Ebnath
22.05.2026 - 12:29 Uhr
OnetzPlus

So funktioniert das Naturbad Selingau dank des Fördervereins

Das Naturbad Selingau in Ebnath startet später als geplant in die Badesaison. Das Gelände punktet nicht nur mit dem Badeweiher, sondern auch mit Freizeitangeboten. Der Förderverein spielt dabei eine zentrale Rolle.

Eigentlich war die Öffnung des Naturbads Selingau schon für den 14. Mai anberaumt – dann aber fielen in Ebnath nochmal ein paar Schneeflocken und es war einfach zu kalt. Der Eröffnungstermin wurde um eine Woche verschoben. Vergangenen Mittwoch war noch kein Badegast da – ab dem Pfingstwochenende soll es aber heiß werden, in den Ferien rechnen die Verantwortlichen mit vielen Besuchern.

Die Verantwortlichen – das ist der Förderverein Freibad Selingau um Vorsitzenden Bernd Würstl. Ein harter Kern der mittlerweile über 100 Mitglieder kümmert sich darum, dass der Betrieb läuft. "Das Bad gibt es schon seit 1955", weiß Würstl. In der Nähe befand sich ein Hammerwerk, wegen dem der knapp 2500 Quadratmeter große Weiher angelegt worden ist. Die Gemeinde hat für das Gelände einen 100 Jahre gültigen Erbpachtvertrag.

Fast 9000 Quadratmeter

Das Naturbad liegt laut Homepage der Gemeinde Ebnath direkt neben dem Flüsschen Gregnitz, einem linken Zufluss der Fichtelnaab. Das Gesamtareal ist fast 9000 Quadratmeter groß. Am südlichen Ufer des Gewässers sind Umkleidekabinen, Toiletten und ein 2020 neu renovierter Kiosk inklusive Terrasse mit Blick auf die Badestelle. Im Norden des Geländes ist ein großer Bereich für Kinder und Jugendliche zu finden: 2021 wurden ein Wasser- und Schlammspielplatz, Doppelschaukeln, Nestschaukel, Federwippen, Tischtennisplatte und mehrere Waldliegen neu errichtet, 2022 wurde das Beachvolleyballfeld saniert. Dass es das alles gibt, ist eben vor allem dem Förderverein zu verdanken.

Gegründet wurde der vor sechs Jahren, Vorsitzender ist seitdem Würstl. Grund für die Gründung: In dem Bad war lange nichts gemacht worden, der Förderverein wollte das Gelände aufwerten. In der Gründungsversammlung hieß es damals, der Förderverein wolle die Gemeinde finanziell unterstützen und damit den dauerhaften Erhalt des Freibades sicherstellen. Vorangegangen war der Gründung des Fördervereins ein Arbeitskreis, um das Freibad zu modernisieren. Ein Antrag im Förderprogramm des Bundes zur "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" wurde nicht berücksichtigt.

Mauer ausgebessert

Der Förderverein ist natürlich auf Spenden – der Eintritt zu dem Freibad ist nämlich frei – und anderweitige finanzielle Unterstützung angewiesen. Viel kommt da von der Steinwald-Allianz. Mit den Fördergeldern hat der Verein das Bad in den vergangenen sechs Jahren aufgewertet. "Heuer ist es das erste Mal, dass wir keine größeren Arbeiten erledigen müssen", ist Würstl froh – und blickt mit seinem Stellvertreter Thomas Graf auf die größten Maßnahmen zurück. Die Innenmauer entlang des Weihers etwa war marode, nach und nach haben die Ehrenamtlichen diese ausgebessert. Auch die Terrasse mit Kiosk, der seit 1. Mai an Beate Bauriedel verpachtet ist, geht auf das Engagement und die Muskelkraft der Fördervereins-Mitglieder zurück.

Für das Volleyballfeld wurde Sand aus Hirschau angeliefert – den galt es, vom Parkplatz aus nach hinten auf das Areal zu befördern. Bevor der Sand seinen endgültigen Platz fand, musste das Feld noch frostsicher gemacht werden. Auch das Becken und den Lauf für den Wasserspielplatz für Kinder hat der Förderverein angelegt. Der ist so konzipiert, dass das Wasser nicht einfach irgendwo versickert, sondern in ein Biotop und Naturschutzgebiet läuft. Alte Granitsäulen säumen den Wasserspielplatz ein. Die Säulen sind 1,54 Meter hoch – zum Glück. "Wenn die niedriger wären, hätten wir sie wieder abbauen müssen", erklärt Würstl. Denn dann würden sie nicht den Sicherheitsvorgaben entsprechen.

Sicherheit geht vor

Überhaupt hat der Förderverein viel Wert auf die Sicherheit im Bad gelegt, für ein Konzept wurde extra ein Professor aus München geholt. Schilder auf dem Boden weisen etwa auf die Wassertiefe hin. Weiter sorgen zwei Schranken dafür, dass (Klein-)Kinder nur in Begleitung eines Erwachsenen Zutritt zu dem Gelände haben. Denn eine Badeaufsicht gibt es für das Naturbad nicht – das könnten Förderverein und auch die Gemeinde gar nicht leisten.

"Unser Konzept ist das Konzept der Zukunft", ist Würstl überzeugt. "Weil es keinen Bademeister braucht." Graf ergänzt: "Andere Freibäder haben ihre Öffnungszeiten reduziert, haben gar einen Tag in der Woche geschlossen." Das Naturfreibad hingegen ist täglich geöffnet – von 8 bis 20 Uhr. Auch Dank der Schranken mit automatischer Schließanlage.

Vorteile für Gemeinde

Was hat nun die Gemeinde davon, dass sich der Förderverein um das Bad kümmert? "Das hat zum einen einen finanziellen Vorteil", freut sich Bürgermeister Johannes Prechtl über das Engagement der Ehrenamtlichen. "Zum anderen ist das auch eine Entlastung für den Bauhof, der sich anderen Aufgaben widmen kann." Weil sich der Verein eben ums Areal kümmere. Auch Veranstaltungen außerhalb der Sommermonate gehen auf das Konto des Vereins: Zu Ostern etwa lädt er zur Ostereier-Suche, im Winter räumen die Mitglieder zumindest einen Teil des zugefrorenen Wassers zum Eisstockschießen oder Schlittschuhlaufen frei.

An sonnigen Tagen kommen 200 bis 300 Besucher ins Bad. Zu ihnen gehört auch eine 90-Jährige, die zu den Stamm-Schwimmern gehört, weiß etwa Fördervereins-Beisitzerin Tina Reichenberger. "Sie kommt jeden Tag", ergänzt Josef Söllner. Der Schriftführer besucht gerne auch mit seinen Enkelkindern das Freibad – "vom 17- bis zum 2-Jährigen". Für die kleineren Gäste gibt es neben dem Spielplatz seit Kurzem auch eine Kinderecke mit Spielsachen am Kiosk. Anbieten will der Förderverein auch Schwimmkurse, um Kindern das Schwimmen beizubringen.

Zukunftsweisendes Konzept

Ideen für das Bad gehen Würstl nicht aus. "Mir schwebt vor, den Raum auf der Terrasse zu schließen", erklärt er. Etwa mit einer Glaswand, um auch bei niedrigeren Temperaturen oder bei Wind dort sitzen zu können. "Wir haben schon noch einiges vor", verrät er. Etwa 700 Quadratmeter des Weihers müssen noch gepflastert, auch die 600 Meter Zaun, die das Freibadgelände umgeben, irgendwann erneuert werden.

"Wir versuchen, das Bad so herzurichten, dass es in fünf Jahren leichter zu bewirtschaften ist", fasst Würstl zusammen. Der Fördervereinsvorsitzende glaubt fest daran: "Ich bin überzeugt, dass unser Konzept zukunftsweisend ist." Gerade für kleine Kommunen habe es Vorteile.

OnetzPlus
Immenreuth06.05.2026
OnetzPlus
Neustadt an der Waldnaab04.05.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.