14.10.2019 - 13:57 Uhr
EbnathOberpfalz

Bewegte Geschichte

120 Jahre kirchlich-soziale Bewegung der KAB in Ebnath: Am vergangenen Wochenende wurde das Jubiläum öffentlich gefeiert. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Kirchzug. Außerdem kann der Verband auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

von Autor SOJProfil

Angeführt von der Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter Leitung von Johannes Prechtl zogen Fahnenabordnungen der kirchlichen Ebnather Vereine mit den Patenvereinen Fichtelberg, Kulmain, Mehlmeisel und Nagel zur Kirche. In den Zug reihten sich Vertreter des Kreisverbandes Kemnath/Marktredwitz und der Gemeinde Ebnath mit Bürgermeister Manfred Kratzer an der Spitze ein.

Den Festgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Ägidius zelebrierte Diözesanpräses Stephan Rödl. Ihn unterstützten Diakon Berthold Schwarzer vom KAB-Sekretariat Regensburg und der ehemalige Ebnather Pfarrer Johann Neuber. Der feierlichen Gottesdienst gestalteten der Kirchenchor unter Leitung von Hubert Knott und die Fichtelgebirgskapelle Ebnath musikalisch.

In seiner Festpredigt ging Diözesanpräses Stephan Rödl auf das Wirken und die Aufgaben der KAB ein. Er nahm Bezug auf das Wort Gottes, mit dem er uns eine Botschaft weitergebe. Maria habe diese Worte angenommen und sie in ihrem Leben verwirklicht. Der Prediger schlug damit eine Brücke zur KAB, die sich in ihrem Verständnis zur katholischen Soziallehre aufbaue, die durch das Wort Gottes geprägt worden sei.

Soziale Aufgaben

Beim anschließenden Festakt im voll besetzten großen Saal des Pfarrgemeindehauses, den die Fichtelgebirgskapelle musikalisch begleitete, ging die Sprecherin des jetzigen Vorstandsteams der Ebnather KAB, Marita Kuchenreuther, zunächst auf die Entstehung und die Geschichte der des Ortsverbandes ein (Hintergrund).

In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Manfred Kratzer der KAB für das ehrenamtliche Engagement. Er bezeichnete sie als wichtigen Bestandteil im Vereinsleben der Gemeinde. Bevor der Rathauschef eine Spende überreichte, ging er auf die sozialen Aufgaben der KAB ein. Er fand dabei lobende Worte für das Wirken des Vereins in den vergangenen 120 Jahren. Kreisvorsitzender Wolfgang Glaser überbrachte die Glückwünsche des Kreisverbandes sowie der anwesenden Patenvereine.

Diözesanpräses Stephan Rödl ging auf die sozialen Themen ein, die die KAB über mehr als ein Jahrhundert begleitet haben. Er erwähnte, dass sich diese Themen in der Vergangenheit sehr verändert hätten. Grundfragen wie die Solidarität oder die Würde des Menschen stünden auch heute noch im Mittelpunkt des Vereinsinteresses.

Hymne zum Abschluss

Marita Kuchenreuther bedankte sich bei allen Gästen für ihr Kommen. Ihr besonderer Dank galt dem Ebnather Kirchenchor und der Fichtelgebirgskapelle für die musikalische Umrahmung sowie der Feuerwehr Ebnath für die Absicherung des Kirchenzuges.

Mit einem kleinen regionalen Präsent bedankte sie sich bei den Geistlichen für die Gestaltung des Festgottesdienstes. Nach der gemeinsam gesungenen Bayernhymne und dem Vereinsgruß "Gott segne die Arbeit" lud die KAB zum Festessen und anschließenden gemütlichen Beisammensein ein.

Info:

Ehrungen

Von Diözesanpräses Stephan Rödl und der Vorstandssprecherin Marita Kuchenreuther bekamen Robert Söllner senior und Eduard Fröhlich ihre Ehrenurkunden für 60 Jahre Zugehörigkeit zur KAB, für 25 Jahre Anton Mößbauer eine Urkunde. In Abwesenheit wurden Alois Knott (60) und Herbert Rubenbauer (25) geehrt. Präses Stephan Rödl und Marita Kuchenreuther bedankten sich für die jahrzehntelange Treue zur KAB. Es sei wichtig, solch treue Mitglieder in den eigenen Reihen zu haben.

Info:

Geschichte des KAB-Ortsverbands

Am 14. August 1899 wurde im Schöffelsaal in Neusorg der Katholische Arbeiterverein Ebnath-Pullenreuth-Mehlmeisel gegründet. Der Vereinspatron wurde der heilige Josef. Zum Vereinsgruß wurde "Gott segne die Arbeit" erkoren. Der Verein zählte bei der Gründung 84 Mitglieder, der Monatsbeitrag betrug damals zehn Pfennige. Kuchenreuther berichtete weiter von der Fahnenweihe 1904.

Eine schwere Zeit kam mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 auf den Verein zu. 74 Mitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen. 1933 war dann vorerst die letzte Generalversammlung, die NSDAP hatte alle Aktivitäten des Arbeitervereins verboten. Am 6. Januar 1948 war die Wiedergründung unter dem Namen Katholisches Werkvolk.

Wie Christa Schiener weiter berichtete, wurde 1989 das 90-jährige Gründungsfest im neu erbauten Pfarrgemeindehaus gefeiert und die restaurierte Arbeiterfahne neu geweiht. 1999 stand das 100-jährige Bestehen an. Weiter berichtete sie von den zahlreichen Versammlungen mit verschiedenen Vorträgen, ob gesellschaftlicher oder kirchlicher Natur.

Als 2014 der damalige Vorsitzende Alfred Würstl aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte, konnte kein neuer Vorsitzender mehr gefunden werden. Es wurde beschlossen, ein Vorstandsteam zu wählen, das seit 17. Mai 2014 besteht.

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