Ebnath
05.12.2018 - 15:01 Uhr

Singen und helfen

Kirchenchor-Vorsitzende Karin Kuhbandner blickt in der Jahreshauptversammlung auf ein aktives Vereinsjahr zurück.

Pfarrer Pater Anish George (v.li) freut sich über eine Spende von 500 Euro aus den Händen von Vorsitzenden Karin Kuhbandner, Chorleiter Martin Kopp und Kassiererin Margot Pürner. Bild: soj
Pfarrer Pater Anish George (v.li) freut sich über eine Spende von 500 Euro aus den Händen von Vorsitzenden Karin Kuhbandner, Chorleiter Martin Kopp und Kassiererin Margot Pürner.

Seine Jahreshauptversammlung nutzte der Ebnather Kirchenchor, um Präses Pfarrer Anish George eine Spende von 500 Euro für die von der Jahrhundertflut betroffenen Menschen in seiner indischen Heimatprovinz Kerala zu überreichen. Mehr als 350 Menschen sind dort im Juli und August bei Überschwemmungen gestorben, mehr als 220 000 sind obdachlos geworden. Pfarrer Anish wird die Spende an den Kollegen seines Heimatdorfes weiterleiten.

Vorsitzende Kuhbandner blickte nach dem Gedenken an die verstorbenen Chormitglieder auf das Jahr zurück: Der Chor traf sich zu 49 Proben, es wurden 32 Gottesdienste oder Andachten und sieben Beerdigungen gestaltet. Als besondere Höhepunkte – neben der musikalischen Gestaltung der kirchlichen Fest- und Feiertage – erwähnte sie den Festgottesdienst zur Fahrzeugweihe der Feuerwehr Ebnath am 22. Oktober 2017, das Marienkonzert am 6. Mai 2018 ge-meinsam mit der Gruppe „Vielsaitig“ und den Gottesdienst anlässlich des 95. Geburtstags von Ehrenmitglied Elis Pöllath am 16. September. Sie bedankte sich herzlich bei allen Sängern und bei Chorleiter Martin Kopp, der unmittelbar nach der letzten Jahreshauptversammlung den Taktstock zunächst vertretungsweise und seit Frühjahr 2018 dauerhaft von Nina Reinke übernommen hat.

Der Kirchenchor Ebnath hat derzeit vier Ehrenmitglieder und „auf dem Papier“ 31 aktive Sänger, wobei eine Reihe davon jedoch aus beruflichen oder persönlichen Gründen derzeit nicht mitsingen kann. Die Mitgliederzahl stagniert. Immerhin hat sich mit Daniela Müller aus Brand eine neue Sängerin dem Chor angeschlossen.

Stagnierende oder sinkende Mitgliederzahlen seien jedoch ein Problem, das nicht nur den Ebnather Kirchenchor betreffe. Betroffen seien so gut wie alle Kirchenchöre. Immer mehr davon lösen sich auf oder schließen sich zu pfarreiübergreifenden Chorgemeinschaften zusammen. Aber auch viele andere Vereine finden immer weniger engagierte Nachwuchskräfte, die bereit seien, einen Teil ihrer Freizeit für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu opfern. Der Ebnather Chor könne mit dem Altersdurchschnitt von rund 53 Jahren und dem Repertoire noch zufrieden sein. Es werde aber immer schwieriger, „große“ kirchenmusikalische Werke aufzuführen.

Allerdings befinde sich die Kirchenmusik wieder einmal im Umbruch: das „Neue geistliche Lied“ werde immer beliebter. Die Ebnather Sängerinnen und Sänger haben in den letzten zwei Jahren mehrere neue Stücke einstudiert. Auch in Zukunft werde sich der Chor um eine „gute Mischung“ alter und neuer Werke bemühen.

Für Sonntag, 30. Dezember, ist ein „alpenländisches Weihnachtskonzert“ in der Pfarrkirche geplant. Mitwirken werden neben dem Chor auch die Fichtelgebirgskapelle Eb-nath und Franziska Knott, Harfe. Die Einnahmen aus diesem Konzert kommen der Aktion „Schenke eine zweite Chance“ zugunsten der DKMS zugute. Hubert Knott hat die Organisation dieses Konzerts übernommen.

Karin Kuhbandner bedankte sich abschließend bei der Vorstandschaft für die Unterstützung. Ihr besonderer Dank galt Thomas Knott, der innerhalb weniger Wochen die Homepage des Kirchenchors neu erstellt hat und laufend aktualisiert.

Chorleiter Kopp wies auf die anstehenden Termine, insbesondere die Gestaltung der Weihnachtstage, hin. Er strebe an, mit dem Chor an Ostern wieder einmal das „Halleluja“ von Händel aufzuführen. Zweiter Vorsitzender Hubert Knott appellierte an die Sängerinnen und Sänger, die Singstunden regelmäßig zu besuchen, denn nach den Weihnachtsfeiertagen bleiben gerade zwölf Chorproben, um das umfangreiche Programm für die Ostertage vorzube-reiten.

Alfons Eichhorn thematisierte abschließend die musikalische Umrahmung von Beerdigungen. Er sei angesprochen worden, weil der Chor bei einer bestimmten Beerdigung nicht gesungen habe, bei vielen anderen aber schon. Dies sei schade, da der Chor sich immer bemühe, kurz-fristig genügend Sängerinnen und Sänger für Beerdigungen zu finden. Da die meisten Chor-mitglieder berufstätig sind, könne – insbesondere an Werktagen – aber in der Regel nicht ge-sungen werden. Alfons Eichhorn ergänzte, dass er wie die anderen berufstätigen Sängerinnen und Sänger etwa die Hälfte seines Jahresurlaubs opfern müsste, um bei sämtlichen werktäg-lichen Beerdigungen mitsingen zu können. Karin Kuhbandner ergänzte, dass wenigstens je-weils zwei bis drei Sopran-, Alt- und Tenorstimmen anwesend sein müssten, damit bei einer Beerdigung gesungen werden kann. Falls das nicht möglich ist, könnten einzelne Lieder auch solistisch gesungen werden. Aber auch dies setzt voraus, dass die Solistinnen sich den jewei-ligen Termin einrichten können. Die Chormitglieder baten Pfarrer Anish, die betroffenen Angehörigen hierfür um Verständnis zu bitten.

Als Dankeschön für den Einsatz des Chores über das gesamte Kirchenjahr lud Präses Pfarrer Anish George die Sängerinnen und Sänger und Chorleiter Martin Kopp zu einem indischen Kochabend ein, der Anfang Dezember stattfinden soll.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.