings sind laut dem Redner noch viele Gespräche notwendig, um das Projekt realisieren zu können."

In seinen Rückblick streifte das Gemeindeoberhaupt die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen. Dies spare 890 Tonnen Kohlenstoffdioxid ein. Für diese beispielhafte Maßnahme habe die Kommune als Anerkennung ein Zertifikat der Nationalen Klimaschutzbehörde im Bundesumweltministerium erhalten. Für die energetische Sanierung der Fichtelnaabtalschule sei eine hohe Förderung bewilligt worden. Jetzt stehen weitere Bauabschnitte, der Brandschutz, die Dachsanierung und die Neugestaltung des Pausenhofes, bevor.

Die Kosten für den erfolgten Breitbandausbau bezifferte Kratzer auf knapp 300 000 Euro, wobei die Eigenmittel der Gemeinde bei 30 000 Euro liegen. Ein erstes positives Fazit zog er beim mobilen Dorfladen der Steinwald-Allianz. Der Ebnather Ortsteil Hermannsreuth werde zwei Mal wöchentlich angefahren. Wie er ankündigte, ist künftig auch ein Online-Shop vorgesehen.

Als eine Zukunftsmaßnahme bezeichnete Kratzer die Sanierung und Aufwertung des Naturbades Selingau. Die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf knapp über 400 000 Euro. Bundesmittel für kommunale Einrichtungen im Bereich zur Förderung der Jugend und des Sports seien hierfür beantragt worden, jedoch müsse die Kommune dafür nicht unerhebliche Eigenmitteln aufbringen. Dies seien allerdings freiwillige Leistungen und könnten eine negative Auswirkung bei der Zuweisung von staatlichen Fördermitteln zur Folge haben. Das Gemeindeoberhauptes hielt es für besser, mit Investitionen in das Naturbaderlebnisbad noch abzuwarten. In diesem Zusammenhang es, dass die Kommune bei der Gewährung einer Stabilisierungshilfe nicht berücksichtigt worden sei.

In seinen über einstündigen Streifzug durch das kommunale Geschehen verwies Kratzer auf die unlängst errichtete Urnen-Gemeinschaftsanlage auf dem Friedhof. Bezugnehmend auf die Flüchtlingsproblematik lobte er, dass in Ebnath keine Auffälligkeiten zu verzeichnen seien.

In einen Ausblick auf das kommende Jahr kündigte der Bürgermeister den Vollausbau oder Sanierung der Straße "Am Berg" sowie den Vollausbau der Ringstraße an. Vorgesehen sind zudem eine Mauer- und Straßensanierung der Kösseinestraße für 50 000 Euro sowie die Digitalisierung der Kanalisation und Restarbeiten am Bauhofgebäude. Mit Vorfreude gab der Rathauschef bekannt, dass 2019 erneut das Bürgerfest gefeiert wird.

Hintergrund:

Zur finanziellen Situation der Kommune erklärte Bürgermeister Manfred Kratzer, dass der Gesamtetat nach der Verabschiedung des ersten Nachtragshaushalts ein Volumen in Höhe von fast 2,6 Millionen Euro aufweise. Davon entfielen alleine auf den Verwaltungshaushalt knapp zwei Millionen Euro. Die Rücklagen in Höhe von knapp 270 000 Euro zum Ende des Vorjahres vermindern sich auf 21 000 Euro und liegen damit knapp über der gesetzliche Mindestrücklage.

Die Einkommensteuerbeteiligung mit 624 000 Euro ist die Haupteinnahmequelle, gefolgt von den Schlüsselzuweisungen mit fast 500 000 Euro. Bei den Ausgaben schlagen die Kreisumlage (582 000 Euro) sowie Unterhaltungsmaßnahmen und Bewirtschaftung (fast 400 000 Euro) zu Buche. Die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft beträgt 189 000 Euro, die an den Schulverband (Grund- und Mittelschule) 129 000 Euro. Zur Tilgung der Schulden sind 102 000 Euro vorgesehen. Demnach reduziert sich der Gesamtschuldenstand zum Jahresende auf knapp über eine Million Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 800 Euro entspricht. Die Schuldenentwicklung ist laut Kratzer im fünften Jahr in Folge weiter rückläufig.

Drei Anträge für Wohnhausneubauten sind eingegangen. Die Geburtenzahl bliebt mit 7 gegenüber 2017 konstant, die Zahl der Sterbefälle ging um 2 auf 15 zurück. 7 Hochzeiten stehen heuer 3 gegenüber. Zu verzeichnen waren 44 Neubürger und 40 Wegzüge. Die Mittelschule besuchen 92 Jungen und Mädchen. 8 Gewerbean-, 2 Um- und 4 Abmeldungen wurden registriert. Bei der Zahl der Urlauber in Ebnath gab es mit 308 Gästen und 1121 Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr kaum Veränderungen. Zu verzeichnen waren im Vorjahr 26 Arbeitssuchende. Insgesamt weist die Statistik 531 sozialversicherungspflichtige Arbeitskräfte aus Ebnath und 162 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze aus.

 
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