Ebnath
27.04.2025 - 10:36 Uhr
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Monsignore Harald Scharf in Ebnath beigesetzt – Pfarrer, der nie seine Wurzeln vergaß

Am Gründonnerstag verstarb Monsignore Harald Scharf im Alter von 70 Jahren. Am Samstag wurde er in Ebnath im Priestergrab beigesetzt. In der Predigt erfuhren die Trauergäste, wie er schon als Kind erste Gottesdienste gefeiert hat.

Das Priestergewand ist für immer abgelegt. Aufgebahrt in einem geschlossenen Sarg vor dem Volksaltar war Harald Scharf nach Ebnath, in die Ägidius-Kirche, zurückgekehrt. Auf dem mit Blumen geschmückten Sarg stand ein Kelch, daneben brannten Kerzen. An den Verstorbenen erinnerte ein Foto. Der Geistliche trug einige Titel: Monsignore, Bischöflich Geistlicher Rat und Kanonikus. Aber eigentlich – das betonte sein Schwager, Diakon Rudolf Hoffmann, in der Traueransprache – „wollte er immer der Harald sein.“

Harald Scharf, der in Hofstetten (Pfarrei Kulmain) 1954 zur Welt kam, verstarb am 17. April 2025 in Regensburg. Dass die Trauergemeinde größer war als üblich, verwunderte niemanden. Harald Scharf war beliebt. Rund 500 Gläubige hatten in und vor der Kirche Platz genommen. 30 Pfarrer saßen in den Bankreihen, 13 Geistliche standen am Altar. Den Einzug in die Kirche und den Gang zum Priestergrab begleitete die Fichtelgebirgskapelle aus Ebnath. Dass Monsignore Harald Scharf Diözesanpräses des Kolpingswerkes gewesen war, unterstrichen 14 Fahnenabordnungen der Kolpingsfamilien aus der nördlichen Oberpfalz.

Gottesdienste vor Küchenbüfett

Hauptzelebranten waren Stiftsdekan Monsignore Johannes Hofmann und Diakon Rudolf Hoffmann aus Ebnath. Eingangs würdigte der Ortsgeistliche Pater Anish George den Verstorbenen als einen „Priester mit Herz“.

Dass Harald Scharf, der früh seinen Vater verloren hatte, bereits als kleiner Bub Geistlicher sein wollte, erfuhr die Trauergemeinde von Diakon Hoffmann. Humorvoll beleuchtete er Haralds nachgespielte Gottesdienste vor dem heimischen Küchenbüfett. Nicht fehlten durften dabei ein selbst gebasteltes Weihrauchfässchen und darstellende Gläubige aus dem Familienkreis.

„Harald wollte von Anfang an Priester werden“, fasste Rudolf Hoffmann zusammen. Erfüllt habe er sich den Wunsch an der Spätberufenenschule in Fockenfeld, "bei der Konnersreuther Resl“. Das Erstaunen im Ort und auch bei Angehörigen sei groß gewesen, unterstrich der Prediger mit Zitaten: „Was, Harald will Pfarrer werden?“ und „Der muss von Sinnen sein.“ Doch Harald Scharf habe seinen Weg beharrlich fortgesetzt und sei "ein Ankerpunkt" geworden.

Auch nach der Priesterweihe in Regensburg sei er der Mensch geblieben, wie man ihn kannte. „Harald heiße ich“, weigerte sich der Geistliche, mit Titeln angesprochen zu werden, berichtete Diakon Hoffmann. „Harald war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde."

„Ich möchte nur nach Ebnath“

Harald Scharf, so hörte man in der Predigt, war wenig gewandt im Umgang mit dem Neinsagen. „Jetzt macht ihr mir es so schön und dann muss ich sterben“, soll er seine neugestaltete Wohnung vor einiger Zeit kommentiert haben. Urlaub machen, sich Ruhe gönnen, habe der Verstorbene nicht gewollt. „Ich möchte nur nach Ebnath“, war die Antwort.

„Der Wunsch wurde ihm erfüllt“, sagte Hoffmann. „Sein Sterben ist ein Verlust für alle, die ihm begegnet sind, und für jeden, denen er Hoffnung gegeben hat.“ Heute schließe sich ein Kreis, nahm der Prediger Bezug auf die Trauerfeiern in Rom und in Ebnath, denn Harald Scharf sei den letzten Päpsten, Benedikt und Franziskus, sehr zugetan gewesen.

Viele Nachrufe

Für die Diözese Regensburg sprach Domvikar Dr. Werner Schrüfer: „Gott will keine Schablonen, das war Harald Scharf auch nicht.“ Den Nachruf für den Kolping-Diözesanverband Regensburg übernahm Klaus-Dieter Schmidt. Der Diözesanpräses zitierte Adolph Kolping: „Mir kommt das Sterben immer leichter vor, wenn ich ans Wiedersehen so vieler denke, die mir nun vorangegangen sind und die im Leben meinem Herzen nahe gestanden.“ Für das Kollegiatsstift Sankt Johann in Regensburg, wo Scharf Kanonikus gewesen war, sprach Professor Dr. Johannes Hofmann.

Ebnaths Bürgermeister Wolfgang Söllner unterstrich die beeindruckende Lebensleistung des Verstorbenen, der nie seine Wurzeln vergessen habe. „Das tut Ebnath gut.“ Ruhestandsgeistlicher Josef Häring aus Bärnau als Sprecher des damaligen Priesterweihekurses würdigte die Freundschaft zum Verstorbenen. Scharf war auch ein Freund der Vereine, die am Samstag – wie viele andere - Abschied vom Weggefährten nahmen.

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Ebnath23.04.2025
Hintergrund:

Zur Person: Monsignore Harald Scharf

  • Geboren: 20. Juni 1954 in Hofstetten (Pfarrei Kulmain)
  • Diakonweihe: 17. Februar 1979
  • Priesterweihe: 23. Juni 1979
  • Wirkungsstätten: Kaplan in Marktredwitz und Sulzbach-Rosenberg; Pfarradministrator und Pfarrer in St. Cäcilia Regensburg
  • Titel: Domvikar, Dompfarrer, Monsignore, Kanonikus
  • Wirken beim Kolpingwerk: Diözesanpräses von Januar 1994 bis Februar 2008
  • Auszeichnung: Bayerischer Verdienstorden 2015
  • Gestorben: 17. April 2025 in Regensburg

Quelle: Sterbebild als Andenken an den Verstorbenen

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